Zurück zur Übersicht

09.07.2025 - 10.00 Uhr | News

Chemnitzer FC muss bis auf Weiteres auf Robert Zickert verzichten

Der Chemnitzer FC wird in den kommenden Wochen auf Vize-Kapitän Robert Zickert verzichten müssen. Bei einer sportmedizinischen Untersuchung in Chemnitz während der Sommervorbereitung wurde beim 35-jährigen Innenverteidiger ein auffälliger Blutwert festgestellt. Die Ursache dafür ist bislang nicht abschließend geklärt.

Leistungssport aktuell nicht möglich – umfangreiche Untersuchungen folgen

In den zurückliegenden Tagen wurden bereits umfassende medizinische Untersuchungen durchgeführt. Dabei konnte glücklicherweise ausgeschlossen werden, dass eine ernsthafte oder bedrohliche Erkrankung vorliegt. Weitere spezialisierte Abklärungen werden in den kommenden Wochen folgen.

Bis die Ursache gefunden und der Blutwert stabilisiert ist, ist für Robert Zickert Leistungssport nicht möglich. Die bisherigen vier Testspiele der Sommervorbereitung musste Zickert aufgrund der Diagnose bereits aussetzen.

„Niemand muss sich Sorgen machen“

In einer persönlichen Stellungnahme wendet sich Robert Zickert mit klaren Worten an die CFC-Familie: „Erst einmal möchte ich allen Menschen sagen, denen ich wichtig bin, dass es mir gut geht – und sich niemand Sorgen machen braucht. Ja, ich kann derzeit nicht trainieren und Fußball spielen. Das ist schmerzhaft, weil ich diesen Sport liebe und in den letzten 25 Jahren vieles diesem Weg untergeordnet habe. Aber es ist am Ende eben auch nur Fußball.“

„Gesundheit und Mensch stehen im Vordergrund“

CFC-Sportdirektor Chris Löwe betont die Bedeutung des Routiniers – sportlich wie menschlich: „Robert Zickert hat eine Ausnahmestellung als Mensch und Fußballer in unserer Mannschaft. Wie schwer sein Ausfall wiegt, kann sich also jeder denken. In der vergangenen Saison hat ‚Zicke‘ eindrucksvoll unter Benjamin Duda gezeigt, wozu er auch mit 35 Jahren noch in der Lage ist – wenn er das volle Vertrauen des Trainers und des Umfelds spürt. Aber all das tritt jetzt in den Hintergrund.“

„Das relativiert vieles im Leben“

Zickert zeigt sich für die schnelle medizinische Hilfe dankbar: „Ich bin unheimlich dankbar, dass mir von so vielen Menschen und Ärzten in den vergangenen zwei Wochen geholfen wurde – und so intensiv nach der Ursache gesucht wird. Ich weiß, dass ich als Berufsfußballer ein großes Privileg habe – im Vergleich zu vielen anderen Menschen.“

„Der erste Moment nach dem Feststellen des Blutwertes war gewiss nicht leicht. Aber seitdem klar ist, dass es sich um keine lebensbedrohliche Situation handelt, geht es mir gut. Das relativiert vieles im Leben. Ich empfinde momentan einfach nur Dankbarkeit – auch, weil mir so viele Menschen helfen.“

„Die ein oder andere schlaflose Nacht war dabei“

Chris Löwe schildert, wie eng der Verein die Situation begleitet: „Ich persönlich, aber auch alle anderen im Verein, die nah an der Mannschaft dran sind, begleiten ‚Zicke‘ seit der ersten Diagnose sehr eng. Da war auch die ein oder andere schlaflose Nacht dabei – das möchte ich nicht verschweigen.“

„Wir werden Robert weiterhin alle erdenkliche Unterstützung zukommen lassen. Es gibt keinerlei Zeitdruck – Gesundheit und Mensch stehen zu 100 Prozent im Vordergrund.“

„Bin im engen Austausch mit dem Verein“

Zickert richtet den Blick vorsichtig nach vorn: „Ich weiß derzeit nicht, wie es weitergeht und wann ich wieder auf den Platz zurückkehren kann. Ich bin diesbezüglich im engen Austausch mit dem Verein – insbesondere mit Chris Löwe und Benjamin Duda. Zwischen uns sind die Dinge offen und ehrlich ausgesprochen.“

„Meinen Teamkollegen wünsche ich bis zum Saisonstart eine optimale Vorbereitung. Haut alles raus, Jungs – wir sehen uns im Stadion, wenn ich euch von der Tribüne aus die Daumen drücken werde.“

„Wir werden schauen, ob wir auf dem Transfermarkt reagieren müssen“

Trotz aller Anteilnahme muss auch die sportliche Situation neu bewertet werden – schließlich startet der CFC bereits am 27. Juli mit dem ersten Heimspiel gegen den Greifswalder FC in die Regionalliga-Saison 2025/26.

„Wir werden auf ‚Zicke‘ warten und hoffen, dass er schon bald zur Mannschaft und auf den Platz zurückkehren kann“, so Löwe. „Robert und ich haben noch miteinander gespielt, uns verbindet ein Vertrauensverhältnis. Deshalb sprechen wir auch in der jetzigen Situation offen miteinander.“

„Wir haben uns darauf verständigt, dass wir als Verein im nächsten Schritt noch einmal prüfen, welche Konsequenzen wir aus der aktuellen Situation – auch mit Blick auf den Ausfall von Anton Rücker – für die Kaderplanung und mögliche weitere Transferaktivitäten ziehen. Der Gesamtverantwortung muss und werde ich mich als Sportdirektor stellen.“

Einer der prägenden Köpfe des CFC

Robert Zickert wechselte im Sommer 2020 vom 1. FC Lokomotive Leipzig zum Chemnitzer FC. Seitdem absolvierte er 139 Pflichtspiele für die Himmelblauen.

Er trägt bei den Himmelblauen das Trikot mit der Rückennummer 21, ist als Identifikationsfigur eines der Gesichter des CFC und gehört zum Kreis der unumstrittenen Führungsspieler im Team von Cheftrainer Benjamin Duda.

Der gebürtige Brandenburger wurde in der Jugend beim FC Energie Cottbus ausgebildet und spielte unter anderem für den FC Carl Zeiss Jena und den SSV Markranstädt.

Sein Vertrag beim Chemnitzer FC läuft noch bis Sommer 2026. 

Lieber „Zicke“, gute Besserung wünschen wir dir im Namen der gesamten himmelblauen Fußballfamilie. Komm bald wieder!