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22.07.2021 - 11.04 Uhr | App-News

Chemnitzer FC spricht Hausverbote aus

Die Aufarbeitung der Vorfälle am Rande des Saisonvorbereitungsspiels im tschechischen Most hat erste Erfolge ergeben.

Insgesamt konnten zehn Personen zweifelsfrei identifiziert werden, die in einem nachträglich öffentlich gemachten Video rechte Parolen grölend durch ein Wohngebiet marschierten.

„Wir wollen diese Leute ganz deutlich vom Chemnitzer FC abgrenzen. Das Gedankengut, dass die identifizierten Personen offenbar in sich tragen, ist befremdlich und passt nicht zu unserem Chemnitzer FC“, so Siegfried Rümmler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Chemnitzer FC.

Aus diesem Grund hat der Chemnitzer FC gegen die identifizierten Personen Hausverbote für das Stadion – An der Gellertstraße, sowie die vom CFC genutzten Flächen am CFC Campus (Sportforum Chemnitz) und CFC Junior Campus (Sportplatz Neubauernweg) sowie die dazugehörigen Geschäfts- und Funktionsgebäude ausgesprochen. Die Hausverbote gelten zeitlich unbegrenzt. Alle zehn identifizierten Personen sind keine Vereinsmitglieder des Chemnitzer FC.

Zuwiderhandlungen gegen die Hausverbote wird der Chemnitzer FC umgehend mit Strafanzeigen beantworten. 

Rümmler: „Wir sind glücklich über die Identifizierung, so dass wir noch vor dem 1. Spieltag der neuen Saison Klarheit haben und die Betreffenden aus dem Stadion verbannen konnten. Ich betone aber auch, dass die Ermittlungen weiterlaufen müssen, um weitere Täter dingfest machen zu können.“

Ultras Chemnitz 99 positionieren sich deutlich

Auch die Ultras Chemnitz 99 haben sich deutlich von rechtsextremen Äußerungen und Tendenzen distanziert.

„Gemeinsam mit vielen Fanclubs haben wir in den letzten Wochen Gespräche zu den Vorkommnissen in Most geführt. Mit breiter Einigkeit wurde konstatiert, dass sowas wie in Most nicht wieder vorkommen soll. Die Spiele des Chemnitzer FC dürfen nie wieder als Bühne für rechtsextreme Äußerungen und anderer Scheißhausparolen missbraucht werden. Die weitreichenden Konsequenzen treffen den Verein, die Stadt und letztlich auch unsere Fanszene existenziell. Kurz nach Beendigung der Insolvenz, sind das katastrophale Zeichen für einen Neubeginn, bei dem das Image und der Ruf der Fans eine wichtige Rolle spielen. Extremismus, Rassismus und Diskriminierung hat in unserem Stadion nichts zu suchen! Jeder der uns kennt, weiß, dass wir keine politische Gruppe sind. Wir haben immer versucht Politik aus dem Stadion fernzuhalten. Bei einem Teil der Fans, hat dies in den letzten Jahren nicht funktioniert. Wir haben keinen Bock darauf, dass unsere Fanszene, und damit auch wir, regelmäßig mit rechtsextremen Tendenzen in Verbindung gebracht werden“, schreiben die Ultras in einem öffentlichen Facebook-Post.

Weiter heißt es: „Komplexe gesellschaftliche Probleme können wir allein als Fans nicht im Stadion lösen, aber wir können uns klar von jeglichem Extremismus abgrenzen. Wir kommen zusammen ins Stadion um gemeinschaftlich unsere Mannschaft, unseren Verein und unsere Stadt zu unterstützen. Stolz tragen wir dabei unsere himmelblau-weißen Farben. Deshalb werben wir stark bei allen Fans und Fußballfreunden in unserem Stadion um die Unterstützung für diese Belange: Gemeinsam für den Verein; Gemeinsam für die Stadt; Gemeinsam für unsere Farben; Gemeinsam lautstark für die Mannschaft. Kurz gesagt: Gemeinsam für Chemnitz!“