Chemnitzer Serie reißt im Traditionsduell
Nach vier Spielen ohne Niederlage mussten die Himmelblauen im Duell mit Energie Cottbus wieder einen Rückschlag hinnehmen. Trotz starkem Start und einer Partie auf Augenhöhe entschieden schlussendlich die individuelle Klasse des Vorjahresmeisters und die eigenen individuellen Patzer deutlich zugunsten der Gäste.
Schon vor dem Anpfiff kam es zu einer schönen Szene: ein Spieler der U12 bedankte sich vor der vollen Südkurve für den großartigen Support der aktiven Fanszene zum Klinikum-Chemnitz-Cup. Dieser fand im Januar dieses Jahres statt. Auch heute war der Support von Beginn an großartig im gut gefüllten Stadion – An der Gellertstraße. In der Partie gehörte die erste Torchance den Gästen. Felix Müller spielte im Aufbau einen Ball direkt in die Füße des Energie-Stürmers Maximilian Pronichev, der direkt aus 18 Metern abzog und den Pfosten traf (4.). Auf der Gegenseite probierte es Mensah für den CFC aus ähnlicher Position, nachdem dieser vom Flügel ins Zentrum gezogen war. Der Cottbusser Keeper Elias Bethke hatte mit dem zu zentralen Ball kleine Probleme, hielt ihn aber im Nachfassen fest (5.). Es waren immer noch keine zehn Minuten in der temporeichen ersten Hälfte gespielt, da brach erneut der agile Mensah auf links durch und flankte in den Strafraum, wo Stanley Keller eingelaufen kam und den Ball vor der Südkurve zur Chemnitzer Führung in die Maschen köpfte (8.). Die Himmelblauen blieben dran und kamen direkt wieder, diesmal über rechts mit einer Flanke von Robert Berger, der Niclas Walther am zweiten Pfosten fand. Walther legte das Leder ins Zentrum, wo sich Bethke und der Ex-Chemnitzer Dominik Pelivan nicht darüber einig waren, wer den Ball nun klären sollte. Den missglückten Klärungsversuch schnappte sich Ampadu. Er traf 18 Meter vor dem Tor aber nur einen roten Verteidiger (11.).
Im Gegenzug glichen die Cottbusser aus. Nach einer Flanke von Dennis Slamar legte Niko Bretschneider den Ball auf den Elfmeterpunkt. Von da hatte der Cottbusser Neuzugang Maximilian Krauß leichtes Spiel und traf zum 1:1 (15.). Davon ließen sich die Chemnitzer nicht beeindrucken und behielten weiter die Spielkontrolle. Gerade in dieser Phase fanden die Himmelblauen immer wieder gut die Tiefe. Nach hohem Ballgewinn schickte Nils Lihsek den startenden Mensah auf die Reise, der aus spitzem Winkel halblinker Position im Strafraum abzog und Bethke damit vor Probleme stellte. Den schwierigen Abpraller traf Lihsek nicht gut und so kullert der Ball zu einem klärenden Cottbusser Verteidiger (19.). Direkt im Anschluss war es dann ein Cottbusser selbst, der den eigenen Kasten in Gefahr brachte. Slamar klärte nach einer CFC-Flanke nur knapp über den eigenen Querbalken (20.). Die Gastgeber hielten den Druck weiter hoch und genau in diese Phase hinein traf Krauß zum zweiten Mal für Energie. Der Ex-Jenaer zog mit Tempo vom rechten Flügel ins Zentrum und schlenzte den Ball aus halbrechter Position von der Strafraumkante ins lange Eck (30.). Ein absolutes Traumtor zur Gästeführung. Doch es kam noch bitterer. Einen langen Ball des FCE konnte Wunsch außerhalb des Strafraums nicht kontrollieren. Timmy Thiele nahm das Spielgerät auf Cottbusser Seite dreißig Meter vor dem Tor auf und hob ihn gefühlvoll zum 1:3 in den leeren Chemnitzer Kasten (37.). Das zog den Chemnitzern den Stecker für die erste Halbzeit. Danach ging es in die Kabine und von einer starken ersten Halbzeit war bezogen auf das Ergebnis nichts mehr übrig.
Beide Teams starten ambitioniert in den zweiten Durchgang. Die erste Chance gab es wieder früh auf Gästeseite. Thiele legte im Strafraum auf Krauß, der aus vierzehn Metern mittiger Position abschloss. Wunsch konnte stark parieren (50.). Die Chemnitzer waren in der Folge bemüht, konnten allerdings kaum Gefahr erzeugen. Stattdessen kamen wieder die Cottbusser im Umschalten über Thiele, der von rechts eine Flanke brachte. Pronichev kam am ersten Pfosten angesegelt, drückte den Ball aber knapp neben den Pfosten (59.). Das Spiel blieb danach eine Weile weitgehend ereignisarm. Der CFC führte mehrheitlich den Ball, wusste damit aber kaum Torgefahr zu erzeugen. Auf der anderen Seite kamen die Lausitzer aber auch nicht mehr ins schnelle Umschaltspiel, sehr zum hörbaren Unmut des Trainers Pele Wollitz. Dann schafften es die Himmelblauen mal wieder Mensah auf links frei zu spielen, der den Ball flach auf den kurzen Pfosten brachte. Dort stand Lihsek richtig, verpasste eben jenen Pfosten aber knapp um wenige Zentimeter zur aus Chemnitzer Sicht falschen Seite (78.). Es blieb die einzige Toraktion der Himmelblauen in Durchgang zwei. Den Schlusspunkt im Spiel setzte Pronichev. Wunsch ließ einen Zwanzig-Meter-Freistoß zentral nach vorn prallen und der spekulierende Pronichev schob dankend zum 1:4 Endstand ein.
Am Ende steht trotz des Ergebnisses ein gutes Heimspiel des CFC. Die individuelle Klasse von Maximilian Krauß und die individuellen Fehler der Himmelblauen brachen dem Team aber an diesem Nachmittag das Genick. Die Südkurve feierte die Mannschaft trotz deutlicher Niederlage nach der Partie für die gute Leistung. Damit reißt die Chemnitzer Serie von vier gegentorlosen Spielen in Folge und auch die von vier Heimsiegen nacheinander. Am Freitag geht es schon wieder weiter beim SV Babelsberg.
Chemnitzer FC: Wunsch - Koch, Müller, Zickert (C) - Walther (65. Reutter), Ampadu, Lihsek (85. Akindele), Berger (73. Wolter) - Mensah, Stagge, Keller (73. Roscher)
FC Energie Cottbus: Bethke - Bretschneider (90. Oesterhelweg), Slamar, Hildebrandt (C), Pelivan – Halbauer (74. Shcherbakovski), Hofmann, Putze (59. Juckel), Pronichev, Krauß - Thiele
Tore: 1:0 Keller (8.), 1:1 Krauß (15.), 1:2 Krauß (30.), 1:3 Thiele (37.), 1:4 Pronichev (90. +3)
Zuschauer: 6.373



