Comeback deluxe – Bozic ballert sich direkt an die Spitze
273 Tage – so lange war Dejan Bozic raus. Eine hartnäckige Schambeinentzündung setzte den Chemnitzer Torjäger fast neun Monate außer Gefecht. Eine Ewigkeit im Fußball, doch jetzt ist er zurück. Und nicht nur das: Er trifft, als wäre er nie weg gewesen.
Seit seinem Comeback läuft es wie am Schnürchen. Fünf Spiele, fünf Tore, dazu eine Vorlage – Bozic ballert wieder. Eine solche Leistung nach so einer langen Pause? Alles andere als selbstverständlich. Normalerweise gilt die Faustregel: "Wer lange verletzt war, braucht genauso lange, um wieder auf Top-Niveau zu sein." Doch Bozic hält sich nicht an solche Gesetze.
Während andere Spieler nach einer monatelangen Pause Anlaufzeit brauchen, steht der Chemnitzer sofort wieder im Mittelpunkt des Offensivspiels. In Zwickau blieb er vor der pfeifenden Kurve eiskalt, gegen Viktoria Berlin war er der Dosenöffner, gegen Meuselwitz maßgeblich am Erfolg beteiligt und gegen Chemie Leipzig sicherte er mit seinem Treffer einen späten Punkt. Das ist kein Zufall, das ist Qualität.
Bozic übertrifft die besten Torjäger der Regionalligen
Mit dieser Quote gehört Bozic nicht nur zu den besten Offensivspielern der Regionalliga Nordost, sondern zu den treffsichersten Stürmern aller Regionalligen. Hier geht es um die besten Knipser, um die Stürmer, die Spiel für Spiel abliefern – und Bozic mischt nach nur fünf Einsätzen schon wieder ganz oben mit. Daniel Kasper von der SpVgg Greuther Fürth II hat in 17 Spielen 17 Tore erzielt, Nikky Goguadze vom Bremer SV kommt auf 18 Treffer in 19 Partien. Starke Werte – aber Bozic hält sofort mit. Ein Tor pro Spiel, das ist eine klare Ansage.
Und es geht noch weiter: Auch andere Regionalliga-Stürmer haben mit ihren Zahlen überzeugt, doch keiner von ihnen hat das nach fast neun Monaten Pause geschafft. Noah Pesch von Borussia Mönchengladbach II hat in 23 Spielen 17-mal getroffen, David Mokwa von der TSG Hoffenheim II kommt auf 12 Treffer in 21 Partien. Einzig Jan Dahlke – ehemals Carl Zeiss Jena, jetzt Hessen Kassel – wechselte im Winter in die Regionalliga Südwest und schoss den schwächelnden Traditionsclub aus Kassel mit fünf Treffern in zwei Spielen zu sechs Punkten.
Bozic‘ Leistung beeindruckt auch im Vergleich mit der 2. Bundesliga
Nicht nur in der Regionalliga liefert Bozic auf Spitzenniveau ab – auch im Vergleich mit den besten Stürmern der höherer Ligen hält er problemlos mit. Robert Glatzel vom Hamburger SV gilt als einer der besten Mittelstürmer der Liga, hat in sechs Spielen sieben Tore erzielt – das ergibt eine überragende Quote von 1,17 Treffern pro Partie. Auch Davie Selke (Hamburger SV) und Martijn Kaars (1. FC Magdeburg) liefern mit 16 Toren in 23 Spielen starke Werte ab, kommen aber auf „nur“ 0,70 Tore pro Spiel. Drittliga-Top-Torjäger Christoph Daferner steht bei fünfzehn Toren nach 25 Spielen und somit bei 0,6 Treffern pro Partie.
Eine Torquote auf Bundesliga-Niveau
Und wer denkt, das sei schon das Ende der Fahnenstange, sollte mal einen Blick in die Bundesliga werfen. Dort thront Harry Kane auf Platz eins der Torjägerliste. 21 Tore in 22 Spielen, eine Quote von 0,95 Treffern pro Partie – Weltklasse. Klar, die Bundesliga ist ein anderes Kaliber. Aber allein die Tatsache, dass Bozic nach neun Monaten Pause mit einer noch besseren Quote als der englische Superstar zurückkehrt, zeigt, was für eine außergewöhnliche Leistung er hier abliefert.
Zur Einordnung: Damit will niemand sagen, dass Bozic auf dem Niveau eines Harry Kane spielt, es setzt allerdings ins Verhältnis, wie gut der Chemnitzer Goalgetter in seiner Liga performt. Bozic bringt Werte hervor, die nur absolute Ausnahmespieler innerhalb ihrer Spielklasse aufweisen können.
Fortsetzung des Comeback-Märchens
273 Tage Pause, null Eingewöhnungszeit, fünf Tore in fünf Spielen – Bozic hat sich nicht nur zurückgemeldet, er hat ein Statement gesetzt. Während andere Spieler nach einer langen Verletzung mühsam um ihre Form kämpfen, trifft der Chemnitzer, als wäre nichts gewesen. Für den CFC ist er ein enormer Trumpf im weiteren Saisonverlauf.
Am Samstag gibt es die nächste Chance im Heimspiel gegen den BFC Dynamo. Ab 14 Uhr empfangen die Himmelblauen im heimischen Stadion – An der Gellertstraße die Berliner und wollen im direkten Duell auch tabellarisch an den Weinroten vorbeiziehen. Dafür wird es auch wieder eine starke Leistung des Chemnitzer Torgaranten brauchen. Wir freuen uns auf den nächsten Part in diesem Comeback-Märchen!



