Corona-Ausbruch, Rückrundenmeister, Pokalsieg – Das war die Saison 2021/22
Mit dem Sachsenpokal-Triumph hat der Chemnitzer FC die Saison 2021/22 abgeschlossen. Doch so richtig perfekt war sie nicht. Wir schauen auf die Höhen und Tiefen der vergangenen Saison zurück.
Nach dem frühzeitigen Abbruch der Vorsaison stand auch die neue Saison vorerst unter starkem Einfluss der Corona-Pandemie. Ohne G-Nachweise durften unsere Fans erst Anfang April wieder ins Stadion, zu Saisonbeginn erwischte das Team von Trainer Daniel Berlinksi ein Corona-Ausbruch im eigenen Team.
Drei Siegen aus den ersten vier Pflichtspielen folgte eine Durststrecke von sechs sieglosen Spielen, die erst Anfang Oktober gegen den FC Eilenburg endete. Chemnitz rutschte in dieser Zeit bis auf den elften Tabellenplatz ab – Spitzenreiter BFC Dynamo war zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Punkte voraus. Für zwei Lichtblicke sorgten Eigengewächs Niclas Walther mit seinem ersten Profitreffer gegen den SV Lichtenberg 47 und Christian Bickel, der nach Herzbeutelentzündung Ende September wieder zum Kader stieß.
Im Sachsenpokal marschierte der CFC bis zum Jahresende dominant gegen die unterklassigen Gegner aus Grimma (9:1), Liebertwolkwitz (7:0) und Panitzsch/Borsdorf (3:0). In der Liga ließ das Team jedoch immer wieder Punkte gegen direkte Konkurrenten liegen und verlor so den Anschluss an die Tabellenspitze.
Zu Beginn des Jahres musste die CFC-Familie dann eine traurige Nachricht abseits des Platzes verkraften: Der Chemnitzer FC verlor am 29. Januar 2022 mit Ex-Spieler und Ex-Trainer Gerd Schädlich eine seiner prägendsten und sympathischsten Persönlichkeiten. Zahlreiche Menschen nahmen Abschied und drückten ihren Respekt aus. CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster sagte damals: "Es ist unfassbar traurig und so schwer derzeit Worte zu finden oder die Tragweite für uns zu erfassen. Gerd Schädlich war eine Konstante, ein Mensch und Arbeiter, der still und immer ohne Aufsehen um seine Person für den Verein da war und dessen Erfolg über alles stellte."
Auf sportliche Art und Weise konnten die Chemnitzer die Laune in dieser Zeit etwas anheben. Mit dem 2:1-Sieg beim FSV Optik Rathenow Mitte Oktober startete die Chemnitzer Elf eine Ungeschlagen-Serie von 15 Spielen in Folge und etablierte sich in dieser Zeit ligaweit unter den Top-6. Dennoch entschied sich die Klubführung Anfang März, den im Sommer auslaufenden Vertrag von Cheftrainer Daniel Berlinski nicht zu verlängern und Co-Trainer Christian Tiffert bis zum Saisonende die Verantwortung zu übertragen. "Die Entscheidung ist mir, gerade aufgrund der letzten Ergebnisse, nicht leichtgefallen. Dennoch müssen wir in unserer Entscheidungsfindung die Gesamtentwicklung über einen längeren Zeitraum berücksichtigen und ohne eine emotionale Verklärung analysieren", sagte Geschäftsführer Sport Marc Arnold damals und hob hervor, dass die Trainerentscheidung kein Schnellschuss, sondern "eine strategische Überlegung für die positive Zukunft des CFC" gewesen sei.
Trotz der klaren Niederlage gegen die VSG Altglienicke (1:4) im zweiten Spiel an der Seitenlinie zeigte die Formkurve unter Tiffert anschließend weiter nach oben: Nur eine der letzten zehn Regionalliga-Partien verlor der CFC und besiegte neben dem FC Energie Cottbus auch Aufstiegskandidat Lok Leipzig auf fremden Rasen. In der Mannschaft wuchs zu diesem Zeitpunkt Ersatztorhüter Isa Dogan zu einem verlässlichen Ersatz für den verletzten Jakub Jakubov.
Trotz des schleppenden Saisonstarts schloss der Chemnitzer FC die Regionalliga-Saison 2022/23 als bestes Team der Rückrunde auf dem fünften Tabellenplatz ab. Sechs Tage nach dem letzten Spieltag folgte dann das Highlight dieser Spielzeit: Der Sachsenpokal-Sieg gegen die BSG Chemie Leipzig im Stadion – An der Gellertstraße. Besonders hervorzuheben dabei: 2:1-Siegtorschütze Christian Bickel, der – wie sollte es auch anders sein – im letzten Spiel seiner Karriere den Ball nach Einwechslung trocken ins rechte Eck knallte und anschließend von den Fans gefeiert wurde.
Mit dem Pokalsieg qualifizierte sich der CFC für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Dort erwartet das Team von Cheftrainer Christian Tiffert in der neuen Saison den 1. FC Union Berlin. Das nächste Highlight im Stadion - An der Gellertstraße!
Ein Dankeschön geht an alle, die in dieser Saison dabei waren und dem CFC die Treue halten! In der kommenden Spielzeit wollen wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Gemeinsam mit euch, den Chemnitzer FC nach vorne bringen. Wir freuen uns drauf!



