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11.04.2026 - 17.38 Uhr | 1. Mannschaft

Couragierte Anfangsphase, zu wenig Durchschlagskraft – CFC zieht gegen Hertha II den Kürzeren

Der CFC unterliegt den Hertha Bubis zuhause.

Der Chemnitzer FC empfing am 29. Spieltag Hertha BSC II. Vor 3.928 Zuschauern im eins-Stadion – An der Gellertstraße ging es für die Hausherren nach der 1:2-Auswärtsniederlage unter der Woche beim BFC Preussen auch darum, vor den eigenen Fans ein anderes Gesicht zu zeigen. Am Ende setzten sich die Gäste durch, weil der CFC trotz eines engagierten Auftritts beim entscheidenden Treffer Pech hatte und anschließend keine Antworten mehr auf die Berliner Spielweise fand.

Der CFC ging mit einer nahezu runderneuerten Mannschaft in die Partie. Cheftrainer Benjamin Duda nahm gleich sechs Veränderungen in seiner Startelf vor. Mit Pepe Pharell Philipp feierte bereits der dritte U19-Spieler in dieser Saison sein Startelf-Debüt in der Regionalliga Nordost. Zudem rückte David Wunsch für die etatmäßige Nummer eins Daniel Adamczyk ins Tor, der kurzfristig mit einem Magen-Darm-Infekt ausfiel. Ebenfalls neu in der Anfangsformation standen Aaron Mensah, Niclas Walther, Artur Mergel und Dario Gebuhr. Letzterer lief nach längerer Verletzungspause aufgrund eines Treffers im Gesicht mit einer Maske auflief.

Chemnitz mit gutem Beginn

Die Himmelblauen ließen den Ball in der Anfangsphase sauber durch die eigenen Reihen laufen und versuchten so, Sicherheit in ihr Spiel zu bringen. Daraus entwickelte sich eine erste Druckphase, in der es der Duda-Elf gelang, die Gäste phasenweise tief in deren Hälfte zu drängen.

Die erste große Gelegenheit ließ nicht lange auf sich warten: Nach einem Zusammenspiel von Mensah und Walther auf dem linken Flügel kam der Ball zu Baumgart, der den Berliner Schlussmann am langen Pfosten zu einer starken Parade zwang. Den Nachschuss aus dem Rückraum setzte Mergel ebenfalls aufs Tor, doch erneut war Tim Goller zur Stelle und verhinderte den frühen Rückstand – da waren noch keine fünf Minuten gespielt.

Hertha findet ins Spiel

Nach gut einer Viertelstunde fanden auch die Berliner besser in die Partie und setzten erste offensive Akzente. Die Chemnitzer Defensive agierte jedoch aufmerksam, sodass der erste wirklich gefährliche Abschluss der Gäste weiter auf sich warten ließ.

Beide Mannschaften begegneten sich mit spürbarem Respekt und öffneten nur selten Räume. Die Partie hatte einen gewissen Unterhaltungswert, klare Torchancen waren jedoch auf beiden Seiten selten.

In der 29. Minute wurde es dann mal wieder gefährlich: Stockinger visierte aus rund 17 Metern das linke Eck an, sein Abschluss nahm eine vielversprechende Flugbahn, wurde jedoch von einem Berliner noch entscheidend abgefälscht.

Abgefälschter Ball zur Gästeführung

Wenig später war das Glück auf Seiten der Gäste: Herthas Kapitän Änis Ben-Hatira bekam zentral vor dem Tor zu viel Raum, legte sich den Ball zurecht und zog aus rund 22 Metern ab. David Wunsch war auf dem Weg, den Schuss aufzunehmen, doch ein Chemnitzer Abwehrbein fälschte den Ball im letzten Moment unhaltbar ab. So trudelte er neben dem rechten Pfosten zur Gästeführung ins Tor (37.).

Bis zum Halbzeitpfiff fand der CFC keine Antwort auf den Rückstand, sodass es mit einem knappen 0:1 in die Kabinen ging. Bei allem Aufwand fehlte den Himmelblauen im letzten Drittel die nötige Durchschlagskraft – bis zum Strafraum war der Spielvortrag ordentlich, doch in den entscheidenden Momenten fehlten die klaren Lösungen.

Hertha übernimmt nach der Pause

In der 50. Minute wurde es gleich mehrfach brenzlig: Nach Unordnung in der Defensive musste der CFC innerhalb weniger Sekunden gleich drei Abschlüsse der Berliner überstehen und verhinderte so einen höheren Rückstand.

In der Folge ging der CFC mehr ins Risiko und suchte verstärkt den Weg nach vorn. Immer wieder gelang es den Himmelblauen, sich in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu bringen – doch im letzten Moment fehlte vor allem die nötige Präzision.

Duda reagiert mit Dreifachwechsel

Nach einem Ballverlust im Aufbauspiel an der Mittellinie starteten die Gäste einen Konter. Rücker verteidigte stark gegen zwei Berliner und verhinderte mit seinem geschickten Stellungsspiel die nächste große Gelegenheit (57.).

Cheftrainer Benjamin Duda reagierte und brachte in der 60. Minute mit Damer, Alberico und Pistol frische Kräfte für Philipp, Mergel und Baumgart. Die drei neuen erspielten auch gleich zwei Chancen durch Damer und Pistol, deren Volleyabnahmen beide geblockt wurden (63.).

Wunsch pariert stark

Wenig später konnte sich David Wunsch im Tor der Himmelblauen auszeichnen: Nach einer Ecke reagierte er hellwach und verhinderte durch einen starken Reflex mit dem rechtem Arm den Einschlag (67.).

Die Gäste übernehmen die Kontrolle

Die Herthaner hatten die Partie Mitte der zweiten Halbzeit klar im Griff. Die Chemnitzer fanden kaum Mittel, der Berliner Spielweise etwas entgegenzusetzen. So waren die Hertha-Bubis dem zweiten Treffer näher als der CFC dem Ausgleich. Auch offensiv fehlte den Himmelblauen zunehmend der Zugriff – Druck entstand kaum noch, während es gleichzeitig nicht gelang, das Kombinationsspiel der Gäste zu unterbinden.

Auf Seiten der Berliner war Torschütze Ben-Hatira der Dreh- und Angelpunkt. Immer wieder bestimmte er das Tempo und leitete viele Angriffe über die rechte Seite ein. Beim CFC versuchten vor allem Gebuhr und Walther, das Spiel von hinten anzukurbeln. Bis zu seiner Auswechslung in der 80. Minute zeigte auch Mensah eine auffällige und ansprechende Leistung.

Die einzigen beiden Abschlüsse in der Schlussviertelstunde hatte Jonas Marx, der nach einer Flanke von Mensah (74.) und einer Flanke von Walther (80.) jeweils deutlich am Tor vorbeiköpfte. Weitere Chancen gab es nicht für den CFC.

Defensiv solide, offensiv zu harmlos

Am Ende steht eine verdiente Heimniederlage trotz des couragierten Beginns. Nach dem Berliner Führungstreffer konnten die Himmelblauen kaum noch Akzente setzen und waren offensiv schlicht zu harmlos. Gegen den Ball bleibt die Leistung ansprechend, auch wenn sich an diesem Ende des Feldes in Halbzeit zwei ebenfalls Unachtsamkeiten einschlichen.

Am kommenden Freitag geht es für die Himmelblauen bei Hertha 03 Zehlendorf weiter. Anstoß auf dem Ernst-Reutter-Sportfeld ist um 19 Uhr. Bereits am Dienstag spielen die Hertha-Bubis zu Hause ebenfalls gegen Zehlendorf.

Chemnitzer FC – Hertha BSC II 0:1 (0:1)

CFC: Wunsch 22 – Walther 4, F. Müller 26, Gebuhr 3, Baumgart 29 (C) (60. Pistol 18) – Mergel 10 (60. Alberico 11), Rücker 17 (72. Hempel 9), Stockinger 7 – Philipp 28 (60. Damer 13), Marx 19, Mensah 24

BSC: Goller 43 – Decker 42, Hoffmann 46, Telib 47, Bruns 5, Berner 3 – Trus 36 (65. Richter 7), Ogbaidze 6, Gouram 8, Ben-Hatira 10 (C) – Rölke 49

Tore: 0:1 Ben-Hatira (37.)

Zuschauer: 3.928