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29.08.2024 - 12.55 Uhr | 1. Mannschaft

Damen-Cheftrainer Swen Wolf im Interview: "Wir müssen abgezockter werden"

Auch die CFC-Damen starteten vor zwei Wochen in die Spielzeit 2024/25. Die Mannschaft von Cheftrainer Swen Wolf verarbeitete über den Sommer den dramatischen Nicht-Aufstieg und setzte zum Auftakt ein Ausrufezeichen mit dem 7:1-Erfolg bei Aufsteiger Roter Stern Leipzig 99. Gegen den SSV Stötteritz setzte es eine knappe Niederlage.

Im Gespräch spricht der 51-jährige Trainer über die Stimmung im Team, die Qualität der Liga und die notwendigen Reifeprozesse seiner Mannschaft. Er beleuchtet die Herausforderungen der kommenden Wochen und die Niederlage gegen den SSV Stötteritz.

Swen, ihr habt nach dem Schlussspurt der abgelaufenen Saison sicher einen turbulenten Sommer hinter euch. Gab es große Veränderungen am Kader deines Teams?

Swen Wolf: Wir haben das Team zusammengehalten – es gab weder Zu- noch Abgänge. Das ermöglicht uns, kontinuierlich weiterzuarbeiten. Die einzige Neuerung ist, dass wir jetzt auch eine U23-Damenmannschaft haben. Daher müssen wir koordinieren, wer am Wochenende für welche Mannschaft spielt. Der Fokus liegt auf der ersten Mannschaft, aber die U23 dürfen wir nicht vernachlässigen.

Welche Ambitionen hast du mit der ersten Damenmannschaft für diese Saison?

Wolf: Wir haben uns kein festes Ziel gesetzt. Wir wollen uns Schritt für Schritt einspielen und von Woche zu Woche denken. Am Ende werden wir sehen, wo die Reise hingeht. Ein festes Ziel baut viel Druck auf, und damit sind wir zuletzt nicht gut gefahren.

Wie schätzt du die Qualität der Liga im Vergleich zum Vorjahr ein?

Wolf: Die Liga hat nicht an Qualität verloren. Besonders im Raum Leipzig gibt es viele starke Teams. Viele ehemalige Jugendspielerinnen von RB Leipzig spielen jetzt in Nordsachsen, was für eine hohe Leistungsdichte sorgt. Aber wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken.

Nach der dramatischen 2:3-Niederlage am letzten Spieltag der Vorsaison und der erneuten Niederlage diese Saison – kann man von einem Stötteritz-Trauma sprechen?

Wolf: Nein, von einem Trauma würde ich nicht sprechen. In beiden Spielen waren wir die bessere Mannschaft, haben aber unsere Chancen nicht genutzt. Stötteritz hat unsere Fehler eiskalt bestraft und defensiv gut gestanden. Wir müssen daraus lernen und abgezockter werden, um auch mal ein 0:0 über die Zeit zu retten.

Zwei Spiele sind gespielt und ihr steht mit drei Punkten da. Wie bewertest du euren Saisonstart?

Wolf: Die Mädels sind gut eingespielt, die Trainingsqualität ist hoch, und wir haben ein ordentliches Tempo. Leider konnten wir im letzten Spiel gegen Stötteritz trotz Überlegenheit kein Tor erzwingen. Jetzt geht es darum, weiter an den Grundlagen zu arbeiten, die Abläufe zu perfektionieren und uns im weiteren Saisonverlauf stetig zu verbessern.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach den ersten Spielen?

Wolf: Es ist eine euphorische Stimmung und ein großer Zusammenhalt im Team zu spüren. Es liegt eine ausgeprägte Konkurrenzsituation im Kader vor. Erstmals kann es passieren, dass Spielerinnen, die das nicht gewohnt sind, in unserer zweiten Mannschaft eingesetzt werden. Das müssen die Mädels erst mal verarbeiten. Trotzdem verstehen sie sich gut. Es gibt keine Spannungen und jede ordnet sich dem Kollektiv unter. Für alle steht der Erfolg im Mittelpunkt.

Zum Abschluss: Worauf wird es in den kommenden Wochen, in denen einige Top-Spiele anstehen, ankommen?

Wolf: Unser Fokus liegt auf unserem eigenen Spiel. Individuelle Fehler müssen wir abstellen, da sie auf diesem Niveau hart bestraft werden. Wichtig ist, die Basics zu festigen, damit wir in den Top-Spielen konstant unser Niveau abrufen können. Außerdem müssen wir lernen, auch an schlechten Tagen clever Punkte mitzunehmen – man kann nicht jedes Spiel schön gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Swen und viel Erfolg in den kommenden Wochen und Monaten mit unseren Damen-Mannschaften.

Interview: Yannic Gillmeister