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25.04.2022 - 14.56 Uhr | 1. Mannschaft

"Dann werde ich mir mein Kissen mitnehmen“

Felix Schimmel hat beim Auswärtsdreier in Eilenburg sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause gegeben. Im ClubMagazin-Interview spricht der 22-Jährige über seinen Weg zurück auf den Rasen, Cheftrainer Christian Tiffert und seine ganz persönlichen Ziele mit dem Chemnitzer FC.

Felix, nach langer Pause können wir dich endlich wieder auf dem Spielfeld sehen. Wie hast du die vergangenen drei Monate erlebt?

Mental war es manchmal schwierig. Es hat ewig gedauert, bis jemand herausgefunden hat, was genau der Grund meiner Rückenprobleme war. Deswegen konnten wir das in der Zeit auch nicht spezifisch behandeln. Wenn dir niemand sagen kann, woher dein Schmerz kommt, grübelst du schon die ganze Zeit.

Wie hast du es geschafft, durchzuhalten?

Einen Psychologen oder so habe ich nicht gebraucht, mental habe ich das alles soweit selbst gemeistert bekommen. Physisch hat mir aber Jugend-Athletiktrainer Daniel Wilson sehr geholfen. Ich war trotz der Verletzung immer am Trainingsgelände und war viel am Ball. Dadurch hatte ich auch immer Kontakt zum Team und habe mich nicht so ausgeschlossen gefühlt. Mir selbst fiel es natürlich schwer, beim Spiel nur auf der Tribüne zu sitzen. Da bin ich aufgeregter, als wenn ich selbst spiele. (lacht)

Im Sommer bist du zwei Jahre beim Chemnitzer FC. Bei deiner Ankunft hat dir unser damaliger Sportdirektor Armin Causevic hier den "nächsten Schritt in deiner Entwicklung" zugetraut. Würdest du rückblickend sagen, dass du das geschafft hast?

Ja, absolut. Sportlich, aber vor allem von der Reife her. Im Kopf. Ich bin ins Team hineingewachsen und würde sagen, dass ich zu den Stammkräften auf der rechten Seite gehöre. Einen Trick, wie man in so ein Team hineinwächst, gibt's da nicht. Ich denke das macht der Charakter eines jeden aus - wie du dich gibst und mit den anderen umgehst. Dadurch, dass ich hier auf der Schule war und Tim Campulka noch von früher kenne, fiel mir das sowieso nicht schwer.

Hast du sonst noch Kontakt zu früheren Teamkollegen?

Ja, mein ehemaliger Zimmerkollege bei RB Leipzig, Julian Krahl, spielt jetzt für Viktoria Berlin. Er ist einer meiner besten Freunde. Mit ihm, Furkan oder Pelivan spiele ich öfters mal Warzone. Ich brauche immer den Wettkampfmodus.

Und wer gewinnt?

Ich sag's mal so: Ich bin kein Noob mehr. (lacht)

In den vergangenen zwei Jahren hast du auch zwei Trainer kennengelernt. Nach Daniel Berlinski werdet ihr jetzt von Christian Tiffert trainiert: Wie hast du ihn als Cheftrainer kennengelernt?

"Tiffi" lässt uns machen. Er gibt uns Freiraum. Du musst nicht das und das und das machen, sondern er lässt dich spielen. Er steuert die Spieler nicht so sehr, er lässt sie sich entfalten. Unsere Taktik ist vorgeschrieben, aber die kannst du ja nicht in jeder Situation durchprügeln. Das lässt er uns dann einfach so machen.

Welche Ziele verfolgst du persönlich mit dem CFC?

Ich versuche immer von Spiel zu Spiel zu schauen und anschließend meine Leistung zu analysieren. Schritt für Schritt versuche ich dann noch eine Liga höher zu kommen - am liebsten mit diesem Verein hier. Die 3. Liga ist das Ziel. Und natürlich will ich bei dem Team, wo ich bin, immer spielen. Dafür versuche ich mich auch sportlich selbst zu optimieren.

Wie meinst du das?

Ich achte sehr auf meine Ernährung und meinen Schlaf. Das brauche ich aber auch, denn das entscheidet meistens, ob ich fit bin oder nicht. Ich selbst versuche nicht so viel Fleisch zu essen. Wenn, dann mal Rindsteak oder Rumpsteak, aber so Fleisch aus der Packung esse ich nicht mehr. Sieben Stunden Schlaf ist noch okay, alles darunter ist schon kritisch. In der Jugend wurde uns das auch immer gesagt, dass wir darauf achten sollen.

Schlafcoaching spielt im Profifußball eine immer größere Rolle. Einige Profis nehmen beispielsweise extra angefertigte Kissen mit auf die Reise. Erling Haaland zum Beispiel schwört auf seine Blaulichtfilterbrille vorm Schlafen gehen. 

Extra angefertigte Kissen kann ich mir schon vorstellen. Dadurch, dass wir in dieser Saison bei den Auswärtsspielen nicht übernachten, kommt das nicht in Frage. Aber falls wir in die 3. Liga aufsteigen, werde ich mir mein Kissen wieder mitnehmen.

Du selbst hast in der Jugend für Auerbach oder RB Leipzig gespielt. Was würdest du jungen Nachwuchskickern heute raten?

Gib immer Vollgas. Auch wenn es mal schwierig ist, versuch immer 100 Prozent zu geben. Es kommen immer blöde Zufälle wie Verletzungen oder Trainerwechsel, dann musst du in dem Moment da sein. Versuch immer fit zu bleiben und das maximale aus dir herauszuholen.

Felix, vielen Dank!