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16.04.2014 - 21.07 Uhr | 1. Mannschaft

Das Interview vor dem Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden

Foto: Marcel Hofrath hat allen Grund zum Jubeln. (Foto: Peggy Schellenberger)

Für Marcel Hofrath gestalteten sich die ersten Wochen bei unseren Himmelblauen äußerst ereignisreich. Seit seinem Wechsel zum Chemnitzer FC hat sich unser linker Außenspieler zu einer festen Größe in der ersten Elf entwickelt und zudem mit vier Treffern in zehn Einsätzen die eigenen Offensivqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellen können.

In der Nachwuchsabteilung von Fortuna Düsseldorf groß geworden, absolvierte Marcel Hofrath unter anderem 47 Bundesligapartien (3 Tore) für die U19 der Fortunen und entwickelte sich zu einem Spezialisten für den ruhenden Ball. Ab der Spielzeit 2012/13 streifte er sich dann das Trikot für die U23 des damaligen Erstligisten über und brachte es dabei in der Regionalliga West zu insgesamt 25 Einsätzen, bei denen er vier Treffer markierte. Nachdem der 21-jährige zu Saisonbeginn unter Mike Büskens dem Kader der 1. Mannschaft angehörte, vollzog er in der Winterpause mit dem Wechsel vom Rheinland ins Sächsische den gleichen Schritt wie zuvor schon Jeron Al-Hazaimeh und unser Rückkehrer Ronny Garbuschewski. Im Vorfeld der Partie beim SV Wehen Wiesbaden lässt unser Mann für die Standards seine Zeit in Düsseldorf Revue passieren, spricht über die Erfolge der letzten Wochen und gibt uns Auskunft, warum es gut ist, immer ein Ersatztrikot parat zu haben.

Hallo Marcel, in der Partie gegen den FC Rot-Weiß Erfurt hast du deinen ersten Doppelpack für den Club geschnürt und obendrein noch einen Elfmeter herausgeholt, am Ende stand ein souveränes 4:0 zu Buche. Besser hätte es für dich und die Mannschaft nicht laufen können oder?

Marcel Hofrath: Mit dem Spielverlauf kann man natürlich sehr zufrieden sein. Wir wussten zwar, dass es mit Sicherheit kein einfaches Spiel werden würde, dennoch haben wir aber immer an unsere Chance, dieses Spiel zu gewinnen geglaubt und wurden dafür letztendlich auch belohnt! Unser Auftreten war sehr kompakt und durch sehr gutes Pressing haben wir den Gegner kaum zur Entfaltung kommen lassen und zudem keine gefährlichen Ballstafetten erlaubt.

In den letzten drei Partien hast du vier Treffer erzielt, da kann man durchaus von einem echten Lauf sprechen?

Marcel Hofrath: Über unsere aktuelle Entwicklung freue ich mich natürlich sehr und auch darüber, dass ich meinen Beitrag dazu leisten konnte. Ich habe mir in jedem Spiel vorgenommen, mein Bestes zu geben, damit wir ein gutes Spiel abliefern, umso glücklicher bin ich über die letzten Ergebnisse!

Dein Premierentreffer per Freistoß gegen den SV Wacker Burghausen bescherte der Mannschaft drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt und dir obendrein noch die Nominierung zum Spieler des 32. Spieltages, die du dann auch noch gewonnen hast. Für dich in doppelter Hinsicht ein tolles Ereignis?

Marcel Hofrath: Von der Nominierung habe ich eigentlich nur durch Zufall erfahren, von daher war mir das Ganze dann gar nicht so wichtig. Klar habe ich mich über das Ergebnis der Abstimmung gefreut, doch der Sieg mit der Mannschaft war um einiges wichtiger!

Unter Karsten Heine bist du sowohl als linker Außenverteidiger als auch als linker Mittelfeldspieler zum Einsatz gekommen. Welche Rolle liegt dir persönlich am besten?

Marcel Hofrath: Im Jugendbereich bin ich zumeist im linken Mittelfeld zum Einsatz gekommen und erst in der U19 auf die Außenverteidigerposition gesetzt worden. Trotzdem komme ich mit beiden Aufgaben sehr gut klar. Im Mittelfeld kann man etwas mehr Risiko gehen und ich kann meinem Drang, mich in die Offensive einzuschalten, etwas mehr nachgehen.

Bei Fortuna Düsseldorf hast du dich nach Durchlaufen der Nachwuchsabteilung zum Stammspieler in der U23-Mannschaft entwickelt und zeitweise in das Training der 1. Mannschaft reinschnuppern dürfen. In Chemnitz hast du dich dann sofort zu einer festen Größe in der Drittligaelf entwickelt. Wie gut kommst du in der neuen Spielklasse zurecht?

Marcel Hofrath: Für mich war die 3. Liga ein Ziel, welches ich so schnell wie möglich erreichen wollte. Im Sommer wurde ich zunächst von Mike Büskens in den Kader der 1. Mannschaft von Düsseldorf berufen, ohne aber zu einem Pflichtspieleinsatz zu kommen. Als es dann zum Trainerwechsel kam und ich zurück in die U23 versetzt wurde, wollte ich nun den nächsten Schritt machen und musste dementsprechend einen Wechsel vollziehen. Mit der Spielweise der 3. Liga komme ich eigentlich sehr gut zurecht, auch wenn es etwas schneller und robuster zur Sache geht, als in der Regionalliga, doch durch das Training bei den Profis war ich so eine Spielweise schon vorher gewohnt.

In der Regionalliga spielt man meist vor überschaubaren Zuschauerkulissen, insofern gab es für dich nicht nur auf dem Platz einige Umstellungen?

Marcel Hofrath: Es macht mir riesigen Spaß, vor so einer tollen Kulisse wie in Chemnitz zu spielen. Wir erfahren als Mannschaft eine richtig gute Unterstützung und das ist für jeden immer ein schönes Gefühl und mich persönlich pusht es nochmals zusätzlich! An Chemnitz mag ich vor allem, dass die Zuschauerränge nahe am Spielfeldrand sind, sodass ein richtiger Hexenkessel entstehen kann. Genau so eine Stimmung konnte auch im Paul-Janes-Stadion, der alten Spielstätte von Fortuna Düsseldorf aufkommen, wo wir zuletzt mit der U23 gespielt haben.

Apropos Düsseldorf: Mit Ronny Garbuschewski und Jeron Al-Hazaimeh haben noch zwei weitere Akteure unserer Himmelblauen eine Düsseldorfer Vergangenheit. Gab es schon vor dem Wechsel Kontakt zwischen euch?

Marcel Hofrath: Mit Jimmy Al-Hazaimeh habe ich bereits zwölf Jahre gemeinsam im Jugendbereich von Düsseldorf gekickt und Ronny Garbuschewski wurde auch bei unserer U23 eingesetzt. Als ich dann zum Probetraining nach Chemnitz kam, habe ich mich mit ihnen ausgetauscht und beide konnten mir den Wechsel zum CFC nur empfehlen!

Die Eingewöhnung in der neuen Heimat fiel dir damit sicherlich auch um einiges leichter?

Marcel Hofrath: Da mich die Mannschaft vom ersten Moment an sehr gut aufnahm, viel mir die Eingewöhnung nicht sonderbar schwer. Außerdem kam mir zu Gute, dass ich direkt in die erste Elf rückte und sich mein Wechsel somit von Beginn an bezahlt gemacht hat. Es ist immer positiv, wenn man sofort seinen Teil beitragen kann, anstatt nur auf der Bank zu sitzen und den Wechsel im Nachhinein eventuell zu bereuen. Trotzdem ist es mir sehr wichtig, täglich mit meinen Eltern und meinem Bruder zu telefonieren und so Kontakt mit meiner Heimat zu halten.

Über deinen Bruder kannst du uns auch eine ganz interessante Anekdote aus eurer Zeit im Jugendbereich erzählen?

Marcel Hofrath: Wir haben zunächst beide in der Jugend von Fortuna Düsseldorf gespielt, ehe mein Zwillingsbruder über Rot-Weiss Essen zum Wuppertaler SV gewechselt ist. Am letzten Ligaspieltag der U19-Bundesliga trafen wir dann mit unseren Mannschaften aufeinander, wobei es für uns noch um den Klassenverbleib ging, der WSV jedoch bereits als Absteiger feststand. In diesem für uns äußerst wichtigen Spiel erzielte mein Bruder dann auch noch die 1:0-Führung für Wuppertal. Am Ende haben wir aber letztendlich 3:1 gewonnen und die Klasse gehalten.

Mittlerweile dürfte dieser kleine Seitenhieb aber vergessen sein, denn dein Bruder hat auch schon ein CFC-Trikot von dir bekommen. Zuletzt hast du auch mit Niklas Kreuzer von Rot-Weiß Erfurt das Trikot getauscht. Der Verein sollte also mehr als einen Satz für dich parat halten?

Marcel Hofrath: Ich hatte bereits in Münster das Trikot mit meinem Gegenspieler getauscht. Mit Niklas Kreuzer hatte ich auf dem Platz eine gesunde sportliche Rivalität, doch nach dem Spiel sind wir auf einander zugegangen und fanden es eine nette Geste, unsere Trikots zu tauschen. Meine Mutter hat auch bereits von jeder Trikotfarbe ein Exemplar und zusätzlich noch jenes Trikot, mit dem ich mein Premierentor für den CFC erzielt habe. Solche Aktionen müssen wir als Spieler zwar selbst bezahlen, aber dass verschmerze ich sehr gerne und werde ich auch gegen Wiesbaden wieder tun. Mit Alexander Nanzik und Marco Königs treffe ich dort auf zwei alte Bekannte aus Düsseldorfer Zeiten und da ist ein Trikottausch vorprogrammiert!

Wiesbaden hat sich für die restliche Saison noch einiges vorgenommen. Nach dem Pokalaus gegen den Lokalrivalen Kickers Offenbach kann die Qualifikation für den DFB-Pokal nur noch über die Liga erreicht werden. Für euch wird das sicherlich keine leichte Auswärtsaufgabe?

Marcel Hofrath: Wir wissen um die Tatsache, dass Wehen Wiesbaden unbedingt noch in den DFB-Pokal will und alles dafür geben wird, um dieses Ziel zu erreichen. Die letzten drei Spiele haben sie allerdings allesamt verloren und dabei keinen einzigen Treffer erzielt. Das sollte uns zwar nicht in Sicherheit wiegen, dennoch rechnen wir uns gute Chancen aus, dieses Spiel zu gewinnen und damit ein erfolgreiches Osterwochenende zu feiern!

Die Saison befindet sich auf der Zielgeraden und noch vier Ligaspiele stehen an, zudem habt ihr gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf die Chance, euch für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Worauf dürfen wir uns in den nächsten Wochen noch freuen?

Marcel Hofrath: Ich hoffe doch, dass wir uns alle noch über fünf Siege freuen können! In der Liga wollen wir so weit wie möglich nach oben klettern und im Landespokal auf alle Fälle das Endspiel gewinnen. Eine Teilnahme am DFB-Pokal ist für jeden Spieler etwas ganz besonderes!

Und dann geht es in Runde eins eventuell gegen deinen Ex-Verein! Doch vorher stehen für dich die Vertragsgespräche bei den Himmelblauen an, denn dein Kontrakt läuft bekanntlich im Sommer aus. Gab es schon erste Gespräche mit dem Verein bezüglich einer Vertragsverlängerung?

Marcel Hofrath: Auf ein Duell mit Fortuna Düsseldorf würde ich mich wahnsinnig freuen! Bezüglich einer Vertragsverlängerung haben sich unser Sportdirektor Stephan Beutel und mein Berater bereits zu ersten Gesprächen getroffen, Konkretes gibt es allerdings noch nicht zu vermelden. Da ich mich jedoch in Chemnitz sehr wohl fühle, würde ich meinen Vertrag auch gerne verlängern wollen!

Marcel Hofrath, recht herzlichen Dank für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit unseren Himmelblauen!