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04.04.2014 - 11.01 Uhr | 1. Mannschaft

Das Interview vor dem Spiel gegen RasenBallsport Leipzig

Als Kevin Conrad zu unserem CFC wechselte, lief die diesjährige Drittligasaison bereits auf Hochtouren. Am 23. August verpflichtet, kam er bereits am darauf folgenden Tag beim Auswärtsspiel in Duisburg zum Einsatz und feierte so am 5. Spieltag als Einwechsler seine Premiere für die Himmelblauen. Bereits eine Woche später erfolgte dann beim Heimsieg gegen Borussia Dortmund II sein Startelfdebüt. Seither hat er sich mit nunmehr 28 Ligaeinsätzen nicht nur zu einem absoluten Stammspieler entwickelt sondern auch zu einer wichtigen Säule im Abwehrverbund der Himmelblauen. Vor seinem Wechsel nach Chemnitz schnürte der gebürtige Künzelsauer seine Fußballschuhe von 2006 bis 2013 für die TSG Hoffenheim, der er sich in der B-Jugend anschloss. Für das U23-Team der Kraichgauer absolvierte Kevin Conrad 53 Regionalligapartien (2 Tore) und gehörte unter Ralf Rangnick, Holger Stanislawski und Markus Babbel zeitweise auch dem Kader der Bundesligamannschaft an. Über seine Zeit in Hoffenheim, seinen Wechsel nach Chemnitz und das bevorstehende Wiedersehen mit alten Bekannten spricht Kevin Conrad im Interview.

Hallo Kevin, beim Duell mit RasenBallsport Leipzig kommt es für dich auch zu einem Treffen mit zwei alten Bekannten. Das Spiel hat für dich also sicherlich eine ganz persönliche Note?

Kevin Conrad: Das stimmt! Alexander Zorniger hat einige Zeit bei der TSG hospitiert, außerdem haben wir mit der U23 in der Regionalliga gegen seinen damaligen Verein SG Sonnenhof Großaspach gespielt. Zudem bin ich mit Dominik Kaiser seit unseren gemeinsamen Tagen in Hoffenheim noch sehr gut befreundet. Doch diese Freundschaft muss am Samstag für 90 Minuten ruhen, denn wir wollen unbedingt gewinnen!

Seit Ende August ist Chemnitz deine neue Wahlheimat. Ist aus dem gebürtigen Schwaben Kevin Conrad schon ein waschechter Sachse geworden?

Kevin Conrad: An den hiesigen Dialekt muss ich mich zwar noch gewöhnen, aber ansonsten fühle ich mich hier sehr wohl. Die Truppe hat es mir allerdings auch sehr leicht gemacht, mich zu integrieren!

Du bist mit 15 Jahren in die Talentschmiede der TSG 1899 Hoffenheim gewechselt und musstest deshalb bereits frühzeitig dein Elternhaus verlassen. Wie bist du damit klargekommen?

Kevin Conrad: Am Anfang war die räumliche Trennung für mich natürlich nicht einfach. In Hoffenheim gab es zu der Zeit noch kein Fußballinternat und deshalb habe ich drei Jahre lang in einer Gastfamilie gelebt. Umso mehr freut man sich dann natürlich, wenn man seine Verwandten und Bekannten wiedersieht. Das hat sich über die Zeit nicht geändert und so freue ich mich auch heute jedes Mal, wenn meine Familie zu meinen Spielen im Stadion ist und wir uns sehen können.

Auswärtsreisen nach Baden-Württemberg sind dafür doch willkommene Gelegenheiten! Zuletzt war in Stuttgart sogar dein eigener „ Fanclub" anwesend?

Kevin Conrad: Es sind wirklich gute Gelegenheiten, denn ich habe einen sehr engen Draht zu meiner Familie und meinen Freunden und ihre Anwesenheit ist nochmals eine zusätzliche Motivation für mich! Zum Spiel gegen die Stuttgarter Kickers war praktisch die gesamte Familie versammelt, Großeltern, Tante, Onkel, insgesamt 21 Mann an der Zahl.

Apropos Motivation: Gegen RasenBallsport Leipzig habt ihr die Chance, den Klassenerhalt rechnerisch nahezu perfekt zu machen und obendrein noch die Aufstiegssuppe des Gegners ordentlich zu versalzen. Zahlreiche CFC-Fans werden zudem für „Heimspielatmosphäre" sorgen. Ihr müsstet doch eigentlich bis in die Haarspitzen motiviert sein?

Kevin Conrad: In der Tat bedarf es eigentlich nicht mehr, um topmotiviert in die Partie zu gehen. Wenn man das Ziel vor Augen hat, den Klassenerhalt nahezu zu sichern und gleichzeitig den Aufstiegskampf nochmals spannend machen kann, dann ist das für jeden Einzelnen Grund genug Volldampf zu geben.

Die Fans der TSG 1899 Hoffenheim sind, was die Zahlen angeht, nicht gerade für ihre Reiselust bekannt. Die Unterstützung durch die eigenen Fans gerade auch bei Auswärtsspielen ist für dich daher in dieser Form sicher etwas Neues gewesen?

Kevin Conrad: Das kann man wohl sagen! Es ist eine angenehme Erfahrung zu den Auswärtsspielen von so vielen Fans begleitet zu werden, die dann teilweise auch noch lauter sind als des Gegners Fans.

Vor deinem Wechsel nach Chemnitz gehörtest du bei der TSG der so genannten Trainingsgruppe 2 um Tim Wiese, Eren Derdiyok oder Tobias Weiß an. Inwiefern hast du in dieser Zeit von Ihnen lernen können?

Kevin Conrad: Man kann eigentlich immer etwas mitnehmen, egal mit wem man trainiert. Es waren trotz alledem normale Trainingseinheiten, in denen lediglich die Anspannung nicht ganz so groß war, da Testspiele meist gegen Kreisligisten durchgeführt wurden.

In der laufenden Saison bist du dann zum Club gewechselt und am 5. Spieltag in Duisburg das erste Mal ins kalte Wasser geschmissen worden. Von Anlaufschwierigkeiten war nichts zu spüren und du hast dich auf Anhieb zu einem Stammspieler entwickelt. Hättest du selbst mit so einer Entwicklung gerechnet?

Kevin Conrad: Ich war von Beginn an hochmotiviert und wollte meine Chance unbedingt nutzen. Klar war es zu Beginn erstmal eine Riesenumstellung und nach etwa sechs bis sieben Wochen habe ich schon gemerkt, dass ich durch die fehlende Saisonvorbereitung kurzzeitig mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Aus der Innenverteidigung bist du mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Davor hast du aber auch schon beide Außenverteidigerpositionen begleitet. Das Prädikat Defensiv-Allrounder scheint wie für dich gemacht?

Kevin Conrad: Das kann man schon sagen, zumal ich in Hoffenheim stellenweise auch als defensiver Mittelfeldspieler aufgeboten wurde. Eigentlich fühle ich mich auf allen Positionen hinter der Mittellinie wohl. Tore zu verhindern ist ja auch meine primäre Aufgabe, wenngleich ich mich auch über mein erstes Saisontor für den CFC freuen würde. Bei „Banki" hat es ja gegen Halle schon geklappt. Aber ansonsten überlasse ich das Toreschießen auch gerne unserer Offensivabteilung!

Dein Vertrag bei den Himmelblauen läuft zum 30.06.2014 aus. Hat es schon erste Gespräche über eine Vertragsverlängerung gegeben?

Kevin Conrad: Ich denke wir tun alle gut daran, wenn wir uns zunächst darauf konzentrieren, die noch fehlenden Punkte zum Klassenerhalt einzufahren. Die 45-Punkte-Marke zu erreichen sollte zunächst absoluten Vorrang haben, bevor man sich daran macht, in die Vertragsgespräche zu gehen.

Kevin Conrad, vielen herzlichen Dank für dieses Interview und viel Erfolg gegen RasenBallsport Leipzig!