Zurück zur Übersicht

24.03.2019 - 11.23 Uhr | Top-News

„Das ist für jeden Fußballer wie ein K.o.-Schlag“

Mittelfeldspieler Matti Langer schaffte nach seiner Schulterverletzung direkt den Sprung zurück in den Kader. Wir sprachen im Vorfeld der Partie gegen Budissa Bautzen mit dem 29-Jährigen.

Matti, deine Schulterverletzung ist nun exakt 111 Tage her. Wie geht es dir?
Ich fühle mich sehr gut, danke. Die Schulter ist wieder stabil.

Du hast dich kurz nach deiner Vertragsverlängerung verletzt. Ein besonders ungünstiger Zeitpunkt.
Die Trainer und Herr Sobotzik wussten von Beginn an über den Zustand meiner Schulter Bescheid. Ich hatte mir ja zuvor schon zweimal die Schulter ausgekugelt. Da war klar, dass dies kein Dauerzustand sein kann und ich irgendwann operiert werden muss. Dass die Schulter aber wieder so schnell rausspringt und die Operation dann so schnell kommen musste, schmerzte sehr.

Die Ausfallzeit wurde dann auf sechs Monate beziffert. Nach knapp dreieinhalb Monaten stehst du schon wieder kurz vor dem Sprung zurück in den Spielbetrieb. Warum ging es bei dir so schnell?
Das kann ich nicht genau sagen. Die sechs Monate waren natürlich eine Hiobsbotschaft für mich. Das ist für jeden Fußballer wie ein K.o.-Schlag. Ich hatte mich auch bei anderen Spielern erkundigt, die ähnliche Verletzungen hatten. Die waren auch erst nach viereinhalb oder fünf Monaten wieder auf dem Platz. Ich muss sagen, dass ich eine sehr gute ärztliche Betreuung hatte. Die Operation in der Berliner Charité, die Betreuung von unseren Mannschaftsärzten und die Reha in Donaustauf waren hervorragend.

Wie lebte es sich so eingeschränkt?
Ganz ehrlich? Ich war nicht immer vorbildlich. Die Armschlaufe, die ich nach der Operation sechs Wochen lang hätte tragen sollen, habe ich nach vier Tagen bereits abgelegt. Ich hatte das Gefühl, mein Arm muss raus. Von daher hatte ich beide Hände frei für Weihnachtsgeschenke. 

Wie sieht aktuell dein Trainingstag aus?
Wenn wir einmal am Tag trainieren, absolviere ich davor oder danach in Leipzig mein zusätzliches Reha-Programm. Ich klemme mich sehr dahinter und würde mich in dem Punkt als sehr fleißig bezeichnen. Ich will einfach wieder zurück auf den Platz. Es tut weh, Woche für Woche auf der Tribüne zu sitzen. Gefühlt ist mein Puls beim Zusehen höher, als wenn ich selbst auf dem Platz stehe.

Du hast beschrieben, dass zwischenzeitlich das Vertrauen in deine Schulter weg war. 
Ja, ich muss mich Schritt für Schritt wieder an die Bewegung rantasten. Das betrifft vor allem die Bewegung, in der ich mich verletzt habe. Da versuche ich ab und zu mich immer noch zu schützen. Letzte Woche habe ich mir einen Ball genommen und bin quer über den Platz gegrätscht, um die Sicherheit wiederzubekommen. Die Situation wie im Spiel werde ich damit nicht simulieren können. Das geht maximal im Training, aber da kann ich nicht jeden direkt weggrätschen. (lacht)

Wie eng war der Kontakt während der schweren Phase der Verletzung zur Mannschaft?
Die Verletzung passierte ja kurz vor der Winterpause. Auf der Weihnachtsfeier sind alle zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass ich immer willkommen bin und sie sich immer melden werden. Das war kein Gequatsche. Sie haben sich regelmäßig bei mir gemeldet und nachgefragt wie es mir geht. Ich habe mich sehr gefreut, als mir die Jungs aus dem Wintertrainingslager in der Türkei eine Handyhülle mit einem Foto von sich darauf geschickt haben. Da habe ich gemerkt, dass ich der Mannschaft vielleicht auch ein Stück weit fehle.

Hast du dich dafür schon revanchiert?
Ja! Die Jungs haben von mir ein individuelles Shampoo mit ihrem Gesicht und einen Text darauf geschenkt bekommen.

Du stehst nun kurz vor dem Comeback. Wie sehr freust du dich darauf, bald wieder mitmischen zu können?
Ich fühle mich so, wie wenn man seine Traumfrau zum dritten Date trifft. (lacht) Ich freue ich mich darauf, einfach wieder mit dabei zu sein und zu wissen, ich bin eine Option für die Mannschaft.