Das letzte Duell zwischen DDR und BRD - „So etwas hatte auch ich zuvor noch nicht gesehen.“
17 Mal gab es in der Geschichte des Europapokals ein deutsch-deutsches Duell zwischen einem Team aus der BRD und der DDR. Am Abend des 2. Oktobers im Jahr 1990 traf der Chemnitzer FC in der 1. Runde des UEFA-Cups auf Borussia Dortmund. Neben den Sportlern zündeten vor allem die Chemnitzer Zuschauer ein Feuerwerk von den Rängen des Ernst-Thälmann-Sportforums.
Wenn man heute in das Rund des Hauptstadions im Sportforum schaut, lässt sich kaum mehr erahnen, dass sich hier vor dreißig Jahren deutsche Sportgeschichte abspielte.
Am Vorabend der Deutschen Wiedervereinigung empfing der CFC in der 1. Runde des UEFA-Cups Borussia Dortmund in Chemnitz. Am 2. Oktober 1990, dem letzten Tag der DDR, rüstete sich der CFC, der das Hinspiel in Dortmund mit 0:2 verlor, für seinen bis heute letzten internationalen Auftritt. Dieser sollte zugleich das letzte ost-westdeutsche Duell der Geschichte werden.
Ulf Mehlhorn, der beide Partien gegen den BVB bestritt, erinnert sich: „Das war zweifelsfrei ein besonderes Spiel. Die bevorstehende Wiedervereinigung war vor und nach dem Spiel das große Thema in der Kabine. Das ging an niemandem spurlos vorbei. Auf dem Platz haben wir uns aber davon nicht beeinflussen lassen.“
Rolf Nielinger von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung schrieb in seinen Erinnerungen: „Im kleinen, offenen Stadion waren 11.904 frohgelaunte Zuschauer, etwa 2.200 davon BVB-Fans, und bereits kurz vor dem Anpfiff wurden Raketen und Böller gezündet. So etwas hatte auch ich zuvor noch nicht gesehen. In der ganzen Stadt gab es überall Feuerwerk zu kaufen, und man konnte es ohne weiteres auch mit ins Stadion nehmen – die Feierlichkeiten der Deutschen Einheit hatten halt alle erfasst. Die Fans auf beiden Seiten brannten während des kompletten Spiels ihr Feuerwerk ab.“
Auf dem Spielfeld schafften die Chemnitzer jedoch nicht die erhoffte Wende. Thomas Helmer (24.) und Michael Rummenigge (50.) schossen die Borussen zum verdienten Sieg und rückten in die zweite Runde vor.



