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30.04.2025 - 16.36 Uhr | 1. Mannschaft

Der Bozic-Faktor für Chemnitz – Kämpfer. Torschütze. Identifikationsfigur.

Dejan Bozic hat seinen Vertrag beim Chemnitzer FC verlängert. Eine Entscheidung, die sich nicht nur sportlich, sondern auch emotional richtig anfühlt. Seit seiner Rückkehr im Sommer 2023 hat Bozic gezeigt, wie wichtig er für diese Mannschaft ist – auf dem Platz wie auch daneben als Charakter. In einer Phase, in der sich der Verein bei dem selbst ausgerufenen Neustart erst einmal sortieren musste, war er sofort ein verlässlicher Fixpunkt.

Dann kam die Verletzung – acht Monate Zwangspause. Der 32-Jährige verpasste das komplette erste Halbjahr der Saison. Ein langes Warten auf den Moment, bis er wieder auf dem Rasen stehen konnte. Seit dem Jahresbeginn 2025 ist Bozic zurück – und liefert, als hätte es keine Pause gegeben: 9 Tore in 13 Spielen, dazu zwei Assists und eine Effizienz, mit der er ligaweit zu den stärksten Angreifern zählt. Seine Vertragsverlängerung ist deshalb vor allem eines: ein starkes Zeichen der Kontinuität – für einen Spieler, der längst wieder fester Bestandteil des Chemnitzer Wegs geworden ist.

Ein Rückkehrer mit Vergangenheit – und neuer Präsenz

2018, nach dem Drittligaabstieg des CFC, kam Dejan Bozic – ausgebildet in der Jugend der TSG Hoffenheim – erstmals nach Chemnitz und schlug sofort ein: 21 Tore und neun Vorlagen in 33 Spielen. Am Ende seiner ersten Saison stand die direkte Rückkehr in die 3. Liga. Der CFC war das erste Team, dem dieses Kunststück seit der Regionalliga-Reform 2012 gelang. Seitdem konnte es nur der MSV Duisburg in der aktuellen Spielzeit nachmachen.

Es war das perfekte Sturm-Duo in der Regionalliga. Gemeinsam mit Daniel Frahn (24 Tore, 7 Vorlagen) war die Offensive das Prunkstück dieser Aufstiegsmannschaft. Das alles mit einer Wucht, die beim Gegner Angst und bei den eigenen Fans Euphorie auslöste.

In der 3. Liga konnte er in 29 Einsätzen immerhin fünf Tore und zwei Vorlagen beisteuern, auch wenn ihn Verletzungen ausbremsten. Der CFC stieg wieder ab. Bozic blieb der Liga erhalten und wechselte zum SV Meppen.

Nach einem Jahr als Joker zog er weiter nach Offenbach zurück in die Regionalliga Südwest, in der er bereits für Astoria Walldorf, den SC Freiburg II und TuS Koblenz aktiv war. Auf ein starkes erstes Jahr (32 Spiele, 12 Tore, 9 Vorlagen) folgte ein verletzungsgeplagtes zweites (4 Tore, 2 Vorlagen in 21 Einsätzen).

Als er 2023 ebenfalls angeschlagen zurück nach Chemnitz kam, gab es die Nostalgiker – aber auch die Zweifler im Umfeld des Clubs.

In alleiniger Stürmerrolle beim alten Club

Seit seiner Rückkehr nach Chemnitz im Sommer 2023 hat Dejan Bozic eindrucksvoll gezeigt, dass das mehr war als eine nostalgische Rückholaktion. In seiner ersten Saison nach dem Comeback erzielte er in 27 Ligaeinsätzen starke zwölf Tore und bereitete drei weitere Treffer vor – eine Ausbeute, die ihn in einer Saison, geprägt von Höhen und Tiefen, prompt zum besten Torschützen des CFC machte. Und das ganz ohne seinen ehemaligen Sturmpartner – als alleinige Spitze und Hoffnungsträger, dem die Fans vor jedem Heimspiel bei der Mannschaftsaufstellung liebevoll "Fußballgott" hinterherrufen.

Doch kurz vor dem Saisonende wurde er von einer Adduktorenverletzung gestoppt, die zunächst harmlos wirkte – sich aber zu einer langen Zwangspause entwickelte. Acht Monate fehlte Bozic, kämpfte sich durch Reha, Rückschläge und Zweifel. Es war vor allem die Ungewissheit, wann er denn wieder auf den Platz kann, die diese Situation so schwer machte. Doch er kam zurück – und wie!

Comeback mit Knalleffekt

Seit dem Jahresstart 2025 ist er wieder da – und trifft, als hätte es die Pause nie gegeben. In 13 Ligaspielen erzielte Bozic neun Tore und legte zwei weitere auf. Seine Quote: 0,69 Tore pro Spiel. Ein Spitzenwert und hinter Zehlendorfs Winterneuzugang Bocar Baro (0,73 Tore pro Spiel, 8 Tore in 11 Spielen) aktuell der 2. Platz.

Was seine Leistung noch beeindruckender macht, ist die Effizienz. Bozic gibt im Schnitt nur 2,49 Schüsse pro 90 Minuten ab – ein Wert, der ihn ligaweit auf Rang 61 setzt. Doch genau darin liegt seine Stärke. Er trifft nicht oft, weil er oft schießt. Sondern weil er es dann tut, wenn es zählt. Kaltschnäuzig, effizient, ohne Schnörkel.

"Dass ich nach dreizehn Spielen mit neun Toren und elf Scorerpunkten dastehe, hätte ich mir nicht erträumen können. Das ist überragend. Das ist aber natürlich nicht allein mein Verdienst, sondern auch der der Jungs. Allein könnte ich das gar nicht schaffen", sagt Bozic und lebt damit den Teamgedanken beim CFC vor, den Cheftrainer Benjamin Duda von seiner Mannschaft einfordert.

Bozic spricht nicht über sich – er spricht über "die Jungs". Über das Kollektiv. Über die, die ihm den Weg bereiten. Auch auf dem Feld nimmt er inzwischen immer öfter eine andere Rolle ein. In mehreren Spielen agierte er zuletzt auf der Zehn – nicht, weil er sich ausprobieren will, sondern weil es dem Team hilft.

"Ich habe jetzt mehrfach auf der Zehn gespielt, da so die beiden Jungs vor mir Druck ausüben können und ich dann die zweiten Bälle abnehme. Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Zehn so gut ausfüllen kann, da es eine schwere Position ist. Mir passieren wie jedem anderen immer noch Fehler, aber ich glaube, Stück für Stück finde ich immer besser rein, obwohl ich mich selbst eher als klassischen Mittelstürmer sehe", erklärt Dejan Bozic seine neue Rolle unter Chefcoach Duda. 

Es ist diese Mischung aus Demut und Leistungswille, die ihn in Chemnitz so wertvoll macht. In ihm brennt ein Feuer, weil er den Fußball liebt.

Samstag: "Alle in Weiß" die Vertragsverlängerung feiern – und hoffentlich drei Punkte

Am Samstag kommt Lok Leipzig ins Stadion – An der Gellertstraße. Es ist das letzte große Traditionsduell der Saison – und es könnte für den Gegner zum Titelspiel werden. Aber nicht in unserem Stadion, nicht vor unserer Kurve, nicht mit unserer Mannschaft.

Denn die Fischerwiese wird weiß. "Alle in Weiß" – so lautet das Motto. Ein gemeinsames Signal zwischen Tribüne und Team. Und Bozic? Der ist nicht nur dabei. Er ist mittendrin. 

"Das ist einfach geil! Ich freue mich drauf, wenn sich das ganze Stadion in Weiß hüllt. Ich werde versuchen, ein paar Shirts aus der Kurve heraus für meine Family zu besorgen. Es geht für den Gegner richtig um etwas. Wir können Lok ein Bein stellen und wollen an diesem Tag der Partycrasher für sie sein. Da kommen richtig gute Jungs aus Leipzig – und wir wollen denen zeigen, dass auch in Chemnitz guter Fußball gespielt wird", betont der Publikumsliebling.

Lasst uns das nächste Kapitel schreiben

Dejan Bozic hat über den Sommer hinaus verlängert. Und Chemnitz hat auch in der kommenden Spielzeit einen echten Mittelstürmer in seinen Reihen, der die Werte des Vereins vorlebt und sich mit der Stadt identifiziert. Und vor allem jemanden, der nicht vergessen hat, wie sich das anfühlt, mit dem Chemnitzer FC durch Höhen und Tiefen zu gehen. Dejan Bozic ist ein Typ, der wieder aufsteht, wenn er am Boden liegt, und vorangeht, wenn es darauf ankommt.

Danke, "Botze", dass du mindestens bis 2026 im CFC-Trikot aufläufst!