Der Chemnitzer FC gratuliert Fahnenträger Gerdl zum 65. Geburtstag!
Traditionen sind im Fußball ein unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Stadionerlebnisses. Beim Chemnitzer FC hat Gerdl mit seiner legendären Fahnenrunde vor jedem Heimspiel im Stadion – An der Gellertstraße längst Kultstatus erreicht. Am Dienstag, dem 13. August 2024, feiert der gebürtige Karl-Marx-Städter seinen 65. Geburtstag. Der Chemnitzer FC gratuliert ihm im Namen der gesamten himmelblauen Fußballfamilie herzlich zu seinem Ehrentag.
"Gerdl, seine Fahne und die traditionelle Stadionrunde vor dem Anpfiff, samt Laola-Welle mit der Südkurve, sind seit 13 Jahren untrennbar mit jedem Stadionbesuch beim Chemnitzer FC verbunden. Es sind genau diese kleinen Traditionen, die einen Verein besonders machen. Gerdl ist ein Sympathieträger unter den Fans und ein großartiger Botschafter des Vereins bei unseren Heimspielen. Darüber hinaus engagiert er sich auch in seiner Freizeit für den CFC und hat beispielsweise bei der Gestaltung der Legendenwand selbst Hand angelegt, um die Geschichte der großen Vereinslegenden in die Gegenwart zu bringen. Vor allem wünschen wir dir Gesundheit, Gerdl. Behalte deine Ausdauer, damit wir dich und deine Stadionrunden noch lange auf der Fischerwiese genießen dürfen. Alles erdenklich Gute zu deinem 65. Geburtstag", sagte CFC-Geschäftsführer Uwe Hildebrand.
Gerdls erste Stadionerfahrung liegt mittlerweile 51 Jahre zurück. Als begeisterter Geräteturner des SC Karl-Marx-Stadt besuchte er im Alter von 14 Jahren sein erstes Heimspiel 1973 im alten Ernst-Thälmann-Stadion (heutiges Sportforum), zusammen mit seiner Turnergruppe von der "Kinder- und Jugendsportschule" (KJS) in Chemnitz. Später fanden Spieler wie Rico Steinmann, Hans Richter, Thorsten Bittermann, Thomas Laudeley und Jugendspieler Peter Mäthe einen festen Platz in seinem Fußballherzen.
"An die Europacup-Spiele mit dem FCK erinnere ich mich noch heute gerne. Diese unvergesslichen Fußballfeste in Chemnitz, besonders das Heimspiel 1989 gegen Juventus Turin (0:1) vor fast 30.000 Zuschauern, gehören trotz der knappen Niederlage zu den absoluten Highlights meines Fandaseins", blickt Gerdl auf seine Zeit als leidenschaftlicher Anhänger des CFC zurück.
Zur Saisoneröffnung 2011 gegen den VfL Osnabrück hat Gerdl die Tradition des Fahnenträgers beim CFC wiederaufleben lassen, die einige Jahre pausiert hatte. "Früher ist ein Fan namens 'Leo' irgendwo über den Zaun auf der alten Fischerwiese geklettert und mit seiner Fahne über den Rasen gelaufen. Niemand wusste, wo er starten würde. Das war immer spannend. Diese Tradition ruhte dann einige Jahre, bis 2011 die damalige Fanbeauftragte die Idee hatte, sie wiederzubeleben. Es dauerte nicht lange, bis man auf mich zukam, und ich bin froh, dass es so gekommen ist, denn es macht mir unheimlich viel Spaß, meine Runden vor den Heimspielen zu drehen."
Ursprünglich begann Gerdls Runde im alten Stadion immer an der Eckfahne, wo heute die Anzeigetafel steht. Geplant war eine halbe Runde über das Großfeld, um den Gästeblock auszulassen. Doch irgendwann entschied sich Gerdl, auch den Gästeblock vor dem Spiel zu begrüßen.
"Das Heimspiel im DFB-Pokal 2022 gegen Union Berlin werde ich nie vergessen. Der Gästeblock war bis zum Rand gefüllt, und ich bekam die Anweisung, meine Runde abzukürzen. Doch als ich in die Richtung des Gästeblocks lief, streckten die meisten Unioner schon ihre Hände zur Laola aus. Also ging ich hin, hielt kurz vor dem Gästeblock an, und 90 Prozent der Unioner machten mit. Das war Gänsehaut pur, einfach überwältigend. Die Unioner sind ein fanfreundliches Publikum und erkennen auch die Leistung des Gegners an. So applaudierten sie nach dem Spiel auch unserer Mannschaft für ihren Einsatz", erinnert sich Gerdl an eine seiner außergewöhnlichsten Erfahrungen in den letzten 13 Jahren.
Obwohl Gerdl nun offiziell das Rentenalter erreicht hat, denkt er nicht ans Aufhören. "Ich hinke zwar inzwischen leicht, aber ich werde weitermachen, solange mich meine Beine tragen. Mein Fernziel ist mein 90. Geburtstag – man muss sich ja Ziele im Leben setzen. Ich hoffe, dass die Gesundheit bis dahin mitspielt."
Für die aktuelle Saison wünscht sich Gerdl, dass die CFC-Familie die Mannschaft weiterhin zahlreich unterstützt. Eine Verbesserung von Platz 9 hält er für ein realistisches Ziel. "Diese Saison müssen wir uns weiter stabilisieren, um in den nächsten Jahren wieder oben anzugreifen. Am meisten vermisse ich an der 3. Liga die bundesweiten Auswärtsspiele. Diese Reisen sind etwas Besonderes und schweißen die Fanszene noch enger zusammen", erklärt Gerdl und betont, warum der CFC für ihn so einzigartig ist: "Für mich ist mein Engagement eine Herzensangelegenheit, und der Verein ist für mich wie eine große Familie – mit allen Höhen und Tiefen, die dazugehören. Wenn man mal Sorgen oder Kummer hat, dann ruft man jemanden aus der CFC-Familie an, und schon sieht die Welt wieder anders aus. Das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung über die Spieltage hinaus machen für mich eine echte Fußballfamilie aus."
Was ihm der Verein bedeutet, können seine Geburtstagsgäste an seinem 65. Geburtstag auf seiner Wade bestaunen: Dort prangt ein großes CFC-Logo in Farbe. Mehr Treue und Liebe zu einem Fußballverein geht nicht. Lieber Gerdl, lass dich feiern und genieße deinen Ehrentag. Wir sehen uns beim nächsten Heimspiel am 24. August (13 Uhr) gegen Babelsberg wieder, wenn du, zusammen mit deiner Fahne, einem ausgewählten Fan und dem CFC-Maskottchen Malik, die traditionelle Stadionrunde an der Fischerwiese drehst. Dann werden auch wieder 100 Prozent aller Fans in der Südkurve mitmachen, wenn du deine Hände zur Laola-Welle ausstreckst.



