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30.12.2023 - 16.27 Uhr | 1. Mannschaft

Bezirkshauptstadt, turbulenter Sommer & versöhnlicher Abschluss: Das war das himmelblaue Jahr 2023

Es war kein Jahr für schwache Nerven. Sowohl auf als auch neben dem Platz wechselten sich himmelblaue Höhenflüge mit chaotischen Tiefschlägen ab. Während der Chemnitzer FC optimal in das Jahr 2023 startete und zur Jahresmitte in die Ungewissheit stützte, kehrte am Jahresende trotz sportlicher Kratzer wieder etwas Ruhe ein.

Wir blicken noch einmal gemeinsam in jeden Winkel der abgelaufenen zwölf Monate, bevor auch das Jahr 2023 ad acta gelegt werden kann. Dazu springen wir von Schlagzeile zu Schlagzeile rund um den CFC.

"Türkei oder Tieflandsbucht: So bereiten sich die Regionalligisten vor" - MDR

Genau wie das kommende Jahr lief auch 2023 mit einem Trainingslager in Belek an. Nach einer Trainingswoche in der Chemnitzer Kälte packten Spieler und Trainer die Klamotten und flogen am 11. Januar ins türkische Belek. Nachdem die ersten drei Trainingstage wortwörtlich "ins Wasser fielen" (knapp 45mm Niederschlag), konnte den Rest der Woche trainiert und gespielt werden. Neben einem 1:0-Erfolg gegen den rumänischen Zweitligisten AFC Chindia Targovist, verloren die Himmelblauen nur knapp mit 2:3 gegen den polnischen Dauermeister Legia Warschau. Nach einer Woche ging der Flug zurück in die heimische Kälte.

Wieder angekommen glückte der Start in der Liga. Die zweite Saisonhälfte begann direkt mit einer englischen Woche. Gegen TeBe sprangen drei Punkte heraus (1:0), im Bruno-Plache köpfte Djamal Ziane den späten Lok-Ausgleich nach langer CFC-Führung und den Aufsteiger aus Greifswald bezwangen die Himmelblauen mit 2:0. Sieben Punkte aus drei Spielen standen also auf der Habenseite. Darauf folgte leider eine schwierige Phase mit fünf Niederlagen aus sechs Spielen.

"Sensation im Sachsenpokal: Chemnitzer FC haut Erzgebirge Aue raus" – Freie Presse

Doch der CFC bündelte die Kräfte für das Highlightspiel der Saison: das Sachsenpokal-Viertelfinale gegen den FC Erzgebirge Aue. Dabei brannten die Himmelblauen auf den Rängen und auf dem Rasen ein Feuerwerk ab, das die 14.006 Zuschauer im Stadion – An der Gellertstraße in seinen Bann zog. Vom Anpfiff weg wirkten die Himmelblauen wacher als die Gäste. Bereits nach 28 Sekunden nutzte Furkan Kircicek einen Fehler der Auer Hintermannschaft zur Führung nach Vorarbeit von Stephan Mensah. Nach einer Freistoßflanke von Chris Löwe erhöhte Tim Campulka auf 2:0 (14.). In der Folge kamen die Auer besser ins Spiel, konnten aber kaum Gefahr erzeugen.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie ruhiger. Aue hatte mehr Ballbesitz und Chemnitz konzentrierte sich aufs Kontern. Torhüter Martin Männel hielt seine Elf im Spiel. Nach Löwe-Eckball von rechts und Müller-Kopfball am ersten Pfosten bekam der Auer noch eine Hand dazwischen und rettete (57.). Eine Viertelstunde später köpfte Brügmann zum fast sicheren Tor ein, doch Männel reagierte erneut überragend und lenkte den Kopfball aus sechs Metern Entfernung um den Pfosten herum. Sieben Minuten vor Abpfiff war dann aber jede Gegenwehr gebrochen: Nach fatalem technischem Fehler in der Auer Defensivreihe legte Chris Löwe quer auf Brügmann, der das 3:0 erzielte. Ende April konnte der CFC dann durch ein 1:0 nach Verlängerung beim FC Oberlausitz Neugersdorf den Einzug ins Sachsenpokalfinale perfekt machen. 

"CFC-Paukenschlag vorm Pokalfinale! Polster und Arnold erklären sofortigen Rücktritt" – TAG24

Parallel dazu begannen massive strukturelle Veränderungen hinter den Kulissen des Chemnitzer FC. Nach Berichten verschiedener Medien über mögliche Fehler trat einen Tag vor dem Sachsenpokalfinale am 02. Juni 2023 der gesamte Vorstand rund um die Vorsitzende Romy Polster sowie den Geschäftsführer Marc Arnold zurück. Ungewissheit über die Zukunft des Vereins machte sich sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern des Chemnitzer FC breit.

"Lok Leipzig entthront Titelverteidiger Chemnitzer FC" - MDR

Mit dem Wissen um die Geschehnisse der vergangenen Wochen beendeten Mannschaft und Trainerteam die Regionalligasaison und bereiteten sich auf das Pokalfinale beim 1. FC Lokomotive Leipzig vor. Bereits am letzten Regionalligaspieltag gegen den FC Viktoria Berlin (1:0-Heimsieg) wurden sieben Spieler verabschiedet, deren Verträge aus Gründen der finanziellen Einsparung nicht verlängert wurden. Neben Jakub Jakubov (Greifswalder FC), Felix Brügmann (FC Weiche Flensburg), Dominik Pelivan (Energie Cottbus), Furkan Kircicek (FV Illertissen), Kilian Pagliuca (Alemania Aachen) und Okan Kurt (TuS Dassendorf) auch Lucas Arnold, der Sohn von Ex-Geschäftsführer Marc Arnold.

Auch das Trainerteam wusste nicht, wie es um den Verein und dessen Zukunft steht. Trotzdem bekannten sich Christian Tiffert, Niklas Hoheneder und Paul Küas in dieser Situation zum Verein und stellten sich der Herausforderung. Auf der Gegenseite stand eine Mannschaft von Lokomotive Leipzig, die angepeitscht von 10.700 Fans im heimischen Bruno-Plache-Stadion eine Saison, in der man überraschend Vierter in der Liga wurde, mit dem Sieg im Sachsenpokal krönen wollte. Das erste Highlight steuerte Stephan Mensah mit einem Pfostentreffer bei. Danach wurden die Hausherren stärker und bekamen einen Elfmeter nach Foul an Djamal Ziane zugesprochen. Den setzte Farid Abderrahmane an den Pfosten, doch der Ex-Chemnitzer Riccardo Grym war zur Stelle und verwandelte im Nachsetzten (36.). Auch nach der Pause hielt Lok den Druck hoch, erhöhte durch Dombrowa auf 2:0 (57.) und entschied das Spiel durch Djamal Ziane mit dem 3:0 (64.). Damit war die Saison 2022/23 für den Chemnitzer FC endgültig abgeschlossen. 

"Bozic geht erneut für den Chemnitzer FC auf Torejagd" - MDR

In der Sommerpause verabschiedeten sich neben den bereits angesprochenen Spielern auch Michel Ulrich (ZFC Meuselwitz) und Eigengewächs Tim Campulka (Energie Cottbus). Das stellte das Trainerteam und Neu-Geschäftsführer Uwe Hildebrand vor einen ereignisreichen und herausfordernden Transfersommer. Den Auftakt machte die Rückholaktion von Jan Koch am 03. Juli 2023, bevor Niclas Erlbeck, Nils Lihsek, Leon Ampadu, Felix Müller, Manuel Reutter, Davis Smith und Rückkehrer Dejan Bozic ebenfalls im Juli noch vor Saisonstart verpflichtet wurden. Dazu wurden einige Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft hochgezogen, um die Früchte der guten Nachwuchsarbeit im CFC-NLZ zu ernten. Das Ziel "Klassenerhalt" wurde vor der Saison ausgegeben, um das Spieljahr 2023/24 als Konsolidierungsjahr zu nutzen.

Die Spielzeit 2023/24 startete in der Folge durchwachsen. Im Saisonziel waren Rückschläge jedoch bereits eingepreist. Auf ein achtbares Remis zum Start gegen den FC Carl Zeiss Jena (0:0) folgte ein Tag zum Vergessen bei der zweiten Mannschaft des F.C. Hansa Rostock. Nach früher 1:0-Führung durch Leon Ampadu kam der CFC mit 1:6 unter die Räder. In den nächsten vier Partien sprang nur ein Punkt für die Himmelblauen heraus (Greifswald 1:2, Cottbus 0:2, Babelsberg 0:0, Chemie 0:1), auch aufgrund vieler Verletzungen. Teilweise mussten bis zu zwölf Spieler gleichzeitig pausieren. Vor allem in der Defensive häuften sich die Verletzungen. Dafür stieß am ersten September durch Leon Damer Verstärkung zur Mannschaft, der sich von Drittligist Halle den Himmelblauen anschloss.

"Erleichterung pur - erster CFC-Sieg! Lok im Elferpech" - OstsportTV

Als Brustlöser fungierte dann der erste Saisonsieg beim siebtklassigen SV Merkur 06 Oelsnitz. Aber auch dieses Spiel startete mit einem Wermutstropfen. Nach nur zwei Minuten verletzte sich Manuel Reutter bei einem Laufduell schwer und musste vom Platz getragen werden. In der Folge trat die Tiffert-Elf aber souverän auf und gewann standesgemäß mit 8:0. Am nächsten Wochenende sollte auch der erste Sieg in der Regionalliga Nordost glücken. Zu Gast war der 1. FC Lokomotive Leipzig vor über 7.000 Zuschauern im Stadion – An der Gellertstraße zum vierten Duell im abgelaufenen Kalenderjahr. Nach einer ersten Hälfte, in der die Gastgeber reichlich Druck machten, aber nicht zum Erfolg kamen, erlöste Niclas Erlbeck den CFC per Volley (48.). Mit viel Einsatz, Leidenschaft und Schiedsrichterglück (übersah zwei mögliche Elfmeter für Lok) zitterte sich der CFC zum ersten Saisonsieg und zum ersten Sieg gegen Lok im Kalenderjahr 2023 (zuvor 2:2, 0:3 und 1:1).

In der Folge wechselten sich Niederlagen mit Siegen ab. Es kehrte Konstanz in die Leistungen ein und vor allem zu Hause konnte der CFC Ausrufezeichen setzen mit dem deutlichen Erfolg gegen Hertha II (4:1) und dem Sieg im Schneespiel gegen Überraschungsteam Viktoria Berlin (2:1). Gleichzeitig setzte es aber auch bittere Rückschläge in der Fremde, beispielsweise in Meuselwitz (1:0) trotz 90-minütiger Überlegenheit oder die Last-Minute-Niederlage bei der VSG Altglienicke.

"Akindele schockt Zwickau – Chemnitzer FC gewinnt spät beim FSV" - MDR

Das emotionale Highlightspiel der bisherigen Saison war der Sieg im Bezirksderby gegen den FSV Zwickau vor 7.804 Zuschauern in der GGZ-Arena (1.400 Gästefans). Den Führungstreffer nach nur 120 Sekunden von Lukas Stagge konterte Marc-Philipp Zimmermann nach der Pause per Kopf (58.). Die eingewechselten CFC-Youngster Jannik Wolter und Kingsley Akindele machten an dem Nachmittag den Unterschied. Nach Zuspiel von Wolter vollendete Akindele ins lange Eck und sorgte für Ekstase vor dem CFC-Block (90.+3).  "Brutal. Absolutes Gänsehaut-Feeling. Es gibt glaube ich keinen geileren Sieg, als in der Nachspielzeit zu gewinnen. Dann noch den Jubel vor der Kurve mitzuerleben – Wahnsinn!", so Stagge nach dem Spiel.

"Eine Kombination reicht: Chemnitz rehabilitiert sich und beendet Jenaer Serie" – Kicker

Den größten Rückschlag hingegen erfuhr das Team in Erfurt. Ohne Kapitän Tobias Müller und Toptorschütze Dejan Bozic (beide gelb-gesperrt) ging die Tiffert-Elf nach Doppelschlag durch Felix Müller (3.) und Leon Ampadu (6.) früh mit 2:0 in Führung. Noch vor der Pause glich RWE nach Treffern von Seaton (14.) und Elva (29.) aus. Nach dem Seitenwechsel brachen die Himmelblauen dann gänzlich auseinander und fingen sich noch weitere fünf Gegentreffer. Im letzten Spiel vor der Winterpause war also Wiedergutmachung gefragt - und das auswärts beim zu diesem Zeitpunkt formstärksten Team der Regionalliga Nordost, dem FC Carl Zeiss Jena (zuvor 17 Punkte aus sieben Spielen). Dank einer Koproduktion der beiden Rückkehrer T. Müller als Vorbereiter und Bozic als Vollstrecker glückte die Wiedergutmachung mit einem 1:0-Auswärtserfolg.

Parallel zum Sportlichen fanden in der Adventszeit auch wieder die alljährlichen Weihnachtsbesuche der CFC-Profis bei Schulen in der Region statt (Text inklusive Link zum Video gibt's hier!). Dabei ging es darum, junge Kinder in und um Chemnitz für den Sport und den CFC zu begeistern.

Damit neigt sich erneut ein Jahr dem Ende zu. Die Tiefpunkte zu überwinden und den Weg aus der sportlichen und finanziellen Krise heraus zu ebnen wäre ohne die Beteiligung der Fans, freiwilligen Helfer und Supporter des Vereins nicht möglich gewesen.

Aus diesem Grund bedanken wir uns bei EUCH für die treue Unterstützung in all den großen und kleinen Momenten des Jahres 2023. Lasst uns also auch G-E-M-E-I-N-S-A-M in 2024 gehen und den aktuell eingeschlagenen Weg weiterverfolgen, um im kommenden Jahr an weiteren Höhepunkten zu arbeiten.