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15.07.2025 - 16.20 Uhr | News

„Die Leute hier lieben ihr Bier“ – Willkommen bei den Himmelblauen, Sam!

In der Sommervorbereitung stellen wir euch unsere Neuzugänge in einer kleinen Porträt-Serie vor – so lernt ihr schon vor dem ersten Heimspiel die Jungs besser kennen, die in diesem Sommer neu zur Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda gestoßen sind.

In Folge acht werfen wir den Blick auf einen variablen Mittelfeldspieler mit klaren Vorstellungen, ehrgeizigen Zielen und internationalem Werdegang: Samuel Biven, geboren am 11. Februar 2002 in Atlanta (Georgia), hat über den US-College-Fußball den Sprung nach Europa geschafft – und will sich nun im Trikot des Chemnitzer FC mit der Rückennummer 8 in der Regionalliga Nordost beweisen.

Aus dem heimischen Garten zum Profi-Fußballer

Der heute 23-Jährige kam im Alter von fünf Jahren zum Fußball – seine Leidenschaft begann im heimischen Garten. „Ich habe als Kind stundenlang versucht, die Tricks aus den alten Joga Bonito-Werbespots mit Ronaldinho nachzumachen. Da war für mich klar: Ich will Fußballer werden.“ Besonders die WM 2010 in Südafrika habe ihn endgültig gefesselt.

Biven spielte unter anderem für die Atlanta United Futbol Academy, wo er 2019 die Südost-Meisterschaft gewann. Es folgte ein sportlich wie akademisch geprägter Weg über das Merrimack College (NCAA Division I), wo er in der Saison 2024 als Top-Scorer aus dem zentralen Mittelfeld herausragte. Zuletzt lief er in der USL League Two für die SSA Kings auf, erzielte in zwölf Spielen zwei Tore und bereitete einen Treffer vor. Am Saisonende wurde er zum MVP, also zum Spieler der Saison, gewählt.

Per E-Mail zum Probetraining beim CFC

Sein Weg zum CFC ist besonders – und vor allem selbst erarbeitet. Ohne Spielerberater, ohne große Show – aber mit ganz viel Eigeninitiative bewarb sich Sam Biven direkt per E-Mail beim Chemnitzer FC. Die Nachricht ging an Chris Löwe, den Sportlichen Leiter. Was dann passierte, ist bemerkenswert: Ein junger Spieler aus den USA bewirbt sich höflich, ohne Ansprüche, aber mit echtem Ehrgeiz für ein Probetraining – und überzeugt.

„Ich wollte diese Chance unbedingt“, sagt Sam rückblickend. „Mir war klar, dass ich niemand bin, der sich einfach ins Rampenlicht stellt. Ich wollte durch Leistung und Lernbereitschaft überzeugen – und dafür habe ich mich reingehängt.“ Was für eine Geschichte!

Spätestens beim Midwest Pro Combine 2024, einer Art Sichtungsturnier für Profi-Klubs in den USA, war Biven ohnehin auf dem Zettel vieler Vereine. Dort wurde er unter die elf besten College-Spieler des Landes gewählt – der Schritt über den Atlantik war die logische Konsequenz.

Nummer 8 – und mittendrin

Dass Biven beim CFC die Rückennummer 8 trägt, ist kein Zufall. „Ich bin ein typischer Box-to-Box-Spieler. Ich bringe Energie, arbeite in beide Richtungen, laufe viel, will kreativ sein und meiner Mannschaft helfen. Die 8 passt also perfekt zu mir.“

In seinen ersten Wochen in Chemnitz hat sich der 1,88 Meter große Mittelfeldspieler schnell eingefunden. „Die Jungs haben mich super aufgenommen. Es herrscht ein hoher Trainingsstandard – und ein echter Erfolgshunger im Team. Das gefällt mir sehr.“

Auch abseits des Rasens hat er sich bereits orientiert: „Chemnitz hat eine entspannte Atmosphäre. Ich fühle mich wohl hier – und ich habe sogar schon meinen Lieblingsladen auf der Zwickauer Straße gefunden: JT Burger. Perfekt für einen Cheat Day, um die Seele an einem trainingsfreien Tag baumeln zu lassen.“

Ziele: Ankommen, helfen, wachsen

Die Regionalliga Nordost ist für Sam totales Neuland – und eine Herausforderung zugleich. „Ich möchte mich so schnell wie möglich an das Niveau in der Liga anpassen, meine Rolle im Team finden und dann Energie, Kreativität und Konstanz in mein Spiel bringen“, erklärt der Neuzugang – und steckt sich zugleich ehrgeizige Ziele für seine Premierensaison in Deutschland: „Mein Ziel sind mindestens zehn Scorerpunkte – sei es durch Tore oder Assists. Aber ich möchte durch meine Auslandserfahrung auch als Mensch wachsen, so schnell wie möglich Deutsch lernen und mich weiter in die Kultur hier einleben.“

CFC-Trikot goes to USA

Als ehemaliger College-Spieler weiß Biven, wie man auf den Punkt Leistung bringt – und welchen Weg man dafür gehen muss. Dabei bleibt er bodenständig: „Man muss sich im Leben alles durch harte Arbeit erarbeiten, man bekommt selten etwas geschenkt.“

Auch seine Familie fiebert mit – aus der Ferne: „Ich bin Einzelkind – meine Eltern und Freunde in den USA unterstützen mich total. Wir sind regelmäßig in Kontakt. Alle warten schon auf das neue CFC-Trikot und fragen, wann sie es nach Atlanta geschickt bekommen.“

„Bivs“ mit Biss

Beim Chemnitzer FC wird er meist „Sam“ gerufen – aber einige frühere Mitspieler in den USA nennen ihn auch „Bivs“, kurz für Biven. „Das hat sich einfach eingebürgert“, lacht er. Auf dem Platz will er sich durch Leistung Respekt erarbeiten. Und privat? „Ich genieße es, Neues zu erleben – und ja: Manche Klischees über die Deutschen kann ich schon bestätigen: Die Leute hier lieben ihr Bier!“

Willkommen bei den Himmelblauen, Sam – wir wünschen dir eine erfolgreiche und verletzungsfreie erste Saison in der Regionalliga Nordost! Have a great time in Germany with CFC – and all the best, Sam!