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03.12.2016 - 18.09 Uhr | Vereinsnachrichten

Die Meistersaison zum Nacherleben - Achtelfinale im FDGB-Pokal

Herbstmeister FCK! Seit dem ersten Spieltag in 13 Partien nicht verloren! Zwar hatte man in der Meisterschaft zuletzt nur ein 0:0 (gegen Jena) und ein 1:1 (gegen Chemie Leipzig) geholt, führte aber die Tabelle mit 2 Punkten Vorsprung an. Das letzte Spiel vor der Winterpause sollte das Achtelfinale im FDGB-Pokal sein, welches am 3. Dezember 1966 zur Austragug kam. Das Los wollte es so, dass der FCK gegen den Tabellenzweiten aus Rostock antreten musste, ein echtes Spitzenspiel also. Bereits am 16. November hieß es FCK gegen Hansa, und da siegte der Club mit 2:0 gegen die Mecklenburger. Aber Hansa ließ sich für das Pokalspiel eine andere Taktik einfallen, setzte auf Offensive statt geballter Defensive. Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der Hansa knapp mit 2:1 gewann. FCK-Trainer Scherbaum meinte nach dem Spiel, dass die Partie ebensogut anders herum hätte enden könnte. Zudem musste Scherbaum auf verletzte Stammkräfte wie Kreul, Vogel und Steinmann verzichten. Der FCK flog zwar aus dem FDGB-Pokal, sonnte sich aber in der Wintersonne bis zum Rückrundenstart am 18. Februar 1967 weiter an der Tabellenspitze.

 

Fuwo (06.12.66): Hansa nahm Revanche mit gekonntem Flügelspiel ++ Pfennig trotzte in prächtiger Manier fast ausnahmslos allen FCK-Schüssen

[..] Noch nie hatten die Männer von der Wasserkante Mangel an guten Torhütern. [..] Was ein Pfennig aber wirklich wert ist, erfuhr der FC Hansa jetzt im Pokalspiel beim Meisterschafts-Halbzeitmeister FCK. Dieser Pfennig trotzte in den größten Druckperioden der Gastgeber, der allerdings außer auf Steinmann, A. Müller und Kreul nun auch noch auf Vogel (Leistenzerrung) verzichten mußte, allen Schüssen, Eingaben, Eckbällen in prächtiger Manier. [..] Nur zweimal war er machtlos in diesem Spiel, das dem keineswegs formschwach wirkenden FCK eine klare Feldüberlegenheit, 11:4 Ecken, aber eben nur ein Tor brachte. Einmal mußte der Rostocker Schlußmann hinter sich greifen, als der vielversprechende Debütant Leuschner nach Fehler von Rump mutterseelenallein vor ihm auftauchte, beim zweitenmal, als er im Schußhagel der Karl-Marx-Städter schon zweimal abgewehrt hatte, rettete der unverwüstliche Wruck einen Kopfball Erlers für ihn auf der Linie.

 

An diesem Felsen zerschellten die FCK-Siegeshoffnungen, an ihrem "Ersatz"-Schlußmann richteten sich die Rostocker auf, nachdem es für sie im schwungvollen Karl-Marx-Städter Angriffswirbel schon böse ausgesehen hatte. [..] Unschön in diesem Spiel allein die vielen Meckereien, die Schiedsrichter Männig das Leben schwer machten. Er mußte energischer eingreifen, das aber entschuldigte keineswegs die vielen Sünder (im Drüberhalten, Ellenbogen-Checken oder Von-Hinten-Hineinspringen) in diesem ansonsten so stimmungsvollen Spiel und schon gar nicht jene „Sportfreunde“ unter den Zuschauern, die sich mit „Eierkopf“-Rufen selbst charakterisierten.

(Günter Bonse)

Sportecho: Auf die eigene Kraft besonnen

In 13 Punktspielen blieb der FCK ungeschlagen, im ersten FDGB-Pokaltreffen nach Erringung der Halbzeitmeisterschaft aber passierte es. Ein Rostocker Mannschaft, die sich im Gegensatz zu manchem Auswärtsspiel der jüngsten Zeit nicht auf die Defensive beschränkte, sondern sich auf ihre spielerischen Mittel, kurz, auf die eigene Kraft besann, brach den Bann.  [..] Durch diese aktive Einstellung der Hanseaten sahen die 6000 ein echtes Pokalspiel mit vielen packenden Momenten. [..] „Ein gewiß nicht schlechtes Spiel zwischen dem Ersten und Zweiten, das ebensogut anders herum enden konnte“, meinte FCK-Trainer Horst Scherbaum. In einigen torreifen Situationen zeigte sich aber doch, daß Torjäger Vogel (Leistenzerrung) fehlte. Außer auf den Nationalspieler mußte der FCK auch weiterhin auf die Verletzten Kreul, Albrecht Müller und Steinmann verzichten. [..] Weniger glanzvoll die Art, in der die Tore erzielt wurden. Damit soll nichts gegen das entschlossene Handeln der Torschützen gesagt werden! Aber vor allen bei den ersten beiden Treffern fragten wir uns, ob wohl der Nikolaus drei Tage früher als üblich gekommen sei, so freigebig präsentierten die beiderseitigen Mittelverteidiger ihre Geschenke an die Stürmer.

(Günter Bonse)