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15.10.2016 - 23.20 Uhr | Vereinsnachrichten

Die Meistersaison zum Nacherleben - Pokal Runde 1

Nach dem spannenden Kampf um die Tabellenspitze in der DDR-Oberliga stand mit der 2. Hauptrunde des FDGB-Pokals eine Pflichtaufgabe für die Himmelblauen an. Die Auslosung wollte, dass der FCK nach Cottbus musste. Allerdings nicht zur BSG Energie, sondern zur ASG Vorwärts. Dieser Verein wurde 1955 als "SC Vorwärts der Luftstreitkräfte Cottbus" gegründet und existierte bis 1974. In der Saison 1966-67 spielte der Verein zusammen mit dem Ortsrivalen BSG Energie in der DDR-Liga (Staffel Nord), der zweithöchsten Spielklasse der DDR. Am Saisonende kam die BSG Energie auf dem 3. Platz und die ASG Vorwärts auf dem 5. Platz in der Liga ein. Der FCK tat sich bei den Armee-Fußballern schwer, obwohl Cheftrainer Scherbaum die erfolgreiche Elf vom 2:0-Sieg in Leipzig aufbot. Joachim Posselt erzielte in der Verlängerung das 2:1 und sorgte für das Weiterkommen des Clubs. Aber auch andere Teams taten sich in der 2. Hauptrunde schwer: Dynamo Dresden brauchte in Eisenhüttenstadt wie der FCK die Verlängerung für das siegbringende 2:1, und Wismut Aue flog bei der ASG Vorwärts Leipzig (DDR-Liga) mit 4:1 krachend aus dem Wettbewerb. Die FCK-Anhänger der damaligen Zeit werden darüber ganz gewiss nicht traurig gewesen sein :-)

Fuwo vom 18.10.66:

Offensivgeist triumphierte

Der Kommentar des Cottbuser Trainers Hans-Jürgen Stenzel verdient Beachtung, weil er für die sinnvolle Einstellung des Außenseiters sprach und weil genauso die Vorwärts-Elf über 120 Minuten handelte: "Für uns war von vornherein klar, wir können nur durch ein offensives Spiel eine ansprechende Partie liefern und unsere Pokalchance suchen. So bin ich zufrieden. Und ich hoffe nur, daß wir diese spielerische Steigerung in der Meisterschaft fortsetzen können." Und auch FCK-Cheftrainer Horst Scherbaum lobte, nachdem er die eigene Elf ob zu vieler Dribblings im Mittelfeld und vieler ausgelassener Chancen kritisierte, die respektable Leistung des Ligavertreters: "Vorwärts hat nicht nur gekämpft, sondern auch in den spielerischen Belangen sehr ordentlich mitgehalten.

Das 1:0 gab Cottbus die nötige Sicherheit für seine Aktionen." Die Vorwärts-Elf steigerte sich im Vergleich mit dem Oberliga-Spitzenreiter in eine Form, wie es die eigenen Anhänger in dieser Saison noch nicht erlebten. [..] Beim FCK vermißte man doch ein wenig das kraftvolle, zielgerichtete Spiel der letzten Meisterschaftspartien, obwohl alle Akteure viel in Bewegung waren, [..] und beide Läufer sich geschickt ins Angriffsspiel einschalteten. Nach gut einer Stunde Spielzeit setzte sich die spielerische Reife der Gäste aber doch zusehends durch. [..]

(Wolf Hempel, Fuwo vom 18.10.66)