Die Meistersaison zum Nacherleben - Sptg. 3
Am dritten Spieltag der Saison 1966-67 stand das erste Bezirksderby auf dem Spielplan. Der FCK mußte nach Aue. Eine solche Partie war damals schon brisant und heiß, und zwar aufgrund von sportpolitischen Entscheidungen in der DDR. Bis 1963 gab es einen SC Wismut Karl-Marx-Stadt (der aber in Aue spielte) und einen SC Motor Karl-Marx-Stadt (der bekannte FCK-Vorläufer). Allerdings kam man in der DDR zu der Ansicht, daß pro Bezirk ein "Sportclub" genügt. In Folge dieses Beschlusses wurde der "SC Wismut" aufgelöst und nur noch als zweitrangige BSG Wismut weitergeführt. In der Bezirkshauptstadt hingegen wurde im Sommer 1963 der "SC Karl-Marx-Stadt" aus der Taufe gehoben. Als in dieser Zeit auch noch Dieter Erler, Manfred Hambeck und Albrecht Hüttner von Aue zum neuen SCK wechselten, fühlte man sich im Lößnitztal endgültig schwer benachteiligt. Von diesen Tagen an ist dieses Derby stets mit Knistern in der Luft verbunden. Der FCK holte damals ein anständiges 2:2, wobei nach der 2:0-Führung vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre.
Fuwo vom 16.08.66:
Spielerisch überzeugend, aber im Nutzen der Chancen unkonzentriert
Bei Halbzeit ließen die Wismut-Spieler arg die Köpfe hängen. Und auch Trainer Müller wirkte niedergeschlagen. Verständlich. Keine zwei Minuten war das Spiel alt, als P. Müller den dribbelnden Göcke entgegenschlitterte, neben dem Ball offenbar dessen Knöchel traf. Der herausragende Wismut-Mittelfeldspieler humpelte noch bis zur 22. Minute auf der Rechtsaußenposition umher. Dann brachte man ihn in die Kabine und nach der ärztlichen Untersuchung ins Krankenhaus. "Kapselriß und Bänderriß" ergab die erste Diagnose des Wismut-Arztes. [..] Daß nach diesem Schock das Wismut-Spiel arg zerfahren wirkte, mag verständlich erscheinen [..].
Der Gast nutzte den ungewollten zahlenmäßigen Vorteil dank der ohne Zweifel größeren spielerischen Reife recht eindrucksvoll. Erler, der später zweimal verletzt wurde, führte im Mittelfeld unumschränkt Regie, obgleich sich um ihn nicht nur der zurückbeorderte Einsiedel bemühte. Klasse seine Arbeit am Ball, seine Übersicht und seine Maßvorlagen. Mit Schuster vor allem verstand er sich blendend. Ja, Erler hat auch seine Schußstiefel wieder entdeckt. In der letzten Saison kam er in 26 Spielen auf ganze zwei Treffer. Diesmal hat er diese Ausbeute bereits nach drei Spieltagen erreicht.
Daß der FCK trotz zahlenmäßiger und spielerischer Überlegenheit mit einem Remis noch zufrieden sein mußte, ging auf das Konto einer gewissen Lässigkeit (Vogel in zwingenden Torsituationen) und Leichtfertigkeit (engere Abwehr).
(Quelle: Horst Friedemann)
Den Spielverlauf gibt es <link http: www.chemnitzerfc.de cfc teams spielplan external-link-new-window external link in new>hier nochmals im Spielbericht.



