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23.09.2016 - 23.59 Uhr | Vereinsnachrichten

Die Meistersaison zum Nacherleben - Sptg. 6

Nach dem 5. Spieltag (HFC - FCK 0:0) legte die DDR-Oberliga eine Spielpause von nahezu unglaublichen vier Wochen ein. Grund dafür war die Standortbestimmung der Auswahlmannschaften (Nationalelf, Olympiaauswahl, Nachwuchs-Nationalmannschaft), auf die in der DDR - nach der verpassten WM 1966 in England – sehr viel Wert gelegt wurde. Die Nationalmannschaft siegte z.B. in Karl-Marx-Stadt gegen Ägypten mit 6:0 (2:0, 3:0 Erler, 4:0 Vogel), gegen Polen mit 2:0 (1:0 Erler) und auch Rumänien wurde mit 2:0 besiegt. Stets mit dabei waren vom FCK die Spieler Dieter Erler und Eberhard Vogel. In der Oberliga ging es am 24. September weiter, und zwar mit der Partie des Tabellenvierten (FCK) gegen den Tabellensechsten (SGD). 13.000 Zuschauer sahen auf der Fischerwiese einen energisch stürmenden FCK, gegen den die Dresdner kaum ein Mittel fanden. Laut Spielbericht der Fuwo ergingen sich die Gäste angesichts des klaren Spielstandes in einigen Frustfouls - wie man das heute nennen würde. Nach dem klaren 4:1 sonnte sich der FCK auf dem 3. Tabellenplatz (9 Punkte) und hatte nur noch Lok Leipzig (ebenfalls 9 Punkte) und Hansa Rostock (10 Punkte) in der Tabelle vor sich. Und das nächste Auswärtsspiel sollte den Club am 7. Spieltag zu den Leipziger Eisenbahnern führen...

Fuwo vom 27.09.66:

Offensiver Gastgeber suchte ständig das Spiel

Die vierwöchige Meisterschaftspause hat der FCK offensichtlich blendend überstanden. Die Elf hinterließ jedenfalls spielerisch wie auch konditionell einen famosen Eindruck und bot eine ausgeprägte Mannschaftsleistung sehr modernen Zuschnitts. „Wir richteten unser besonderes Augenmerk auf die spielerischen Elemente, und dabei vergaß dennoch keiner, in irgendeiner Spielphase zu kämpfen“, bemerkte erfreut Trainer Horst Scherbaum. Was die Gastgeber so stark machte, war die Tatsache, daß jeder einzelne (wenn auch verständlicherweise mit unterschiedlicher Wirkung) sein Können, seine Stärken in den Dienst des mannschaftlichen Zusammenwirkens zu stellen wußte. Da suchten alle das Spiel, wurden, sobald die Dresdner in Ballbesitz waren, zu Abwehrakteuren, die Stürmer zu den ersten Zerstörern. [..]

Lienemann, Erler, Steinmann (hielt mit einer Kopfplatzwunde energiegeladen durch) stifteten in der nicht wendig, schnell genug wirkenden Dynamo-Abwehr immer wieder helle Aufregung, und dann stießen aus dem Hinterhalt A. Müller, Posselt, Schuster geschickt nach vorn. So retteten sich einige Dresdner oftmals mit unschönen Fouls (Ziegler, Pfeifer), gab es einige häßliche Revancheakte (so Kreul an Kreische, wofür überhaupt?), die dem tempoerfüllten Treffen unerfreuliche Begleiterscheinungen waren. Die Elbestädter hatten diesmal in allen Mannschaftsteilen dem FCK nichts Gleichwertiges entgegenzuhalten. [..]

(Wolf Hempel)