Die Meistersaison zum Nacherleben - Sptg. 7
Nach dem 6. Spieltag ergab sich für den FCK eine interessante Konstellation in der Oberligatabelle. Der Club lag auf dem 3. Platz, punktgleich mit dem 1. FC Lok Leipzig, der nur durch das bessere Torverhältnis vor dem FCK auf Platz 2 stand. Und am 7. Spieltag hieß es: Lok Leipzig gegen den FC Karl-Marx-Stadt! Würden die Himmelblauen einen Auswärtssieg in Probstheida schaffen, würde man in der Tabelle auf jeden Fall auf den zweiten Rang nach oben rücken. Spitzenreiter Rostock (10 Punkte) war beim Tabellenletzten Lok Stendal zu Gast - eigentlich eine klare Sache, aber vielleicht gab es dort ja eine Überraschung! Am Ende lief der Spieltag perfekt für die Elf von Trainer Horst Scherbaum. Der FCK führte Lok Leipzig auf dem eigenen Rasen in Probstheida regelrecht vor und siegte mit viel Lob von der Fachpresse mit 2:0 durch Tore von Eberhard Schuster und Joachim Posselt. Und in Stendal gelang der Clou des Tages - Spitzenreiter Hansa Rostock vergeigte die Partie beim Letzten mit 0:1. Der Club sprang damit an die Tabellenspitze (11 Punkte), gefolgt vom amtierenden Meister Vorwärts Berlin und Carl Zeiss Jena (jeweils 10). Diese Tabellenführung gab der FCK bis zum Saisonende nicht mehr ab, auch wenn das damals, am 7. Spieltag, überhaupt noch nicht zu erahnen war.
Fuwo vom 04.10.66:
FCK erteilte Lok eine deutliche Abfuhr
Wer hätte wohl vor dieser Spitzenbegegnung schon daran gedacht, daß die Leipziger, die zu unseren technisch befähigsten Vertretungen zählen, solch eine unfreiwillige Lektion in ihrem ureigensten Metier erteilt bekommen würden? Denn wie die Männer um Erler nach der spielerisch gutklassigen ersten Halbzeit sich noch zu steigern vermochten, das war schon imponierend. Schon in der ersten Hälfte schlugen sie die technisch feinere Klinge, selbst die Youngster Posselt, P. Müller und Lienemann spielten frech und selbstbewußt wie alte Routiniers, und durch Steinmann, der von Schuster uneigennützig drei Meter vor dem Leipziger Gehäuse freigespielt wurde, hatten sie neben zwei, drei anderen Chancen eine Riesenmöglichkeit. [..]
Da Drößler durch die Manndeckung gegen Lienemann [..] nichts für den Aufbau im Mittelfeld tun konnte, und Zerbe und Trölitzsch dazu einfach nicht in der Lage waren, hingen Frenzel und Engelhardt, die bei Feister und P. Müller ohnehin in guter Obhut waren, fast völlig in der Luft und erzielten keine Wirkung. [..] Anders dagegen die Gäste. Durch die inkonsequente Deckungsarbeit der Lok-Abwehr taten sich für die quirligen Schuster, Lienemann und Vogel weite Räume auf. Von Erler und dem nach der Pause mit nach vorn gehenden A. Müller immer wieder angespielt, waren die Tore nur noch eine Frage der Zeit. Wie diese Treffer dann jeweils nach wundervollen Kombinationen, bei denen jedesmal Lienemann den letzten entscheidenden Paß gab, herausgespielt wurden, war sehenswert.
(Klaus Thiemann, Fuwo vom 04.10.66)



