Mit Rückenwind auf die Glaserkuppe
Am Sonntagnachmittag ab 13.30 Uhr spielen die Himmelblauen in der bluechip-Arena beim Tabellenelften aus Meuselwitz. Nach dem deutlichen Heimsieg gegen die Hertha-Bubis am letzten Wochenende soll nun der nächste Schritt folgen, um sich ein Polster auf die gefährlichen Plätze in der Tabelle zu erspielen.
Gegner: Aufsteigende Form bei der "grauen Maus"
Der ZFC Meuselwitz hat sich zu einer Konstante der Regionalliga Nordost entwickelt. Seit dem Aufstieg vor mittlerweile vierzehn Jahren bewegte sich das Team immer zwischen Platz 7 und Platz 15. Nur einmal rutschten die Zipsendorfer ab und entgingen in der Saison 2020/21 auf dem 17. Platz (damals noch zwanzig Teams in der Regionalliga Nordost) nur haarscharf dem Abstieg. Das untermauert auch der 7. Platz in der "ewigen Tabelle" der Regionalliga Nordost seit der Reform 2012, also nach Neueinteilung der Ligen in fünf anstatt zuvor drei Staffeln.
Konstanz auf der Trainerbank sucht man hingegen vergebens. Seit Amtsende des langjährigen Cheftrainers Heiko Weber im Juni 2020 nahmen bereits sechs Trainer (darunter auch ein zweites Mal Heiko Weber) auf der Heimbank in der bluechip-Arena Platz. Aktuell besetzt diese Position Georg-Martin Leopold, den man vor der Saison aus dem Nachwuchs des SV Darmstadt 98 loseisen konnte. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten (fünf Punkte aus den ersten sechs Partien) stabilisierte sich seine Mannschaft und holte zuletzt aus drei Spielen sieben Punkte. Somit haben sich die Meuselwitzer bereits ein kleines Polster auf die potenziellen Abstiegsplätze aufgebaut und hoffen, dieses Jahr nicht so lang zittern zu müssen wie in der vergangenen Saison, als man sich aufgrund des Nicht-Abstiegs des Halleschen FC (3. Liga) retten konnte. In diesem Jahr stehen die Thüringer auf Platz elf mit 18 Punkten bei fünf Siegen, fünf Niederlagen und drei Remis mit einer Tordifferenz von 21:21. Der ZFC wirkt ein wenig wie die "graue Maus" der Regionalliga Nordost.
Taktik: Mutig mit dem nötigen Pragmatismus
So "grau", wie es auf den ersten Blick wirkt, spielen die Thüringer nicht. Trainer Leopold versucht nach und nach seine eigene Handschrift zu implementieren und dem ZFC so eine neue fußballerische Identität zu verpassen und so das Image der "grauen Maus" abzuschütteln. Dabei schreckt er aber auch nicht vor einem gewissen Pragmatismus zurück. Die Zipsendorfer spielen die zweitwenigsten Pässe der gesamten Liga (3950 Pässe, Hansa II auf Platz eins hat fast 3000 Pässe mehr) nicht zuletzt aufgrund der starken Vertikalität (aggressives Passspiel nach vorn) im Angriffsspiel. Der ZFC versucht nach Ballgewinn möglichst schnell in die Spitze zu spielen, um die Zeit von Balleroberung bis Torabschluss zu minimieren und den Gegner nicht erst wieder in eine defensive Ordnung zurückkehren zu lassen (nach der Schule von RB Leipzig).
Dabei schreckt Leopolds Team auch nicht vor dem langen Ball zurück, den einer der beiden Stürmer festmachen und ablegen sollen. Diese Spielweise erklärt auch die miserable Passquote von 71,9 % (Platz 17). Befindet sich der Ball dann in der Spitze, lässt sich Vereinslegende Andy Trübenbach (seit 2015 im Verein) gern etwas fallen, um den entstandenen Raum vor der gegnerischen Abwehrkette zu nutzen und ins Eins-gegen-eins gegen einen Verteidiger zu ziehen oder einen weiteren Ball hinter die Abwehrkette auf einen Flügelspieler zu spielen. So entstehen viele Abschlusssituationen (61 Schüsse aufs Tor, Platz 6), die dann vor allem Trübenbach selbst (4 Tore) oder der Ex-Chemnitzer Florian Hansch (5 Tore) ausnutzen. Eine weitere Stärke der Meuselwitzer und wichtiger Teil ihres Spiels ist der ruhende Ball. Vor allem bei Eckbällen und Halbfeldfreistößen sind sie gefährlich und setzen sich immer wieder in Kopfballduellen durch.
Defensiv steht der ZFC in zwei dicht gestaffelten Viererketten mit zwei Stürmern davor. Dabei ergibt sich häufig Platz zwischen den beiden Viererketten im Raum vor der Abwehr. Stürmer, die sich etwas fallen lassen, können diesen Platz bespielen und entweder selbst abschließen oder sich in den Strafraum kombinieren. Noch stärker tritt das im Konter des Gegners auf. Hier brauchen die Meuselwitzer teilweise zu lang, um die Formation wieder zu finden. Außerdem gehören Standards trotz der eigenen Offensivstärke zu den defensiven Schwächen des Teams. Häufig stimmt die Zuteilung nicht und einer der gegnerischen Stürmer steht frei im Strafraum.
Voraussichtliche Aufstellung ZFC Meuselwitz: Sedlack - Raithel, Schmökel, Miatke, Bock - Fischer, Kadric, Eckhardt, Hansch - Trübenbach (C), Ulrich (4 - 4 - 2)
Die letzten 5 Partien
Regionalliga Nordost | 13. Spieltag | VSG Altglienicke – ZFC Meuselwitz 2:3 (1:2)
Regionalliga Nordost | 12. Spieltag | ZFC Meuselwitz – FSV Zwickau 1:0 (0:0)
Regionalliga Nordost | 11. Spieltag | Berliner AK 07 – ZFC Meuselwitz 1:1 (1:0)
Regionalliga Nordost | 10. Spieltag | ZFC Meuselwitz – BSG Chemie Leipzig 2:4 (2:1)
Thüringen-Pokal | Achtelfinale | BSG Chemie Kahla – ZFC Meuselwitz 0:9 (0:4)
Stimmen: "Punkteausbeute ist gut"
Christian Tiffert (Cheftrainer des Chemnitzer FC): "Die Bilanz hört sich gut an, wenn man bedenkt, dass wir am Anfang Zeit gebraucht haben, um Siege einzufahren. Die Punkteausbeute der letzten Spiele ist gut." – Pressekonferenz vom 10.11.2023
Personal: Birke-Ausfall, Doppelpacker fraglich, Erlbeck-Rückkehr
Neben den bekannten Langzeitverletzten fällt Keeper Stanley Birke am Wochenende aus. Das bedeutet, dass Clemens Boldt oder David Wunsch am Wochenende zwischen den Pfosten stehen. Außerdem ist ein Einsatz von Hertha-Doppelpacker Dejan Bozic aufgrund einer Prellung aktuell noch fraglich. Vor einer Rückkehr in den Kader steht unterdessen Niclas Erlbeck nach seiner abgesessenen Rot-Sperre aus dem Spiel gegen den BFC Dynamo.
Bilanz: CFC liegt deutlich vorn
Bereits vierzehnmal trafen die beiden Teams in der Regionalliga aufeinander. Die Zahlen kennen dabei einen klaren Favoriten: Die Himmelblauen konnten bisher ganze neun Partien für sich entscheiden, trennten sich viermal Remis und verloren einmal bei einer Tordifferenz von 34:11. Das letzte Aufeinandertreffen konnte der CFC mit 3:0 in Meuselwitz gewinnen. Der letzte und einzige Meuselwitzer Erfolg liegt dabei schon eine ganze Weile zurück. Im Oktober 2009 schlugen die Zipsendorfer die Chemnitzer Jungs mit 3:1. Schiedsrichter der damaligen Partie war der heutige Bundesligaschiedsrichter und "kicker Schiedsrichter der Saison 2019/20" Deniz Aytekin.
Schiedsrichter: Tim Kohnert aus Ballenstedt
Der Schiedsrichter am kommenden Wochenende heißt natürlich nicht Deniz Aytekin, sondern Tim Kohnert. Der 33-Jährige kann bereits 53 Regionalligaspiele vorweisen, in denen er im Schnitt rund vier Gelbe Karten zeigte, bei insgesamt zehn Platzverweisen. In dieser Saison legt er einen deutlich höheren Schnitt auf, denn in vier Regionalligaspielen verteilte er ganze sieben Gelbe Karten pro Partie. Unterstützung an der Seitenlinie erhält Kohnert von Hendrik Miekautsch (26) und Franz Unger (35).
Tickets: Online und an den Tageskassen
Tickets für die Partie sind an den Gäste-Tageskassen erhältlich, solange das Kontingent nicht erschöpft ist. Tickets kosten für Vollzahler 14,00 Euro und Ermäßigte 11,00 Euro.
Übertragung: MDR-Livestream und CFC-Liveticker
Das Regionalliga-Spiel unserer Himmelblauen wird im Livestream übertragen (Hier klicken!). Außerdem ist das himmelblaue Medienteam für euch unterwegs und berichtet live aus der bluechip-Arena. Ihr könnt die Partie im Liveticker auf unserer Website oder auf Twitter mitverfolgen.



