Eigentor, Ausgleich, fehlende Effektivität – CFC lässt zwei Punkte in Plauen liegen
Am 29. Spieltag ging es für die Himmelblauen ins rund 80 Kilometer entfernte Vogtlandstadion – begleitet von knapp 1.000 CFC-Fans, die sowohl optisch als auch akustisch für einen starken Auswärtssupport sorgten. Der Chemnitzer FC trat vor insgesamt 2.115 Zuschauern beim Tabellenletzten VFC Plauen an, der seit 15 Spieltagen auf einen Sieg wartete und in diesem Zeitraum überhaupt nur zwei Punkte auf seinem Konto verbuchen konnte. Am Ende stand eine Punkteteilung, weil die Chemnitzer ihre eigenen Chancen nicht nutzen konnten und defensiv zu viel anboten.
Cheftrainer Benjamin Duda hatte im Vorfeld der Partie nochmals explizit vor dem angeschlagenen Gegner gewarnt. So sorgte er aufgrund der Belastungen der Englischen Woche schon vor dem Anpfiff für frische Impulse – und das gleich fünffach: Ole Schiebold, Roman Eppendorfer, Tom Baumgart, Fynn Seidel und Luis Fischer ersetzten Felix Müller, Anton Rücker, Tobias Müller, Artur Mergel und Jong-min Seo.
Himmelblaue tun sich gegen robuste Plauener schwer
Die vielen Wechsel zeigten bei sommerlichen Temperaturen Mitte April von 20 Grad Schwierigkeiten in der neuen Zusammenstellung auf, denn die Chemnitzer taten sich zunächst sichtlich schwer, die richtige Abstimmung im Zusammenspiel der Mannschaftsteile zu finden. Vor allem das geradlinige Offensivspiel der Duda-Schützlinge verpuffte in den ersten 20 Spielminuten an zu vielen Ungenauigkeiten.
So kam der Tabellenletzte in der 5. Spielminute zur ersten Chance im Spiel. Robert Zickert ging an der Strafraumgrenze etwas ungestüm zu Werke, was den Vogtländern einen Freistoß in gefährlicher Position einbrachte. Toptorschütze Johan Martynets versuchte es aus zentraler Position mit einem satten Flachschuss, den Daniel Adamczyk nur nach vorn abklatschen lassen konnte. Aber auch beim zweiten Abschlussversuch der Plauener im Nachfassen war der CFC-Torwart hellwach.
Damer sorgt für erste Ausrufezeichen
In der 25. Spielminute musste Cheftrainer Benjamin Duda erstmals verletzungsbedingt wechseln: Artur Mergel ersetzte den am linken Oberschenkel angeschlagenen Luis Fischer früh in der Partie.
Es dauerte noch ein paar Minuten, bis der CFC das erste Mal zwingend vor dem gegnerischen Tor in Erscheinung trat.
Es war Leon Damer, der in der 32. und 34. Spielminute die ersten beiden Ausrufezeichen für die Himmelblauen setzte. Sein erster Schussversuch ging noch über das Tor. Dann – nach schönem Zusammenspiel mit Niclas Walther über die linke Seite – ein starker Abschluss in Richtung Torknick, doch Jakob Pieles brachte gerade noch die Hände an den Ball. Auch der anschließende Eckball brachte Gefahr, doch kein CFC-Bein konnte den Ball aus fünf Metern im Gewühl über die Linie drücken.
Das Spiel war in der ersten Halbzeit insgesamt von viel Leerlauf geprägt. Den Zuschauern präsentierte sich eine Partie, die sich überwiegend zwischen den Strafräumen abspielte. Die Gastgeber machten es dem CFC durch ihre körperliche Spielweise schwer. Die einzige echte Torgefahr im ersten Durchgang blieb der Martynets-Freistoß nach fünf Minuten – so ging es torlos in die Kabine.
Eigentor bringt Gastgeber in Führung
In der 51. Spielminute wurde Artur Mergel durch eine schöne Weiterleitung freigespielt. Der 28-Jährige wirkte dabei sichtlich überrascht, wie viel Platz er plötzlich hatte – und zögerte einen Moment zu lang, ehe er versuchte, Pieles mit einem Lupfer zu überwinden. Der Plauener Schlussmann riss im richtigen Moment die Arme hoch und vereitelte so die Großchance zur CFC-Führung.
Nur vier Minuten später dann die große Gelegenheit auf der Gegenseite: Lucas Will kam nach einer Flanke frei zum Kopfball, setzte den Ball aus kurzer Distanz jedoch am Tor vorbei.
Noch in der selben Minute wurde Max Winter von Schiebold bei einem Klärungsversuch angeschossen und nahm den Ball dadurch mit. Frei vor Adamczyk legte er den Ball am Keeper vorbei und Zickert landete beim Rettungsversuch mit Ball im Tor – die kalte Dusche für den CFC.
Doppelschlag? Fast! Der CFC kommt zurück
Nach dem Rückstand musste sich der CFC erst kurz schütteln, um wieder in die Spur zu finden. In der 66. Spielminute setzte Dejan Bozic ein echtes Ausrufezeichen, als er aus dem Mittelfeld heraus mustergültig auf Fynn Seidel durchsteckte. Der 21-Jährige tauchte völlig frei vor dem Plauener Tor auf, blieb eiskalt und schob den Ball flach zum 1:1-Ausgleich ins Netz.
Nur Sekunden später die Riesenchance zur Führung: Der gerade eingewechselte Seo zog nach einem Dribbling zentral ab, Pieles konnte den Ball nicht festhalten – und plötzlich lag das Spielgerät Leon Damer direkt vor den Füßen. Doch der Offensivmann jagte den Ball aus kurzer Distanz knapp über die Latte. Das war die Möglichkeit, die Partie innerhalb von zwei Minuten komplett zu drehen.
Fortan übernahm der CFC die Spielkontrolle, entwickelte auch im Offensivspiel mehr Wucht nach vorn und kam zu mehreren Gelegenheiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Seo und Baumgart hatten in der 82. Spielminute das zweite Tor für Himmelblau auf dem Fuß, aber Pieles konnte zweimal parieren.
In der Schlussphase warf der CFC alles nach vorn. Bozic traf in der 87. Minute nach einer Hereingabe von rechts nur das Außennetz. Dann häuften sich kleinere Fouls, Standards und Unterbrechungen – das Spiel blieb zerfahren. Auch in der langen Nachspielzeit ergab sich aus einigen aussichtsreichen Konterchancen keine konkrete Gefahr, um das Spiel aus Sicht des CFC noch zu drehen.
Unter dem Strich steht ein 1:1 beim Schlusslicht zum Abschluss eine ungeschlagenen Englischen Woche. Sechzig Minuten brauchten die Chemnitzer, um im Spiel anzukommen. Das war zu lang! Trotz dessen gab es genügend Möglichkeiten dieses Spiel zu entscheiden. Das Manko bleibt die Coolness vor dem gegnerischen Tor.
Blick nach vorn: Traditionsduell am Ostersonntag
Der CFC hat nun eine volle Trainingswoche vor sich, um sich gezielt auf das nächste Heimspiel vorzubereiten. Am Ostersonntag steigt ab 14 Uhr das Traditionsduell gegen den FC Rot-Weiß Erfurt im Stadion – An der Gellertstraße. Der VFC Plauen ist bereits einen Tag früher gefordert und empfängt am Samstag im Vogtlandstadion den FSV 63 Luckenwalde.
VFC Plauen – Chemnitzer FC 1:1 (0:0)
VFC: Pieles 12 – Heinrich 4 (C) (85. Gerstmayer 39), Fischer 25, Tanriver 5, Jusic 3 – Martynets 9, Limmer 8, Träger 6, Riedl 21 – Will 18 (71. Akindele 19), Winter 10 (83. Hetzsch 14)
CFC: Adamczyk 1 – Walther 4, Schiebold 19, Zickert 21 (C), Reutter 16 (90. F. Müller 23) – Seidel 7 (64. Seo 14), Eppendorfer 25 (64. T. Müller 38), Baumgart 29 – Fischer 27 (25. Mergel 10), Bozic 33, Damer 13 (90. Karimani 18)
Tore: 1:0 Zickert ET (55.), 1:1 Seidel (64.)
Zuschauer: 2.115



