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25.03.2025 - 18.27 Uhr | 1. Mannschaft

Ein Rückblick auf die Pokalsaison: Lieber Sachsenpokal, wir kommen wieder!

Nach der brutalen Landung auf dem kalten Boden der Realität ist es im Fußball wichtig, als Team zusammenzuhalten, wieder aufzustehen und den Blick nach vorne zu richten. Was am Samstag passiert ist, lässt sich nicht ändern – aber die Pokalsaison des Chemnitzer FC war weit mehr als dieser eine Samstag.

Magische Momente und große Gegner

Die Pokalsaison war eine Reise, die Chemnitz bewegt hat. Mit großen Gegnern, magischen Momenten und emotionalen Abenden. Ein Chemnitzer Stadion, das seit Jahren nicht mehr so voll war wie an jenem 22. März 2025 gegen den FC Erzgebirge.

Wer ein Ticket für den Sachsenpokal buchte, erlebte mehr als 90 Minuten Fußball. Es gab Gänsehaut, Nervenkitzel und das Gefühl, Teil von etwas Besonderem zu sein. Die unvergesslichen Momente wie der Sensationssieg gegen Dynamo Dresden oder das ausverkaufte Stadion beim Bezirksderby gegen Aue werden bleiben.

Aus Schmerz wächst Erkenntnis

Trotz des Ausscheidens und der Enttäuschung vom vergangenen Samstag möchten wir noch einmal zurückblicken: Was war gut? Wo können wir uns verbessern, um in der kommenden Saison die große Mission "13. Sachsenpokal-Titel" anzugehen? Wenn Mannschaft, Trainerteam und Verein an der schmerzhaften Niederlage vom Samstag wachsen, kann diese Erfahrung für die Zukunft des Vereins noch wertvoll sein.

Der Weg begann am 7. September in Irfersgrün – bei Spätsommerwetter und mit frischem Mut. Nach der Trennung von Cheftrainer Christian Tiffert übernahm Co-Trainer Niklas Hoheneder zusammen mit Torwarttrainer Patrik Brencic die Verantwortung im ersten Sachsenpokalspiel der Saison für den CFC – und die Himmelblauen lieferten ab.

Mit 6:0 besiegten die Chemnitzer den BSV Irfersgrün (Landesklasse, 7. Liga), wobei fünf der sechs Tore kurioserweise per Kopf fielen. Felix Müller schnürte einen Dreierpack, und auch die Sommerneuzugänge Louis Malina und Artur Mergel trugen sich erstmals in die Torschützenliste ein.

Der souveräne Sieg des Favoriten war an diesem Tag mehr als ein Befreiungsschlag – er markierte den ersten Pflichtspielsieg nach fünf Niederlagen in Serie für den CFC und war im Rückblick der Startpunkt für einen erfolgreichen sportlichen Neuanfang mitten in der Saison.

Als Dynamo Dresden für die dritte Pokalrunde gezogen wurde, hielt ganz Chemnitz den Atem an. Ein Heimspiel gegen den großen Ost-Klub, vor vollen Rängen und mit einer Mannschaft, die unter Cheftrainer Benjamin Duda gerade ihren Weg aus dem Tabellenkeller der Regionalliga fand – Emotionen waren garantiert.

Am 12. Oktober war es dann so weit: Die beste Drittliga-Mannschaft war vor 10.429 Zuschauern in Chemnitz zu Gast – Gänsehautstimmung an der Gellertstraße. Ein frühes Traumtor von Dynamos Aljaz Casar brachte den Rückstand, doch Niclas Erlbeck glich nach einer Ecke aus – das Stadion kochte.

Stadionsprecher Olaf Kadner heizte den 10.000 CFC-Fans mit seinen pointierten Durchsagen lautstark zusätzlich ein, und die Duda-Elf wuchs in einem epischen Kampf von Minute zu Minute über sich hinaus.

Ein Spiel für die Ewigkeit

Im zweiten Durchgang drückte der CFC lange gegen den Favoriten, belohnte sich jedoch erst in der Verlängerung: Roman Eppendorfer leitete zunächst artistisch ein Eigentor ein, ehe Luis Fischer nach Vorarbeit von Ephraim Eshele den 3:1-Endstand erzielte und die Fischerwiese endgültig zum Beben brachte.

Das Ergebnis war ein echtes Ausrufezeichen, die Art und Weise des Zustandekommens noch beeindruckender. Der Pokal zeigte mal wieder seine ganze Magie – und Chemnitz war an diesem Tag mittendrin.

"Wir haben in der Analyse ein paar Dinge erkannt, die Dynamo gern macht. Wir wollten uns auf keinen Fall verstecken und konnten sie trotz ihrer spielerischen Qualität unter Druck setzen", fasste Co-Trainer Niklas Hoheneder die Pokalsensation nach Abpfiff am ClubTV-Mikrofon zusammen.

Ein Sieg gegen Dresden, ein echtes Statement für die Fußball-Region Chemnitz. Ein Pokaltag für die Geschichtsbücher, der die Chemnitzer Fußballseele gestreichelt hat und allen gezeigt hat, was in dieser fußballbegeisterten Stadt möglich ist.

Im Achtelfinale ging es diesmal nach Dresden, wo der Dresdner SC (6. Liga) im frisch umgebauten Heinz-Steyer-Stadion wartete – ein neuer Ground für die Chemnitzer.

Die Kulisse bot an diesem Abend einen tollen Rahmen für den Pokalfight: eine beeindruckende Lichtershow der Highend-Flutlichtanlage und 2.700 Zuschauer, die der Partie eine besondere Note verliehen. Bei dieser Atmosphäre war kaum vorstellbar, dass in der modernen Leichtathletik-Arena normalerweise Landesliga-Partien ausgetragen werden. Nur die improvisierte Anzeigetafel (die beim Neubau des Stadions vergessen wurde) erinnerte daran, dass man es hier mit einem Sechstligisten zu tun hatte.

1.000 CFC-Fans müssen lange zittern

Die Chemnitzer taten sich als Favoriten an diesem Pokalabend lange schwer. Trotz der frühen Führung durch ein Eigentor des Dresdner Kapitäns Dzenan Hot und der Unterstützung von rund 1.000 Auswärtsfans musste die Duda-Elf überraschend lange zittern. Doch im zweiten Durchgang drehte Leon Damer auf und schnürte einen Doppelpack, der den 3:0-Sieg sicherte. Auch wenn die Leistung nicht glänzte, war der Sieg verdient und ein weiteres Kapitel auf dem Weg zum großen Ziel.

Großer Derby-Tag endet mit sportlicher Enttäuschung

Als die Auslosung das Viertelfinal-Derby gegen den FC Erzgebirge Aue ergab, war sofort klar: Dieser Tag gegen den ewigen Rivalen aus dem ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt würde unvergesslich. Bereits Wochen vor dem Anstoß war das Chemnitzer Stadion restlos ausverkauft – erstmals seit dem DFB-Pokalspiel gegen Bayern München 2017. Am Ende sorgten 14.812 Zuschauer, darunter etwa 2.000 Gäste aus Aue, für eine Atmosphäre, wie sie Chemnitz lange nicht erlebt hatte. Das Spiel? Voller Energie, Kampf, Krampf und großer Emotionen.

Fußballbegeisterte Stimmung in der ganzen Stadt

An diesem Tag herrschte in Chemnitz eine fußballbegeisterte Stimmung, die an die großen Fußballtage der Vergangenheit erinnerte. Überall auf den Straßen zogen Kinder, Frauen und Männer schon Stunden vor dem Anpfiff in Schals, Mützen und Trikots Richtung Fischerwiese. Ein Anblick, der jedes Himmelblaue Herz zum Strahlen brachte. Chemnitz sehnt sich nach mehr von diesen Tagen – das war an diesem Nachmittag spürbar wie sehr lange nicht mehr.

Auf dem Platz sorgte der Drittligist dann schnell für klare Verhältnisse: Aue ging rasch in Führung und brachte die Chemnitzer mit zwei frühen Toren auf die Verliererstraße. Das Nervenkostüm der CFC-Profis schien an diesem Samstagnachmittag förmlich während des Spiels auf dem Platz unter dem Druck, der seit Wochen auf diesem Derby lastete, beinahe zusammenzubrechen.

Im ersten Durchgang gelang es den Chemnitzern zu keinem Zeitpunkt, die Energie des Stadions in positive Akzente umzusetzen. Im zweiten Abschnitt war der CFC dann die aktivere Mannschaft, doch der Anschlusstreffer wollte einfach nicht gelingen – die Gäste beschränkten sich auf Defensivarbeit und verwalteten das Ergebnis mit Geschick.

Zickert: "Wir haben das Derby verdient verloren"

Vize-Kapitän Robert Zickert zog im ClubTV-Interview nach der Partie schonungslos Bilanz: "Es ist eine große Enttäuschung. In der ersten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was ein Derby braucht. Im zweiten Durchgang haben wir uns gesteigert, aber das Tor wollte einfach nicht fallen. Am Ende haben wir das Derby verdient verloren."

Stolz auf die Kulisse und den Zusammenhalt

Trotz der Niederlage war es ein Auftritt, auf den Stadt und Verein stolz sein konnten. Die Atmosphäre, der Zusammenhalt auf und neben dem Platz – dieser Nachmittag wird in Erinnerung bleiben. Das enttäuschende Ergebnis war nicht alles, was hängenbleiben sollte. Das sportliche Scheitern trotz bester Absichten, die große Moral, sich nicht aufzugeben, und die Gänsehautstimmung auf den Tribünen zahlen ebenso in die weitere Entwicklung des Clubs ein.

Wirtschaftlicher Erfolg trotz sportlicher Niederlage

Laut Geschäftsführer Uwe Hildebrand wird das Pokalspiel trotz der Niederlage einen erheblichen finanziellen Beitrag leisten. Das Spiel wird voraussichtlich bis zu 100.000 Euro Gewinn abwerfen, was dabei hilft, das aktuelle Saison-Defizit auszugleichen. Die Pokalsaison war damit im Viertelfinale für den CFC beendet.

Was bleibt von der Pokalsaison 2024/25?

Am Ende stand das Ausscheiden im Viertelfinale ohne Trophäe, doch die Pokalsaison 2024/25 hatte weit mehr zu bieten als nur das Ergebnis. Die Mannschaft ist gewachsen, und die Fans haben das Team in schwierigen Phasen getragen. Besonders die Emotionen haben diese Pokalsaison unvergesslich gemacht.

Der Sensationssieg gegen den Aufstiegsfavoriten Dynamo Dresden war ein echter Höhepunkt und ein starkes Statement der Duda-Elf. Jede Chemnitzerin und jeder Chemnitzer konnte stolz auf diesen Erfolg sein. Erst dieser Sieg ermöglichte das Derby gegen den ewigen Rivalen aus dem Erzgebirge, das vor ausverkauftem Haus stattfand. Die Atmosphäre beim Derby war ein beeindruckender Beweis dafür, was Chemnitz als Stadt und Region zu bieten hat – und was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.

Für das kommende Jahr steht fest: Der CFC geht erneut als Rekordpokalsieger in den Wettbewerb, mit dem Ziel, den 13. Titel im Sachsenpokal zu gewinnen. Die Reise geht weiter, und der Hunger nach mehr ist größer denn je.

Lieber Sachsenpokal, wir kommen stärker zurück – und greifen im nächsten Jahr wieder gemeinsam an!