Einwurf: Das Interview vor dem Spiel gegen den FC Energie Cottbus
Der FC Energie Cottbus hat sich in der 3. Liga eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet, um vielleicht schon in dieser Saison die Rückkehr in die 2. Bundesliga in Angriff nehmen zu können. In den letzten fünf Partien feierten die Lausitzer drei Siege und schoben sich bis auf drei Punkte an einen Relegationsrang heran. Wurde über die jüngsten Erfolge der Cottbusser berichtet, fiel dabei oftmals der Name Tim Kleindienst. Der 19-Jährige gebürtige Brandenburger ist mit zehn Toren bester Energie-Angreifer. Vor dem Duell mit dem Chemnitzer FC gibt Tim Kleindienst im Interview mit Michael Thiele Auskunft über den bisherigen Saisonverlauf, seine Chancen auf eine Teilnahme an der U-20-WM in Neuseeland und auf was für einen Gegner er sich am Samstag einstellt.
Herr Kleindienst, der FC Energie Cottbus hat es im letzten Spiel beim Halleschen FC trotz Führung und klaren Feldvorteilen versäumt, einen Sieg einzufahren. Wie tief steckt der Stachel nach so einer vermeidbaren Niederlage?
Tim Kleindienst: Niederlagen sind immer ärgerlich, vor allem wenn sie so unnötige waren wie die in Halle. Wenn wir eine unserer richtig guten Chancen zum 0:2 genutzt hätten, wären wir wohl als Sieger vom Platz gegangen. Aber hätte, wenn und aber zählt nicht im Fußball. Wir haben in der jüngeren Vergangenheit oft eine gute Reaktion gezeigt auf Rückschläge. Das erhoffen wir uns auch diesmal. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht.
Dabei waren Sie und ihre Mannschaftskollegen in den vorherigen Spielen sehr gut in Fahrt gekommen. Durch drei Siege in vier Spielen winkte gar ein direkter Aufstiegsplatz. Wie geht die Mannschaft mit dem Rückschlag um?
Tim Kleindienst: So, wie es sein muss: Fehler analysieren, daraus lernen und sie möglichst nicht wiederholen. Die Pleite in Halle war nicht die erste in dieser Saison. Wir wissen inzwischen, wie man damit umgeht.
Wenn über den sportlichen Aufschwung des FC Energie gesprochen wird, fällt auch immer wieder ihr Name. Zuletzt wurden Sie am 26. Spieltag von dfb.de zum Spieler des Spieltages gekürt. Mit 10 Toren sind Sie zudem mannschaftsinterner Toptorjäger. Die Spielzeit 2014/15 könnte für Sie nicht besser laufen!
Tim Kleindienst: Es geht nicht um mich, sondern immer um die Mannschaft. Ohne das Team hätte ich nicht zehn Tore geschossen, würde mich im ersten Profijahr nicht so gut entwickeln können und wäre auch nicht U20-Nationalspieler geworden. Ich bin zufrieden, wie es bislang gelaufen ist. Allerdings weiß ich sehr wohl, dass ich noch viel lernen kann und muss.
Als Eigengewächs hat der sportliche Erfolg mit Energie Cottbus für Sie sicherlich einen besonders hohen Stellenwert?
Tim Kleindienst: Na klar. Ich bin schon seit Kindesbeinen im Verein, kenne die Leute hier und die Befindlichkeiten. Da ist die emotionale Bindung zwangsläufig groß, zumal ich gebürtiger Brandenburger bin. Aber letztlich geht es immer um die Truppe. Egal wo und woher der Einzelne kommt. Es gibt nichts Geileres, als gemeinsam etwas zu erreichen.
Energie Cottbus setzt mittlerweile verstärkt auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Der sofortige Wiederaufstieg wäre eine sehr gute Bestätigung, dass diese Vereinsphilosophie ihre Früchte trägt!
Tim Kleindienst: Unabhängig davon, wie die Saison endet, macht allen jungen Spielern die aktuelle Situation mit hoher Durchlässigkeit zum Profiteam Spaß, klar.
Durch ihre Leistungen im Dress des FC Energie haben Sie sich auch für die U-20-Auswahl des DFB empfohlen. Wie schätzen Sie ihre Chancen ein, auf den „Flieger“ zur U-20-WM in Neuseeland aufspringen zu können?
Tim Kleindienst: Ich gehörte zuletzt immer zum Aufgebot, bin in der nächsten Woche beim U20-Lehrgang mit zwei Test-Länderspielen und rechne mir folglich durchaus gute Chancen aus, bei der WM dabei zu sein. Es schadet aber sicher nicht, mich mit weiteren Toren in der Liga zu empfehlen.
Denn vorher stehen noch neun Partien in der 3. Liga an. Los geht es am Samstag im Duell mit dem Chemnitzer FC. Wie schätzen Sie ihren kommenden Gegner ein?
Tim Kleindienst: Der CFC stellt mit nur 27 Gegentoren in 29 Spielen die zweitbeste Abwehr der Liga. Das sagt einiges aus. Im Hinspiel haben wir gemerkt, wie schwer es gegen diese Truppe ist.
Welche Chancen rechnen Sie sich gegen die Himmelblauen aus?
Tim Kleindienst: Wir spielen zu Hause, haben im Stadion der Freundschaft zuletzt zweimal in Folge gewonnen und wollen diese Mini-Serie ausbauen.
Herr Kleindienst, recht herzlichen Dank für dieses Interview!



