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15.04.2015 - 18.46 Uhr | 1. Mannschaft

Einwurf: Das Interview vor dem Spiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt

In Zeiten, da in Erfurt sportliche Tristesse einkehrte und die Stimmung im Umfeld merklich unruhiger zu werden schien, setzte Carsten Kammlott ein starkes Zeichen, indem er seinen Vertrag beim FC Rot-Weiß Erfurt bis Sommer 2018 verlängerte. Für seinen Heimatverein spielt Kammlott, von einem dreijährigen Intermezzo bei RasenBallsport Leipzig abgesehen, mittlerweile seit 2001. Die Vertragsverlängerung und das Bekenntnis des Stürmers zu RWE dürften Signalwirkung gehabt haben. Schließlich absolvierte der gebürtige Bad Frankenhausener seit seinem Drittligadebüt 2009 bereits 94 Partien für die Thüringer, in denen er 32mal als Torschütze in Erscheinung trat. Gegen den CFC hat Kammlott in den Diensten von RWE bisher noch keinen Treffer erzielt, die Partie in Chemnitz ist für ihn dennoch etwas Besonderes. Was für ein Spiel Carsten Kammlott am Samstag in Chemnitz erwartet, was er an Kontrahent Anton Fink schätzt und welche sportlichen Ziele er mit dem FC Rot-Weiß Erfurt verfolgt, das verriet uns der 25-Jährige im nachfolgenden Interview.

Herr Kammlott, der FC Rot-Weiß Erfurt hat sich im Rahmen der Mission 2016 den Aufstieg in die 2. Bundesliga auf die Fahnen geschrieben. Hinsichtlich der Leistungsdichte in der 3. Liga ist dies ein sehr ehrgeiziges Projekt. Wie sehen Sie den Verein aktuell für die Erfüllung der Mission „Aufstieg 2. Liga bis 2016“ aufgestellt?

Carsten Kammlott: Die Mission 2016 bringt natürlich jede Menge Druck mit sich, aber ich finde es gut, sich ambitionierte Ziele zu setzen und das macht der Verein damit! Anhand der letzten Ergebnisse muss man aber klar sagen, dass es sportlich in die falsche Richtung läuft und wir uns zusammenreißen müssen. Wir wollen jetzt nochmals alles raushauen, um den Negativlauf zu stoppen!

In dieser Spielzeit haben Sie mit ihren Mannschaftskollegen zeitweise an der Tabellenspitze mitgemischt. Wie erklären Sie sich das Zustandekommen des plötzlichen Leistungsknicks in den letzten Wochen?

Carsten Kammlott: Ehrlich gesagt grübeln wir immer noch, wie so etwas zustande kommen kann. Nach vier Siegen sind wir optimal aus der Winterpause gekommen, was in Erfurt ja nicht immer der Fall war. In den letzten Wochen haben wir uns dann alles wieder mit dem Arsch eingerissen.

Wie ist die aktuelle Stimmungslage, nachdem man sich frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat und was ist in dieser Saison sportlich noch drin?

Carsten Kammlott: Wie die Stimmung nach der sechsten Niederlage halt so ist - nicht gut! Sportlich wollen wir aus dem Negativlauf schnellstmöglich rauskommen und das Maximale in dieser Saison noch rausholen!

In der sportlich turbulenten Phase haben Sie ihren Vertrag bei RWE bis 2018 verlängert. Wollten Sie damit auch ein Signal des Vertrauens senden?

Carsten Kammlott: Ich weiß, was ich an Rot-Weiß habe und umgekehrt weiß Rot-Weiß, was es an mir hat. Ich fühle mich in Erfurt sehr wohl und freue mich, weiter auf Torejagd für RWE gehen zu können.

Genau wie in Chemnitz, wird auch in Erfurt ein neues und modernes Fußballstadion gebaut. Freuen Sie sich schon auf das Gastspiel beim CFC und die Gelegenheit, sich schon einmal einen Vorgeschmack zu holen, wie es ist in einem im Heranwachsen befindlichen Stadion zu spielen?

Carsten Kammlott: Ja, ganz Erfurt ist froh, dass wir endlich ein neues modernes Stadion bekommen. Hier in Chemnitz war es ja auch Zeit für ein neues Stadion, was ich immer so gesehen habe, so bekommt der CFC entsprechend für die Region ein schönes Stadion!

Die Augen der Zuschauer werden an diesem Samstag sicherlich auch auf das Duell der beiden Torjäger Anton Fink und Carsten Kammlott gerichtet sein. Beschäftigen Sie sich schon mit diesem „Stürmerduell“?

Carsten Kammlott: Ehrlich gesagt nein. Derzeit haben wir ganz andere Baustellen und da bringt es nix wenn ich mich mit dem Duell Fink-Kammlott beschäftige!

Was schätzen Sie an Anton Fink und welche Stärken machen ihn ihrer Meinung nach aus?

Carsten Kammlott: Anton Fink ist meiner Meinung nach einer der besten Stürmer der 3.Liga. Er ist jedes Jahr für 15 und mehr Tore gut. Auf ihn ist natürlich das Chemnitzer Spiel ausgelegt und er ist überall auf dem Feld zu finden.

In 29 Spielen haben Sie bisher 9 Treffer erzielt. Wie zufrieden sind Sie mit ihrer aktuellen Ausbeute?

Carsten Kammlott: Ich bin nicht zufrieden. Als Stürmer willst du natürlich jedes Spiel treffen. Das dies nicht immer klappt ist ja auch klar, aber es hätten ruhig mehr Tore sein können.

Haben Sie sich für die verbleibenden Spiele eine persönliche Zielmarke gesetzt?

Carsten Kammlott: Nein. Als Erstes spielt das auch keine Rolle. Das Ziel muss in erster Linie ganz klar sein, dass wir als Mannschaft durch positive Ergebnisse wieder in die Spur kommen!

Spiele zwischen dem Chemnitzer FC und dem FC Rot-Weiß Erfurt sind oftmals Duelle auf Augenhöhe gewesen. Welchen Verein sehen Sie am Samstag im Vorteil und warum?

Carsten Kammlott: Ich glaube, Chemnitz brennt darauf die Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen und derzeit hat der CFC einen guten Lauf. Aber wir sind jetzt auch mal wieder dran Punkte mit nach Erfurt mitzunehmen. Darum denke ich, dass es ein sehr ausgeglichenes Spiel werden wird.

Carsten Kammlott, recht herzlichen Dank für dieses Interview!