Erleichterung an der Gellertstraße: CFC kämpft Zehlendorf mit 2:1 nieder
Am 13. Spieltag war mit dem F.C. Hertha 03 Zehlendorf das Tabellenschlusslicht der Regionalliga Nordost im eins-Stadion – An der Gellertstraße zu Gast. Nach zuletzt vier sieglosen Ligapartien in Folge wollte der Chemnitzer FC vor 3.413 Zuschauern endlich wieder dreifach punkten – und das gelang. Die Himmelblauen belohnten sich nach einer kämpferischen Vorstellung am Ende mit einem 2:1-Heimsieg gegen die Berliner.
Duda rotiert – Pistol im Zentrum
Cheftrainer Benjamin Duda nahm vor der Partie gleich mehrere Veränderungen in seiner Startelf vor. Mit Anton Rücker, Roman Eppendorfer und Jonas Marx rückten drei neue Spieler ins Team. Dafür nahmen Felix Müller und Leon Damer zunächst auf der Bank Platz, während Niclas Erlbeck verletzungsbedingt (Knie) fehlte. Zudem durfte sich Johannes Pistol, bislang auf der rechten Abwehrseite gesetzt, auf einer neuen Position beweisen: Im 4-3-3-System agierte er als Spielgestalter hinter dem Sturmduo Jonas Marx und Maurizio Grimaldi.
Starker Beginn mit frühem Tor
Durch die angespannte Großwetterlage in Chemnitz lastete vor dem Spiel ordentlich Druck auf den Schultern der Duda-Schützlinge. Doch die Himmelblauen präsentierten sich von Beginn an entschlossen, um die Formdelle hinter sich zu lassen.
So brachte sich der CFC direkt mit dem ersten Angriff auf die Anzeigetafel und belohnte sich für einen starken Start in die Partie. Grimaldi drang in der 3. Spielminute nach einer Balleroberung energisch in den Strafraum der Gäste ein und sah den mitgelaufenen Jonas Marx im Zentrum. Der Mittelstürmer erreichte den Querpass hauchzart mit der Fußspitze und spitzelte ihn im Fallen an den Innenpfosten zur frühen Chemnitzer Führung.
Nur drei Minuten später forderte Alberico nach einem langen Ball einen Elfmeter, fiel nach leichtem Kontakt aber zu schnell – zu wenig für einen Pfiff. Vor allem Marx attackierte in dieser Phase immer wieder mit Tempo die Berliner Defensive und setzte die Gäste früh im Aufbau unter Druck. Das aggressive Pressing übertrug sich auf die gesamte Mannschaft, auch wenn im letzten Drittel oft die Genauigkeit fehlte, um die Führung auszubauen.
Zehlendorf gleicht per Strafstoß aus
In der 28. Minute musste Davud Keskin bei den Gästen verletzt ausgewechselt werden. Er wurde mit der Trage von den Sanitätern in die Kabine gebracht. Für ihn kam Iba May in die Partie. Danach blieb das Spiel offen: Der CFC kontrollierte die Begegnung, verpasste es aber, seine Führung auszubauen. Nach einem Freistoß der Berliner in der 33. Minute rettete Julius Bochmann in höchster Not gegen Niklas Doll am langen Pfosten.
Kurz vor der Pause dann der Rückschlag für den CFC. Nach einem Foul von Bochmann an Schulz im Strafraum zeigte Schiedsrichter Patrick Kluge in der 45. Minute auf den Punkt. Niklas Doll verwandelte den Strafstoß in der ersten Minute der Nachspielzeit sicher zum 1:1-Ausgleich (45.+1).
Nach einem starken Beginn und der frühen Führung konnte der CFC den Druck nicht ganz aufrechterhalten. Zehlendorf nutzte kurz vor der Pause die Chance zum Ausgleich per Strafstoß. Insgesamt war es eine intensive, weitgehend ausgeglichene erste Halbzeit, in der die Himmelblauen mehr aus ihren Ballgewinnen hätten machen können.
Chancen auf beiden Seiten
Mit dem Wiederanpfiff war die Partie wieder völlig offen. Der CFC trat personell unverändert, taktisch jedoch leicht angepasst an. Johannes Pistol rückte zurück auf die rechte Abwehrseite, während Roman Eppendorfer fortan gemeinsam mit Kapitän Tobias Müller die Doppelsechs bildete.
Beide Mannschaften hatten zunächst Mühe, längere Ballbesitzphasen aufzubauen. Die ersten gefährlichen Szenen gehörten den Himmelblauen: In der 54. Minute flankte Maurizio Grimaldi scharf vor das Tor, doch Jonas Marx köpfte unter Bedrängnis eines Gegenspielers aus kurzer Distanz über die Latte. Auf der Gegenseite setzte Noah Jones (55.) den Ball aus spitzem Winkel ans Außennetz.
CFC belohnt sich für einen kämpferischen Auftritt
In der 57. Minute gelang den Chemnitzern schließlich der erneute Führungstreffer. Nach starker Vorarbeit von Stockinger, der sich auf der Grundlinie durchsetzte und mit viel Übersicht querlegte, drückte Tobias Müller den Ball aus kurzer Distanz zum 2:1 über die Linie.
In der Folge blieb die Partie hektisch. Beiden Teams war eine gewisse Verunsicherung anzumerken, doch dem CFC konnte man den Kampfeswillen zu keiner Zeit absprechen. Die Duda-Schützlinge investierten viel in dieses Spiel, auch wenn sie dabei nicht immer das große Selbstvertrauen ausstrahlten.
Der CFC übernahm Mitte der zweiten Halbzeit wieder etwas mehr Kontrolle und drängte die Gäste phasenweise tief in die eigene Hälfte. In den letzten zehn Minuten wurden die Räume größer, beide Teams mussten der bis dahin intensiv geführten Partie sichtbar Tribut zollen.
Marx lässt die Vorentscheidung liegen
In der 83. Minute verpasste Jonas Marx die Vorentscheidung für den CFC. Nach einem Steilpass tauchte der CFC-Stürmer allein vor Gäste-Keeper Dedidis auf und umspielte ihn außerhalb des Strafraums. Sein anschließender Abschluss fehlte jedoch der Punch, sodass ein Berliner den Ball noch vor der Linie klären konnte.
Auch in den letzten Minuten konnte Hertha 03 keinen Druck mehr aufbauen. Mit einem umkämpften, schmutzigen, aber verdienten Heimsieg schafft es der CFC die zuletzt absackende Formkurve wieder ins Gegenteil umzubiegen. Nun gilt es kommende Woche nachzulegen.
Am Sonntag gastiert der Chemnitzer FC beim ZFC Meuselwitz in der Bluechip-Arena (14 Uhr). Zwei Tage zuvor bereits am Freitag lädt Zehlendorf zum Kellerduell gegen Chemie Leipzig ab 19 Uhr.
Chemnitzer FC – F.C. Hertha 03 Zehlendorf 2:1 (1:1)
CFC: Adamczyk 1 – Ekui 27, Rücker 17 (85. F. Müller 26), Bochmann 5, Eppendorfer 25 – Stockinger 7 (85. Walther 4), T. Müller 38 (C) (66. Mergel 10), Alberico 11 (78. Damer 13) – Grimaldi 23, Pistol 18, Marx 19
H03: Dedidis 1 – Schulz 17, Quiala 28, Hasenberg 13 (77. Wachs 22), Reimann 20, Smailovic 3 (77. Hebisch 16) – Wicht 8, Keskin 6 (29. May 11), Doll 23 – Burda 9 (66. Yoldas 21), Jones 26
Tore: 1:0 Marx (3.), 1:1 Doll (45.+1), 2:1 T. Müller (57.)
Zuschauer: 3.413



