Fans von Bundesliga bis 4. Liga zeigen sich solidarisch: „Meister müssen aufsteigen – Regionalligareform jetzt“
Die Debatte um die Aufstiegsregelung aus der Regionalliga in die 3. Liga ist in vollem Gange – und sie betrifft längst nicht mehr nur die Vereine der 4. Liga. Während die Meister der Regionalligen West und Südwest aktuell direkt aufsteigen dürfen, müssen die Sieger aus Nord, Nordost und Bayern Jahr für Jahr in einem Rotationssystem Relegationsspiele bestreiten. Das Ergebnis: Immer bleibt ein sportlich qualifizierter Meister ohne Aufstieg. Diese ursprünglich zum Übergang geplante Regelung wird seit Jahren als ungerecht empfunden, da sie sportliche Erfolge entwertet und die Planungssicherheit der Vereine massiv beeinträchtigt.
Deshalb riefen Anfang des Jahres Vereine der Regionalliga Nordost die Initiative "Aufstiegsreform 2025" ins Leben. Die zentrale Botschaft der aktuell aus 16 Klubs bestehenden Initiative: "Schluss mit der strukturellen Benachteiligung – Meister müssen aufsteigen, auch im Osten!" Nun erfahren die Vereine auch Unterstützung deutschlandweit aus anderen Spielklassen.
Fan-Solidarität auf den Rängen – ein deutliches Zeichen aus allen Ligen
Die Forderung nach einer gerechten Aufstiegsregelung findet nun auch auf den Tribünen der deutschen Stadien deutlichen Ausdruck. In den vergangenen Wochen bekannten sich Fans aus allen Ligen – von der Bundesliga bis zur Regionalliga – mit Spruchbändern zur Initiative. Mit der gemeinsamen Botschaft „Meister müssen aufsteigen – Regionalligareform jetzt“ zeigten sie, dass der Wunsch nach fairen Wettbewerbsbedingungen ein Thema ist, das ligaübergreifend bewegt.
In der Bundesliga positionierten sich die Fans von Union Berlin beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach für die Reform. Auch in der 2. Bundesliga wurde die Botschaft deutlich sichtbar, als die Anhänger von Greuther Fürth beim Spiel gegen Eintracht Braunschweig Flagge zeigten. Die Fans des FC Erzgebirge Aue schlossen sich in der 3. Liga beim Spiel gegen die SpVgg Unterhaching an. Ebenso engagiert zeigten sich die Unterstützer des FSV Zwickau in der Regionalliga Nordost beim Heimspiel gegen Lok Leipzig.
Die Anhänger des FC Bayern München II gingen in der Regionalliga Bayern beim Duell gegen die Würzburger Kickers sogar noch einen Schritt weiter mit direkter Kritik an dem Bestehen der eigenen Regionalliga. "Meister müssen aufsteigen – BFV-Privileg eigener Regionalliga abschaffen" war auf deren Spruchband zu lesen. Damit stellen sie die Existenz der eigenständigen Regionalliga Bayern als zuschauerschwächste und kleinste Regionalliga in Frage.
Ein Zeichen für Fairness und sportliche Integrität
Trotz aller Unterschiede in Liga, Standort und sportlichem Ziel eint diese Fanszenen ein gemeinsames Anliegen: Fairness im Aufstiegssystem und die konsequente Belohnung sportlicher Leistung. Die derzeitige Regelung empfinden viele nicht nur als ungerecht, sondern als ein Hindernis für die Entwicklung des deutschen Fußballs insgesamt. Gerade deshalb ist die wachsende Unterstützung aus den Fanblöcken ein starkes Signal – an den DFB, aber auch an die gesamte Fußballöffentlichkeit.
Der Druck wächst – jetzt ist der DFB gefordert
Die breite Solidarität aus allen Ligen zeigt: Die Forderung nach einer Regionalligareform ist kein Nischenthema, sondern betrifft den gesamten Fußball. Mit jeder neuen Stimme, die sich für die Aufstiegsreform 2025 ausspricht, steigt der Druck auf die Verantwortlichen, endlich zu handeln. Die Fans haben ihr Zeichen gesetzt. Nun liegt es am DFB und seinen Landesverbänden, gemeinsam mit den Vereinen eine gerechte Lösung zu finden – für mehr Chancengleichheit, sportliche Integrität und eine starke Zukunft des deutschen Fußballs.
Offener Brief an den DFB – eine enttäuschende Reaktion
Erst jüngst hatten die Klubs einen offenen Brief an den DFB-Präsidenten geschrieben. Doch dessen Reaktion fiel inhaltlich äußerst dünn aus. Statt das Thema zur Chefsache zu machen, hat er es innerhalb des größten Fußballverbandes der Welt nach unten delegiert.
CFC-Geschäftsführer Uwe Hildebrand fand erst in der vergangenen Woche deutliche Worte in einem Interview auf der Vereinswebsite und bekräftigt dies noch mal mit Blick auf die kommenden Treffen:
"Wir sind enttäuscht und fassungslos über die Reaktion des DFB. Statt Verantwortung zu übernehmen, schiebt der Präsident das Thema beiseite – dabei geht es um den entscheidenden Übergang vom Amateur- zum Profi-Fußball, das Thema, mit dem er 2022 sein Amt antrat. Die altbekannten Argumente des DFB wirken wie uninspirierte Ausreden. Was fehlt, sind mutige Reformansätze und echtes Engagement.
Dass derzeit in unserem Land die Anzahl der Herrenmannschaften über den direkten Aufstieg entscheidet, ist ein Affront gegen den Osten und ignoriert das große Zuschauerinteresse, die Tradition und die bis heute nicht gelungene Integration des Ost-Fußballs in den gesamtdeutschen Profi-Fußball.
Wir sind daher gespannt, was uns der NOFV am Montag in Berlin präsentieren wird. Doch Hermann Winklers jüngste Aussage, das Thema als "Betroffenheitsdebatte" abzutun, lässt Zweifel aufkommen, ob der NOFV- und DFB-Vizepräsident das öffentliche Interesse in seiner ganzen Tragweite wirklich schon verstanden hat. Es geht hier um nichts weniger als um Fair-Play – einen Wert, den der DFB gerne propagiert. Diese Debatte betrifft uns alle, denen der deutsche Fußball am Herzen liegt."
Wie geht es weiter? Die Initiative bleibt dran!
Von der Bundesliga bis zur Regionalliga setzen Fans ein klares Signal für Fairness. Die Initiative "Aufstiegsreform 2025" wächst – die Verbände sind jetzt gefordert! In den letzten Wochen machten zahlreiche Fanszenen mit Spruchbändern auf das Thema aufmerksam. Am 31. März steht der große Aufstiegsreform-Gipfel in Berlin an – die Initiative erwartet, dass der NOFV endlich handelt und einen eigenen mehrheitsfähigen Lösungsvorschlag präsentiert, damit in Zukunft auch der Meister aus dem Osten direkt aufsteigt.
Doch die Klubs der gemeinsamen Initiative verlassen sich nicht mehr allein auf das Engagement des NOFV, sondern planen bereits vor dem Gipfel weitere wichtige Schritte, um die Thematik entschieden weiter voranzutreiben.
Tommy Haeder, Geschäftsstellenleiter des Chemnitzer FC und einer der Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025", erklärt dazu:
"Am Donnerstag treffen wir uns in Cottbus als Vereinsvertreter vor dem Vernetzungstreffen mit den Fanszenen aus dem NOFV-Gebiet. Von 15 bis 18 Uhr kommen zunächst nur die Klubvertreter zusammen, bevor anschließend die Fanszenen dazustoßen. Es gibt drei große Themen für die Vernetzungsarbeit an diesem Tag:
1. Intensivierung der Zusammenarbeit: Wir schaffen die Voraussetzungen, damit die Initiative "Aufstiegsreform 2025" zukünftig noch enger und zielgerichteter zusammenarbeiten kann. Durch die gebündelten Interessen werden wir zukünftig noch geschlossener auftreten, juristisch als Initiative handlungsfähig sein und unsere Anliegen dann auch mit entsprechenden Experten durchsetzen können.
2. Verbandsstrafen: Ein zentrales Thema für Klubs und Fans. Wir wollen klare Linien erarbeiten, um unsere Position zu stärken und gemeinsam konstruktive Lösungen voranzutreiben.
3. Aufstiegsreform 2025: Die 16 Klubs stimmen ihre Strategie für den NOFV-Gipfel am Montag in Berlin ab. Wir tauschen die Erkenntnisse der vergangenen Wochen aus und planen die nächsten Schritte. Denn die Benachteiligung des Fußball-Ostens ist und bleibt eine Tatsache. Und so lange sich daran nichts ändert, werden wir entschlossen und lautstark für unsere Position kämpfen – auch wenn manche Herren das Thema am liebsten schnell vom Tisch hätten. Diesmal lassen wir nicht locker, bis eine faire Lösung für alle Regionalligen in Deutschland gefunden wurde – versprochen!"
Was für die Fanszenen in Deutschland und viele prominente Unterstützung schon längst klar ist, sollte nun auch auf der Ebene der Fußballverbände ankommen: Schluss mit der Zweiklassengesellschaft im deutschen Fußball! Meister müssen aufsteigen – auch im Osten!



