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04.01.2024 - 17.18 Uhr | 1. Mannschaft

Als der CFC beim Hallenmasters ganz Deutschland verzückte

Foto: Ernesto Uhlmann
Foto: Foto: Ernesto Uhlmann

Wenn der muffig-abgestandene Geruch der Schulturnhalle, in der man seit neun Uhr morgens mit der eigenen Fußballmannschaft umher streifte, in der Luft liegt, weckt das Kindheitserinnerungen. Nach dem eigenen Hallenturnier ging es durch die dicke Decke des Frühjahrsschnees nicht ohne eine Schneeballschlacht um sich dann nach der Ankunft zu Hause bei einer Tasse heißer Schokolade wieder aufzuwärmen. Dazu lief auf DSF (heute Sport1) das DFB-Hallenmasters, bei dem dann die Bundesligastars in der Halle ran durften, da sich die Bundesliga gerade in der Winterpause befand.

Ob die atemberaubenden Tempodribblings von Ailton, die spektakulären Tricks des Jay-Jay Okocha oder Giovane Élbers elegante Ballkontrolle: Das DFB-Hallenmasters verbreitete einfach sein ganz eigenes Flair. Durch das enge Spielfeld entstanden viel häufiger intensive Eins-gegen-eins-Duelle als im regulären Ligabetrieb. Somit standen Technik, Skills und die Schnelligkeit im Kopf im Vordergrund der Spiele. Dazu gab es deutlich mehr Körperkontakt und intensive Zweikämpfe. Die Stimmung in den Hallen setzte sich durch die engen Spiele, den Schall der Jubelschreie, der nicht durch das Hallendach verschwinden konnte und die Nähe der Fans zum Spielfeld zusammen.

Dabei brauchte es eine Weile, bis der Budenzauber seinen Charme auch in der breiten Masse versprühen konnte. Ab 1988 fand das Hallenmasters unter dem Dach des DFB statt und verzeichnete in der ersten Auflage geringe Zuschauerzahlen. Durch Regeländerungen in der "Setzliste" für das Finalturnier (Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Gastgeber und Hallenmasters-Titelverteidiger automatisch gesetzt) sagten immer mehr Top-Teams zu und immer mehr Top-Spieler zeigten, was sie auch in der Halle mit dem Leder anstellen konnten. So dominierte Rekordsieger Borussia Dortmund (4) Anfang der 1990er-Jahre das Turnier mit drei Siegen in Folge und einem überragenden Matthias Sammer in den eigenen Reihen. Oder es zogen Anfang der 2000er-Jahre Claudio Pizarro und Ailton das Publikum unter einem jungen Cheftrainer namens Thomas Schaaf mit ihrem spektakulären Spielstil in ihren Bann.

Auch der Chemnitzer FC mischte einmal im Finalturnier des Hallenmasters mit, für das sich neben den gesetzten Teams nur die besten vier Hallenmannschaften des Jahres qualifizierten. "1992/1993 haben wir zwei Qualifikationsturniere gespielt. Eins in Köln, bei dem wir Zweiter geworden sind und eins in Chemnitz, welches wir gewonnen haben. Durch den Qualifikationsschlüssel hatten wir auf einmal so viele Punkte, dass wir zur Hallenmasters-Finalrunde nach München eingeladen wurden. Da haben wir dann vor zehntausend Leuten in einer ausverkauften Halle gegen die Bundesliga-Teams gespielt. Das war schon echt unglaublich.", erinnert sich Torsten Bittermann an die Zeit des Hallenmasters zurück. In der Finalrunde traf der CFC dann zum Auftakt in Gruppe A auf die "Roten Teufel" aus Kaiserslautern und konnte dank eines Treffers von Bittermann und eines Heidrich-Doppelpacks mit 3:2 gewinnen. Gegen den VfB Stuttgart (3:5) und den 1. FC Köln (späterer Turniersieger, 2:3) war dann allerdings nichts zu holen und so endete dieses Budenzauber-Märchen in der Gruppenphase der Finalrunde.

"Ich persönlich habe immer sehr gern in der Halle gespielt, da die Zuschauer sehr nah am Feld standen und die Stimmung immer sehr gut war. Das Spiel ist schnelllebig, es fallen viele Tore und es gibt viele schnelle Aktionen. Erst recht, als dann die Bande rund um das Spielfeld eingeführt wurde und der Ball nicht mehr ins Toraus rollen konnte. Die Halle war für mich immer etwas Besonderes. Leider ist heute so ein Hallenmasters zeitlich kaum noch vorstellbar. Mit Trainingslagern und Testspielen findet sich für so etwas einfach keine Zeit mehr. Aber natürlich würde ich es mir zurückwünschen.", erzählt Bittermann. Glücklicherweise kann in diesem Jahr Abhilfe geleistet werden, denn die Himmelblauen nehmen am kommenden Wochenende gleich an zwei Hallenturnieren teil.

Am Samstag, den 06. Januar, tritt der CFC beim ZEV Hallenmasters in Zwickau unter anderem zum Bezirksderby gegen den FSV an. Auch der Gegner der letzten Regionalligapartie aus Jena tritt an. Am Sonntag, den 07. Januar, geht es dann nach Altenburg zum 26. Hallenfußball-Neujahrsturnier. Dort erwarten die Himmelblauen neben dem Gastgeber Lok Altenburg unter anderem der ZFC Meuselwitz und die BSG Stahl Riesa (Informationen zu beiden Turnieren gibt es hier!).