„Genau deshalb spiele ich Fußball“ – Willkommen bei den Himmelblauen, Domenico!
In der Sommervorbereitung stellen wir euch unsere Neuzugänge in einer kleinen Porträt-Serie vor – in der Reihenfolge ihrer Verpflichtung bis zur Generalprobe gegen den 1. FC Magdeburg am 19. Juli. So lernt ihr schon vor dem ersten Heimspiel die Jungs besser kennen, die in diesem Sommer neu zur Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda gestoßen sind.
In Folge sechs widmen wir uns Domenico Alberico, einem flexibel einsetzbaren Offensivspieler, der in seiner Karriere bereits viele Erfahrungen gesammelt hat – darunter ein Jahr in der 3. Liga Italiens, dem Land, in dem die Wurzeln seiner Familie liegen.
Mit Herz und Haltung
Wenn Domenico Alberico über Fußball spricht, leuchten seine Augen. Doch er ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Ein Flügelspieler, der nicht nur über Tempo und Technik kommt, sondern auch über Haltung. Und die ist bei Alberico klar: „Ich bin jemand, der sein Herz auf dem Platz lässt – für meine Mitspieler, für die Mannschaft.“
Ein Rechtsfuß, der bevorzugt über links kommt
Geboren wurde Domenico Alberico am 23. Januar 1999 in Pforzheim. Er ist 26 Jahre alt und trägt beim Chemnitzer FC die Rückennummer 11. Der ehemalige italienische U-Nationalspieler ist Rechtsfuß, der bevorzugt über die linke Seite angreift. So kann er mit einem Haken nach innen selbst den Abschluss suchen. Wie gut das funktioniert, hat er bereits in der Sommervorbereitung gegen Halberstadt gezeigt – da erzielte er den Führungstreffer.
Seine ersten fußballerischen Schritte machte Alberico beim 1. FC 08 Birkenfeld. Mit neun Jahren wechselte er in die Jugend des Karlsruher SC, später ins Internat zur TSG Hoffenheim. Schon früh zeigte sich sein Talent – so sehr, dass er sowohl für die U-Nationalmannschaften Deutschlands als auch Italiens auflief.
„Deshalb ist die 11 eine gute Wahl“
Als er 2019 für die italienische U20-Nationalmannschaft debütierte, trug er die Rückennummer 11. „Ein besonderer Moment, der mir Kraft gegeben hat und an den ich mich jetzt wieder erinnert habe. Deshalb ist die Rückennummer 11 für mich eine gute Wahl, die mir Glück bringen soll“, verrät Alberico, den beim CFC alle nur „Dome“ rufen.
Über Stationen wie den VfB Stuttgart II, die Würzburger Kickers und ein Jahr bei US Viterbese 1908 in Italiens dritthöchster Liga kam er 2023 zur SGV Freiberg und machte in der Regionalliga Südwest auf sich aufmerksam. Jetzt, zwei Jahre später, beginnt für ihn ein neues Kapitel beim Chemnitzer FC. Der Reiz? „Die Gespräche waren top, der eingeschlagene Weg des Vereins hat mich überzeugt, das Stadion ist brutal – und die Videos der Fans haben richtig was mit mir gemacht.“
Chemnitz? „Ganz gechillt hier!“
Die ersten Tage in Sachsen – zunächst im Hotel, nun seit zwei Tagen in seiner neuen Wohnung – haben bei Domenico Alberico Eindruck hinterlassen: „Ganz gechillt hier. Die Mannschaft hat uns Neuzugänge mit offenen Armen aufgenommen.“ Besonders hebt er die etablierte Achse aus Routiniers wie Zickert, Müller, Erlbeck, Baumgart und Bozic hervor, die der Mannschaft ein stabiles Gerüst geben und für ein gutes Miteinander auf und neben dem Platz sorgen. Für ihn ist klar: „Wir brauchen eine echte Einheit, eine Familie auf dem Platz – nur dann sind wir erfolgreich.“
Auch sportlich hat Alberico bereits ein Ausrufezeichen gesetzt: Beim XXL-Test gegen Halberstadt am zurückliegenden Wochenende erzielte er den Führungstreffer. Ein Spielzug, der wie aus dem Lehrbuch wirkte: „Steil, klatsch. Dann tiefer Ball, perfekter Laufweg, oben links rein. Genau das hatten wir vorher trainiert.“
„Die beste Pizza der Welt kommt aus…“
Alberico definiert sich nicht in erster Linie über den Fußball – sondern als Familienmensch. Seine Wurzeln reichen tief in die italienische Kultur. „Meine Mutter kam mit acht Jahren nach Deutschland“, erzählt er. Sein Vater wurde als Sohn italienischer Einwanderer hier geboren. „Zuhause sprechen wir eine Mischung aus Italienisch und Deutsch.“ Alberico besitzt beide Staatsbürgerschaften – doch wenn Deutschland auf Italien trifft, ist für ihn klar, wo sein Herz schlägt: „Auch wenn ich fast mein ganzes Leben in Deutschland verbracht habe, drücke ich der Squadra Azzurra die Daumen.“
Kulinarisch ist der Kompass ebenfalls klar ausgerichtet: Die beste Pizza? „Kommt aus Neapel!“ Die Lieblingspasta von Mama? „Orecchiette, eine Pasta-Sorte aus Süditalien. Aber ich liebe jedes Essen, was meine Mama kocht.“ Und wo man besonders gut in Restaurants essen kann, weiß er spätestens seit seinem Jahr in Italien, als er am Rande von Rom gelebt hat: „Ich habe selten so gut gegessen wie dort.“
„In diesem Stadion – das wird brutal“
Wenn Alberico vom Saisonauftakt am 27. Juli auf der Fischerwiese spricht, klingt echte Begeisterung durch: „Das erste Heimspiel gegen Greifswald – das wird brutal. In diesem geilen Stadion, mit diesen Fans. Genau deshalb spiele ich Fußball.“
Domenico Alberico bringt vieles mit: Technik, Erfahrung, internationale Prägung – aber vor allem eine Haltung, die zum CFC passt. Demut, Leidenschaft, Familienbewusstsein. Und eine klare Vision: „Ich bin hier, um der Mannschaft mit meiner Qualität – sportlich wie menschlich – zu helfen.“
Willkommen bei den Himmelblauen, Domenico! Schön, dass du bei uns bist – und viel Erfolg für deine erste Saison beim Chemnitzer FC.



