Gläubiger zur umfassenden Sanierung des CFC bereit
Insolvenzverwalter stellt keine Forderungen, sondern unterbreitet Lösungsvorschläge!
Die öffentliche Diskussion der vergangenen Tage gibt Veranlassung dazu, die Mitglieder des Chemnitzer FC über den Inhalt des Schreibens des Insolvenzverwalters vom 18.10.2018 an die Stadträte der Stadt Chemnitz zu informieren. Ausgangspunkt des Schreibens ist der Sanierungsauftrag des Insolvenzverwalters gem. § 1 InsO. Der Sanierungsauftrag ist erfüllt, wenn der operative Geschäftsbetrieb in der Lage ist, ein ausgeglichenes Budget zu erwirtschaften, das operative Geschäft durch Ausgliederung auf einen nicht insolventen Rechtsträger übertragen ist und im Nachgang der CFC eV als Gesellschafter der CFC GmbH mittels Insolvenzplan saniert worden ist.
Gläubiger wollen den CFC sanieren
Die Gläubiger des CFC eV haben in der Gläubigerversammlung vom 26.9.2018 ein starkes Zeichen gesetzt und ihren Willen zur Sanierung des CFC bekundet. Sie haben beschlossen, eine Verpflichtung zur Einzahlung einer Stammeinlage in Höhe von 1 Mio. € einzugehen und die CFC GmbH zu gründen. Die Gründung einer Gesellschaft durch den Insolvenzverwalter als dem Gläubigervertreter ist dabei eine in der Sanierungspraxis sehr seltene Maßnahme, die vom unbedingten Willen der Gläubiger zeugt, den CFC zu erhalten. Dieser Vorgang ist umso bemerkenswerter als der Vorstand RA Georgi in Zusammenwirken mit drei Anwälten und der Eins Energie, vertreten durch Herrn Warner, diesen Mehrheitswillen der Gläubiger zur Sanierung in der Gläubigerversammlung bis auf äußerste bekämpft haben. Dabei handelt es sich um Personen, von denen die Gläubiger eigentlich hätten erwarten können, dass sie an einer Sanierung des CFC Interesse haben. So wurde in der Gläubigerversammlung teilweise nicht für eine Fortführung des Spielbetriebes des CFC und gegen das Sanierungskonzept gestimmt, was im Ergebnis die sofortige Einstellung des Spielbetriebes zur Folge gehabt hätte. Im anschließenden Spiel gegen Lok Leipzig wurde vom Vorstand der Fanszene e.V. ein Boykott organisiert. Aber gerade der Verlauf dieses Boykotts hat deutlich gemacht, wie die „Fans“ die Entwicklung sehen. Die 7.500 Zuschauer des Spiels, die ausgezeichnete Stimmung und das tolle Fußball-Event haben gezeigt, wie die Mehrheit der Fans des CFC denkt. Die ganz, weit überwiegende Mehrheit unterstützt den Sanierungskurs und auch deshalb wird dieser fortgesetzt.
Information + Lösungsvorschläge unterbreitet
Das Schreiben vom 18.10.2018 diente vor diesem und vor dem Hintergrund einer bestehenden Budgetlücke dazu, den Rat der Stadt Chemnitz über die Sachlage zu informieren. Denn die Gläubiger konnten erwarten, dass der Stadtrat ein Interesse an einer Informationserteilung hat. Inhalt und Form sind diesem Zweck angemessen gewesen und es wurde berücksichtigt, dass die Stadt Chemnitz vorangehende Schreiben des Insolvenzverwalters unbeantwortet gelassen hatte. Das Schreiben analysiert die Insolvenzursachen, stellt die Sanierungsmaßnahmen dar, erläutert das Budget und das zustande kommen der Budgetlücke. Dabei handelt es sich um Informationen, die zur sachgerechten Entscheidungsfindung gebraucht werden. Sodann spricht es eine Neuordnung des Verhältnisses des CFC zur Stadt an, denn nur im Schulterschluss mit der Stadt ist der CFC stark. An maßgeblicher Stelle wird der zur Zeit in kaufmännischer Hinsicht brach liegende Stadionname analysiert und dessen Werbewert angesprochen, zu dessen Entstehen der CFC einen Beitrag leistet. In diesem Kontext werden betriebswirtschaftliche Notwendigkeiten und ein Katalog von möglichen Gegenleistungen des CFC dargestellt. Bereits dem Wortlaut nach handelt es sich um Lösungsvorschläge, die der Insolvenzverwalter im Rahmen seines Sanierungsauftrages zu machen berechtigt und verpflichtet ist. Das Schreiben vom 18.10.2018 war an nur wenige Personen adressiert. Dennoch gelangte es innerhalb weniger Stunden an die Öffentlichkeit und die Freie Presse sowie Tag 24 berichteten unter Auslassung wichtiger Teile in zum Teil polemischer Weise negativ. Dabei wurde ein Grundproblem sichtbar, das sich bereits des Öfteren im Verlaufe des Insolvenzverfahrens zeigte. Einzelne Sportjournalisten berichten bei der Freien Presse und Tag 24 über insolvenzrechtliche Sachverhalte, die sie in ihrer vollen Tragweite nicht beurteilen können. Die damit verbundene, nicht ausreichend sachorientierte Stimmungsmache schadet dem CFC. Es wird dabei sichtbar, dass es Kräfte in Chemnitz gibt, die dem CFC den Sanierungserfolg nicht wünschen und die die vom Gesetzgeber der Insolvenzordnung für ein Unternehmen gewollte zweite Chance dem CFC nicht zugestehen wollen. Diese Kräfte nutzen intensiv die Medien, um dem CFC maximal zu schaden. Alle Mitglieder des CFC sollten deshalb zusammen stehen. Denn aus vielen Gesprächen ist bekannt, dass die ganz überwiegende, „schweigende“ Mehrheit der Mitglieder, aber auch der Chemnitzer den eingeschlagenen Weg und Sanierungskurs unterstützt, der eine elementare Voraussetzung dafür ist, zukünftig weiterhin sportlichen Erfolg zu haben.
Stadträte sind gesprächsbereit
Entgegen anderslautender Meldungen der Freien Presse und Tag 24 haben die Fraktionen CDU/FDP, Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen dem Insolvenzverwalter ein Gesprächsangebot unterbereitet. Aus den Fraktionen wurde dies dem Insolvenzverwalter auch im Nachhinein nochmal bestätigt. Entsprechend der Bedeutung der Sache für die Stadt Chemnitz strebt der Insolvenzverwalter konstruktive und vertrauensvolle Gespräche an.
Mitglieder + Umfeld stehen in der Pflicht
Es entscheiden letztendlich die Mitglieder, das Umfeld und alle Chemnitzer, ob in Zukunft in der Stadt Profifußball gespielt wird. Der Insolvenzverwalter hat die Aufgabe aufzuzeigen, was hierzu an Unterstützung durch die Stadt, die Sponsoren, die Mitglieder und die Fans benötigt wird. In diesem Sinne schaden die Mitglieder zum Beispiel nicht dem Insolvenzverwalter, wenn sie ihre Mitgliedsbeiträge nicht bezahlen. Sie schaden vielmehr dem CFC. Die Stadt Chemnitz kann zudem mit Recht erwarten, dass alle Mitglieder ihre Beiträge bezahlen.



