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08.12.2020 - 15.06 Uhr | App-News

Gläubigerversammlung stimmt Insolvenzplan zu

Das Insolvenzverfahren des Chemnitzer FC e.V. steht vor der erfolgreichen Beendigung. Bei der Gläubigerversammlung am Dienstag, den 08. Dezember 2020 im Amtsgericht Chemnitz stimmten 99 Prozent für den vom Vorstand des CFC und Insolvenzanwalt Oliver Junghänel aufgestellten Schuldnerinsolvenzplan. Nach einer nunmehr laufenden 14-tägigen Rechtsmittelfrist erfolgt letztlich die Planbestätigung durch das Amtsgericht Chemnitz. Anschließend kann die Auszahlung der 164 Forderungen in Höhe von insgesamt rund 145.000 Euro an die insgesamt 124 Gläubiger erfolgen. Das Insolvenzverfahren des Chemnitzer FC e.V. wäre damit erfolgreich beendet.

„Wir erleben heute einen absolut historischen und positiven Tag in der Geschichte des Chemnitzer FC. Die harte Arbeit in den vergangenen Monaten hat sich ausgezahlt. Wir haben immer daran geglaubt, das Insolvenzverfahren mit Geschlossenheit erfolgreich zu beenden. Dass der Glaube in einen starken, zukunftsfähigen CFC da ist und der eingeschlagene Weg der vor einem Jahr gewählten Gremien der Richtige ist, hat uns heute die alles entscheidende Gläubigerversammlung mit einem eindeutigen Votum bewiesen“, so Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC e.V. nach dem Abstimmungs- und Erörterungstermin. 

„Der CFC ist wieder da! Danke an unsere Fans und alle Unterstützer, an meine Vorstandskollegen, den Aufsichtsrat, der uns das Vertrauen gegeben hat, die Gesellschafter und an alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die unendlich viele stressige Stunden bewältigt haben. Danke an die Mitarbeiter, Trainer, Übungsleiter und die Leitung des NLZ, die uns wieder und wieder den Rücken gestärkt haben und mit uns an eine Zukunft glauben“, so Polster weiter.

Insgesamt stimmten 61 der 62 anwesenden oder anwaltlich vertretenen Gläubiger dem vorliegenden Schuldnerinsolvenzplan zu.

„Die Gläubiger haben die Schlüssigkeit unseres Insolvenzplanes erkannt. Nach einer 14-tägigen Rechtsmittelfrist erhält der Insolvenzplan rechtliche Bestandskraft. Ein so deutliches Votum ist nicht alltäglich in einem Insolvenzverfahren, dass sich über einen solch langen Zeitraum erstreckt. Die Gläubiger vertrauen dem Chemnitzer FC wieder. Das ist ein tolles Signal für die Zukunft des Clubs“, erklärte Insolvenzanwalt Oliver Junghänel.

Der Insolvenzplan des CFC weist für die Gläubiger eine Quote von 5 Prozent (rund 145.000 Euro) aus. Hinzu kommen noch so genannte bevorrechtigte Forderungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, wie etwa Löhne und Sozialversicherungsbeiträge. Diese sind neben den Verfahrenskosten und der Vergütung des Insolvenzverwalters in voller Höhe auszuzahlen (rund 362.000 Euro). Alle Forderungen werden hauptsächlich aus den eingegangenen finanziellen Unterstützungen der CFC-Fans bezahlt. 

Die Mitglieder, Fans und Unterstützer des Chemnitzer FC hatten in einer beispielhaften Rettungsaktion innerhalb weniger Wochen über 540.000 Euro gesammelt. Dadurch konnten die erforderlichen Mittel für die Beendigung des Insolvenzverfahrens mittels Schuldnerinsolvenzplan nachgewiesen werden. Das durch die Fans, Mitglieder und Unterstützer eingezahlte Geld liegt für diesen Zweck bis zur Ausschüttung sicher auf dem durch die Rechtsanwaltskanzlei Elsner & Appel verwaltetem Treuhandkonto.

Romy Polster: „Wir haben unsere Chance auf eine positive Zukunft genutzt, wir haben den Absprung gerade nochmal geschafft! Der Grundstein ist heute gelegt. Jetzt gilt es, einen funktionierenden Verein wieder aufzubauen! Dafür brauchen wir Mitglieder, die mitgestalten wollen, die den Verein stärken. Wir werden die drei Buchstaben CFC wieder positiv besetzen.  Der CFC wird wieder Botschafter der Stadt Chemnitz werden. Der Weg, die Arbeit beginnt erst jetzt. Dazu brauchen wir die neue Geschlossenheit, den Zusammenhalt und Ehrlichkeit.“