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12.06.2023 - 11.16 Uhr | 1. Mannschaft

Große Siege, bittere Niederlagen, ein Hoffnungsschimmer - Das war die Saison 2022/2023

Vom Geheimfavoriten zur Bezirkshauptstadt bis Tabellenplatz acht: die Spielzeit 2022/23 hielt für den Chemnitzer FC große Siege, aber auch einige bittere Niederlagen bereit. Wir schauen auf die Höhen und Tiefen der vergangenen Saison zurück.

Der märchenhafte Sachsenpokaltriumph gegen Chemie Leipzig im Mai letzten Jahres brachte dem Chemnitzer FC mit dem 1. FC Union Berlin ein absolutes Traumlos in der 1. DFB-Pokal-Runde. Die Vorfreude auf die neue Saison war groß – auch weil Kapitän Tobias Müller sowie Eigengewächs Tim Campulka ihre Verträge verlängerten und die Saisongeneralprobe gegen Drittliga-Absteiger Viktoria Berlin (2:0) gelang.

Eine Minute nach 18 Uhr am ersten August-Abend pfiff Schiedsrichter Bastian Dankert das mit Spannung erwartete Ost-Duell mit den Eisernen und damit auch die neue Saison an. Vor 13.465 Zuschauern im Stadion – An der Gellertstraße boten die Himmelblauen dem späteren Champions-League-Qualifikanten einen großen Kampf bis in die Verlängerung hinein. Trotz verpasster Pokalsensation nahm der CFC den Schwung mit und startete erfolgreich in die Regionalliga-Saison.

Auf den starken Start gegen Tennis Borussia Berlin (3:0) folgte im nächsten Heimspiel ein 1:0-Sieg im Prestige-Duell gegen Vorjahresmeister BFC Dynamo. Außerdem sorgte die Rückkehr von Eigengewächs Chris Löwe für Euphorie unter den Fans. Endlich zurück in seinem "himmelblauen Wohnzimmer" konnte der Deutsche Meister und DFB-Pokalsieger von 2012 aber nicht verhindern, dass der CFC drei Niederlagen in Folge einstecken musste und so den Anschluss an die Tabellenspitze verlor. Anderthalb Monate lang blieben die Himmelblauen ohne Sieg.

Abseits des Rasens setzte sich die Profimannschaft für soziale Zwecke ein. Nachdem bereits dem Elternverein krebskranker Kinder auf dem DFB-Pokaltrikot eine Plattform geboten wurde, veranstaltete der CFC einen Toleranztag mit der Oberschule Altendorf, machte mit der Aktion "Movember" auf Männergesundheit aufmerksam, spendete 100 Tickets für die Brandhelfer der Sächsischen Feuerwehren, ging zur Blutplasma-Spende, verkaufte auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein für den guten Zweck, versteigerte exklusive Portraits für die Amadeu-Antonio-Stiftung und positionierte sich klar gegen die Winter-WM in Katar und für regionalen Fußball.

Positive Schlagzeilen schrieb in dieser Zeit auch endlich wieder unser Team. Nach der Durststrecke zum Herbstbeginn, startete das Team von Cheftrainer Christian Tiffert richtig durch. Elf Ligaspiele in Folge blieb der CFC ohne Niederlage und holte zwischen Oktober und Februar 27 von möglichen 33 Punkten. Nach dem Trainingslager im türkischen Belek klopften die Himmelblauen an der Tabellenspitze an und mischten das Meisterrennen auf. Im Nachholspiel beim FC Viktoria Berlin hatten sie die große Möglichkeit den Platz an der Sonne zu erobern, an jenem Mittwochabend am 15. Februar nahm die Chemnitzer Saison aber eine ganz entscheidende Wendung. Auf die 0:3-Klatsche im Stadion Lichterfelde folgte eine bittere Gewissheit: wie schon in der Hinrunde hatte der CFC gegen Erfurt (0:1), Cottbus (0:2), Chemie Leipzig (0:3) und die VSG Atlglienicke (0:1) nichts entgegenzusetzen. Nur einen Monat nach dem möglichen Sprung an die Tabellenspitze lagen die Himmelblauen plötzlich 13 Punkte hinter Platz eins.

Die Stimmung vor dem Viertelfinale im Wernesgrüner Sachsenpokal war bescheiden. Dabei sollte es das größte Bezirksderby der letzten 35 Jahre werden. Die Gäste aus dem Erzgebirge reisten ebenfalls in schwacher Form an und wurden von den Himmelblauen komplett überrumpelt. Im Stile einer Pokalmacht fertigten die Chemnitzer die erzgebirgischen Gäste auf der Fischerwiese ab und ließen den Klassenunterschied unsichtbar erscheinen. Angetrieben von 14.006 ekstatischen Fans machten Kircicek (1.), Campulka (14.) und Brügmann (83.) die Sensation perfekt. Der Derbysieg sollte aber das letzte große Highlight der Saison bleiben. Denn auch nach dem Sachsenpokal-Finaleinzug in Neugersdorf fanden die Himmelblauen nicht mehr richtig in die Spur, rutschten in der Tabelle der Regionalliga Nordost auf den achten Rang ab und verloren das Sachsenpokal-Finale beim 1. FC Lokomotive Leipzig verdient mit 0:3 (0:1).

Wie schon in der vergangenen Saison, als elf Spieler den Verein verließen, verabschiedete der CFC zum Saisonende acht Spieler. Darunter Eigengewächs Tim Campulka, Torwart-Legende Jakub Jakubov und Topscorer Felix Brügmann. Begleitet von Unruhen innerhalb des Vereins aufgrund des Rücktritts des gesamten Vorstandes um die Vorsitzende Romy Polster hat der Club für die kommende Saison einen neuen Weg ausgerufen. Mit Fokus auf die gute Arbeit im Nachwuchsleistungszentrum des CFC sollen im Kader der neuen Saison mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft integriert werden. Der erste Jungspund stieß mit Jannik Wolter bereits Mitte der vergangenen Saison zum Team und macht Hoffnung auf eine talentierte Zukunft.