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25.02.2022 - 14.17 Uhr | 1. Mannschaft

Himmelblauer Senf: Die Kolumne | 2. Ausgabe

Wer erinnert sich nicht zurück an den himmelblauen Senf auf den Würstchen zu den Heimspielen an der Gellertstraße? Der 2017 eingeführte Senf war kultig, vielleicht gewöhnungsbedürftig aber vor allem eines: echt himmelblau. Den farbenfrohen Senf gibt es nicht mehr. Doch von nun an gibt Sportjournalist Ulli Ludwig seinen Senf zum aktuellen CFC-Geschehen dazu. Natürlich etwas himmelblau gefärbt... und manchmal etwas scharf.

Torjubel a la Felix Brügmann: "Den hat Lewandowski von mir abgeguckt"

Elf Minuten hat Felix Brügmann (29) für seine Torpremiere benötigt. Nun will er gegen Chemie Leipzig im Duell mit seinem Bruder nachlegen: Wie ein WhatsApp-Emoji seine Karriere veränderte und die Copacabana im Sommer zum Glücksfall für den Chemnitzer FC werden könnte. Himmelblauer Senf.

Was gibt es nicht alles für legendäre Brüderpaare im Fußball. Die Rummenigges prägten eine ganze Fußballer-Generation, die Boatengs sorgen noch heute auf und abseits des Platzes für Furore - und die Kroos-Brüder stellen nicht nur einen Weltmeister, sondern mittlerweile sogar einen eigenen Podcast. Scrollt man in dieser Liste etwas weiter nach unten findet man auf Regionalliga-Ebene auch die Gebrüder Brügmann, die sich am Freitagabend erneut mit ihren Teams gegenüberstehen.

"Ich habe ihm gesagt, er soll es auf die Bank schaffen, auch wenn er nicht spielt", erzählt Felix vor dem Spiel. Bruder Florian ist leider am Innenband verletzt und wird das Spiel gegen Chemnitz verpassen. Neben dem Treffen auf dem Rasen geht es bei diesem Duell aber vor allem um die Ehre: "Für mich wäre ein Sieg wichtig, damit ich mich in der Familie überhaupt noch blicken lassen kann", lacht Felix. Vater Uwe - zuletzt Trainer bei Felix' Jugendklub SSV Güster in der Verbandsliga Schleswig-Holstein - wird es leider nicht rechtzeitig zum Flutlichtspiel schaffen: "Er kommt aber am Samstag sozusagen zur Nachspielzeit."

Die wird aller Voraussicht nach in Leipzig stattfinden. Dort lebt Felix nämlich mittlerweile mit seiner Freundin. Nicht nur wegen seiner Zeit bei Lok, sondern auch weil Bruder Florian mittlerweile dort wohnt, zu dem er trotz einiger Rangeleien in der Kindheit heute ein "sehr gutes" Verhältnis hat. Außerdem fährt es sich mit Robert Zickert, Christian Bickel und Niklas Hoheneder in der Fahrgemeinschaft Messestadt ganz gut, habe ich mir sagen lassen.

Bekommt Chemnitz im Sommer einen Brasilianer?

Fußballerisch hat sich Felix Brügmann in seiner Karriere oft verändert. Nach seiner Zeit im hohen Norden lief er seit 2016 für Lok Leipzig, den Berliner AK, Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und Altglienicke auf. Beim Chemnitzer FC läuft sein Vertrag nun erstmal bis Sommer 2023. Schließlich will er sein Team in der kommenden Saison mit ganz neuen Fähigkeiten bereichern: "Meine Freundin kommt aus Brasilien und über die Weihnachts-Feiertage war ich mit ihr in ihrer Heimat. Im Sommer wollen wir dann nochmal hin - Richtung Rio. Vielleicht kann ich mir dann dort am Strand den ein oder anderen Trick abgucken."

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Was hat es mit dem X-Torjubel auf sich? Der war doch eigentlich ein Markenzeichen von Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. "Den hat er von mir abgeguckt", lacht Brügmann und erklärt: "Nach selbst erzielten Toren habe ich damals bei WhatsApp angefangen, diesen Emoji zu benutzen. Und dann habe ich es einfach auf den Platz übernommen." Eigentlich symbolisiert der Emoji ein Stopp-Signal. Er selbst interpretiert es lieber mit "rasiert". Na dann: Hoffen wir mal, dass Felix Brügmann für den Chemnitzer FC noch so einige Defensivreihen "rasiert".

Ulli Ludwig ist freier Sportjournalist und Sportfan. Er kann sich für Fußball, Basketball, Tennis, Wintersport und American Football begeistern. An manchen Abenden ist er auch am Schachbrett zu finden. An der Tischtennis-Platte hat er sich gegen die CFC-Presseabteilung ordentlich geschlagen und darf deshalb nun seinen "Himmelblauen Senf" zum Spieltags-Geschehen dazugeben.