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01.09.2020 - 16.25 Uhr | 1. Mannschaft

„Ich will mich nicht verstellen.“

Sechs Spieler sind in der Sommerpause beim Chemnitzer FC geblieben und vier aus dem eigenen Nachwuchs aufgerückt. Hinzu kamen insgesamt 14 neue Gesichter - Eines davon gehört zu Lukas Aigner. Ein echter bayrischer Junge, der zum ersten Mal in seiner Karriere nicht in seinem Heimat-Bundesland spielt. Christoph Antal sprach für das ClubMagazin vor dem Heimspiel gegen den VfB Germania Halberstadt mit dem neuen CFC-Verteidiger.

Ein guter Monat ist seit deiner Vertragsunterschrift in Chemnitz vergangen - Wie waren die ersten Wochen hier für dich? 
Aigner: „Normalerweise ist die erste Zeit nach einem Vereinswechsel ein bisschen stressig. Oftmals wohnt man noch im Hotel, muss sich eine neue Wohnung suchen und man kennt die Mannschaft noch nicht. Das sind viele unbekannte Faktoren. Aber ich muss sagen, dass die Mannschaft mich hier überragend aufgenommen hat. Außerdem habe ich schnell eine Wohnung mit meiner Freundin gefunden und mir gefällt es hier sehr. Deshalb waren die ersten Wochen wirklich top.“ 

Für dich ist es auch das erste Mal außerhalb Bayerns. Wie hast du die Chemnitzer bisher kennengelernt? 
Aigner: „Sportlich ist es meine erste Station außerhalb Bayerns, das stimmt. Alle Leute aus Chemnitz und der Region, die ich bisher kennengelernt habe, sind freundlich, unheimlich offen und auch sehr direkt. Das meine ich aber absolut positiv – die Menschen hier sagen einfach was sie denken und das finde ich gut.“ 

München, Burghausen und jetzt Chemnitz. Hast du dir die Stadt so vorgestellt? 
Aigner: „Nein, absolut nicht. Natürlich kann man die Stadt nicht mit München vergleichen. Ich hatte aber vorab verschiedene Meinungen über Chemnitz gehört. Jetzt wo ich selbst hier bin muss ich sagen, dass es keinen Grund gibt negativ zu reden. Man hat hier alles was man braucht, kann entspannt mit Freunden in der Innenstadt sein oder am Schlossteich abschalten. Und wenn man in eine größere Stadt möchte, dann ist man auch schnell in Dresden oder Leipzig. Ich fühle mich wirklich wohl hier.“

„Es denkt jeder an das Team und wir sind füreinander da.“

Du bist bei uns Teil einer (fast) völlig neuen Mannschaft geworden. Wie ist das Team in den ersten Wochen zusammengewachsen und was macht deiner Meinung nach die Mannschaft aus? 
Aigner: „Ich muss sagen, dass man der Mannschaft kaum noch anmerkt, dass sie vor wenigen Wochen neu zusammengestellt wurde. Es sind ganz viele verschiedene Charaktere, aber keiner hält sich für etwas Besseres oder will bevorzugt werden. Es denkt jeder an das Team und wir sind füreinander da. Ich glaube, das macht uns richtig stark. Das könnte unser großes Plus in diesem Jahr sein.“ 

Am Samstag habt ihr den Wernesgrüner Sachsenpokal gewonnen. Wie groß ist die Freude auf die „Bühne“ DFB-Pokal? 
Aigner: „Die Vorfreude ist natürlich riesig! Wir haben die Chance im DFB-Pokal gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich für die Europa League qualifiziert hat. In diesem Spiel kann man ganz Deutschland zeigen, was man kann und was für eine super Truppe wir sind. Dementsprechend haben wir alle Bock darauf.“ 

Bis Hoffenheim stehen aber noch ein paar wichtige Spiele in der Regionalliga an. Wie schätzt du die Liga an sich ein?  
Aigner: „Absolut richtig – jetzt gilt es erstmal in der Liga abzuliefern. Die Regionalliga Nordost hat viele Mannschaften mit guter Qualität. Deshalb glaube ich, dass in dieser Liga jeder gegen jeden gewinnen kann. Umso wichtiger ist es, dass wir immer mit 100 Prozent in die Spiele gehen, um am Ende erfolgreich zu sein.“ 

„Ich identifiziere mich gern mit meinem Verein.“

Du warst bei deinen Stationen beim Publikum sehr beliebt, gehst auch sonst fast immer mit einem Lächeln durchs Leben - würdest du dich selbst auch als Frohnatur einschätzen? 
Aigner: „Ich bin einfach ein offener Typ, der so ist, wie er ist. (lacht) Ich will mich nicht verstellen und identifiziere mich gern mit meinem Verein, um auch in den Spielen alles raushauen zu können. Wenn das bei den Fans und im Umfeld gut ankommt, dann freut mich das natürlich umso mehr. Ich bin in der richtigen Situation immer für einen Spaß zu haben und versuche im Leben stets das Positive zu sehen. Außerhalb des Platzes kann man mich also schon als Frohnatur bezeichnen, aber auf dem Platz will ich schon eher der unangenehme Typ sein.“ 

Was macht Lukas Aigner, wenn er nicht Vollgas auf dem Platz gibt, sondern Freizeit hat?
Aigner: „An diesen Tagen bin ich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit meiner Freundin bei meiner Familie anzutreffen oder unternehme etwas mit den Jungs aus meiner Heimat. Diese Kontakte sind mir sehr wichtig. Außerdem probiere ich mich in meiner Freizeit heimlich, still und leise an der Gitarre aus oder jage den nächsten Neun-Darter in die Dartscheibe (lacht).“

Lukas, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute beim Chemnitzer FC!