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17.09.2024 - 12.46 Uhr | 1. Mannschaft

Interview mit Jens Oppermann: "Der Verein ist mein Leben"

Jens Oppermann hat nicht nur 100 Stammtische organisiert, sondern auch als Fanshop-Mitarbeiter und Reporter des Blindenradios gearbeitet. Über viele Jahre hinweg war er eine der treuesten Seelen des Vereins und ist jedem Himmelblauen durch sein außergewöhnliches Engagement bekannt. Leider musste er aufgrund einer Krankheit sein ehrenamtliches Engagement für den CFC einstellen. Anlässlich des 300. Jubiläums des CFC-Kult-Stammtisches am Mittwochabend im Stadion – An der Gellertstraße haben wir ihm im Vorfeld fünf Fragen gestellt.

Lieber Jens, dein Leben hast du dem Club gewidmet und in unzähligen Facetten deine Hingabe gezeigt. Hand aufs Herz – was bedeutet dir der Verein?

Oppermann: Meine Ehefrau wird es mir verzeihen, wenn ich sage: Der Verein ist mein Leben – ich sehe ihn wie meine zweite Frau. Das Schönste daran ist, dass meine geliebte Ehefrau mich all die Jahre leidenschaftlich unterstützt hat. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar.

Wie ist die tiefe Verbindung zum CFC entstanden?

Oppermann: Es sind die vielen kleinen, hochemotionalen Momente, die diese Liebe bei mir entfacht und über die Jahrzehnte wachsen lassen haben. Diese Erlebnisse bleiben für immer in meinem Herzen, weil sie mit besonderen Menschen verbunden sind. Seit meiner Geburt bin ich Himmelblauer, und mein Platz im Stadion war immer sicher. Selbst als ich 20 Jahre beruflich in Stuttgart verbracht habe, blieb die Verbindung zum CFC stark. Nach meiner Rückkehr nach Chemnitz bin ich durch die ehemalige Fanbeauftragte Peggy Schellenberger erst Fanshop-Promoter geworden und habe mich später dem Stammtisch verschrieben.

Jemand, der so lange dabei ist wie du – welcher Spieler oder Trainer konnte dein Herz besonders gewinnen?

Oppermann: Da sind zum einen die Helden der Meistermannschaft, die ich zuerst durch meine Funktionen und später persönlich kennenlernen durfte. Es fällt mir schwer, Namen herauszugreifen, aber Bittermann, Bähringer, Sorge und natürlich Laudeley gehören sicher zu meinen Helden. Sie haben mich geprägt, und einige von ihnen sind dem Verein bis heute verbunden. Das freut mich besonders. Bei den Trainern sind Joachim Müller, Hans Meyer, Christoph Franke und Gerd Schädlich für mich die Großen. Sie haben den Verein zu Erfolgen geführt und waren alle Gäste beim 200. Stammtisch.

Der Verein hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Wie siehst du die heutige Situation und welchen Wunsch hast du für die Zukunft?

Oppermann: Ich sehe den CFC wie eine startende Rakete – es fehlt nur noch jemand, der die Zündung vornimmt. Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Nähe werden gerade wieder aufgebaut, wie etwa durch die Aktion der 66 Freikarten für Chemnitzer Bürger. Der eingeschlagene Weg ist richtig, auch wenn er vielleicht länger dauern könnte. Auch das Umfeld braucht Geduld. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Verein Ruhe bewahrt und offen sowie ehrlich bleibt. Wichtig ist, keine Luftschlösser mehr zu bauen – mit Insolvenzverfahren und deren Folgen haben wir genug erlebt. Sportlich wünsche ich mir den Aufstieg in die 3. Liga und irgendwann die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Ebenso hoffe ich, dass unser Blindenradio und die Gellertwelle wieder stärker im Verein verankert werden und von engagierten Menschen weitergeführt werden. Gerade die junge Generation wird hier in Zukunft mehr gefragt sein.

Ein Herzensthema von dir ist der CFC-Stammtisch. Was wünschst du dir für die Zukunft nach dem 300. Stammtisch?

Oppermann: Ich wünsche den Organisatoren rund um Jens Seidel weiterhin maximalen Erfolg, besonders beim Weihnachtsstammtisch. Es wäre toll, wenn viele Trikots versteigert und Sponsoren gefunden werden, damit wir auch in Zukunft hohe Spendensummen für den Nachwuchs erzielen können. Vor allem hoffe ich, dass der Stammtisch gut besucht bleibt und von unseren Fans weiterhin so großartig unterstützt wird.

Danke, lieber Jens, für dein großartiges Engagement über all die Jahre für unseren CFC.

Interview: Nico Götze & Henry Buschmann