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11.09.2024 - 12.01 Uhr | 1. Mannschaft

Coach Jagatic mit bewegender Rede für Fritz Feister nach dem Chemie-Spiel

Das Spiel war längst abgepfiffen, als am späten Dienstagabend um 21.51 Uhr die Pressekonferenz in den Stadionkatakomben des Chemnitzer FC begann. Das enttäuschende 0:1 und die fünfte CFC-Niederlage in Folge rückten für einen Moment in den Hintergrund. Statt den Sieg seiner Mannschaft zu analysieren, nutzte Gäste-Trainer Miroslav Jagatic die Gelegenheit, um durch ein bewegendes Statement den Fokus auf den kürzlichen Tod der FCK-Legende Fritz Feister zu lenken – eine große Geste in der Stunde seines Erfolgs.

Vier Tage zuvor war Meisterspieler Feister verstorben, und vor dem Anpfiff ehrten Heim- und Gästefans, beide Mannschaften sowie alle Betreuer den verdienten Fußballer und großartigen Menschen mit einer Schweigeminute. Zusätzlich liefen die Himmelblauen mit Trauerflor auf.

"Das ist ein Moment, in dem man vorsichtig ausholen muss. Wir blicken oft auf die 60er- und 70er-Jahre zurück und bewundern, was die Menschen damals erreicht haben. Davon sind wir heute meilenweit entfernt, ob bei der BSG Chemie, dem Chemnitzer FC oder anderen Traditionsvereinen. Mit Fritz Feister hat Chemnitz einen großartigen Fußballer und vor allem einen guten Menschen verloren. Ich möchte der Familie mein tief empfundenes Beileid aussprechen und ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit wünschen. Am Ende des Tages geht es bei allem Konkurrenzkampf um mehr als Fußball – es geht um einen Menschen, der den Fußball gelebt hat und dem dieser Verein viel zu verdanken hat. Deswegen möchte ich diesem Menschen meinen Respekt zollen", erklärte Jagatic eindrucksvoll.

Die Kraft seiner Worte lag spürbar im Raum. In der anschließenden Fragerunde herrschte Stille unter den anwesenden Journalisten.

Hier gibt es die Pressekonferenz in voller Länge!

Vor dem Anpfiff hatte Stadionsprecher Olaf Kadner die Menschen im Stadion mit einer bewegenden Rede tief berührt: "Fritz Feister, Meister von 1967, Ehrenmitglied und ein Mensch, der uns mit seiner Freundlichkeit und Lebensfreude geprägt hat, ist am 6. September im Alter von 81 Jahren von uns gegangen. Fritz war ein optimistischer Mensch, der in jeder Lebenslage nach vorne blickte und stets freundlich auf seine Mitmenschen zuging. Gemeinsam mit seiner lieben Frau Barbara hat er die Stadionbesuche bis zuletzt sehr genossen und das Wiedersehen mit seinen Weggefährten stets geschätzt. Heute sind Barbara und ihr gemeinsamer Sohn Fabian hier im Stadion, um diesen Moment mit uns zu teilen."

Die 5.573 Zuschauer im Stadion sendeten am Ende der Schweigeminute mit einem warmen und langen Applaus einen letzten Gruß an Fritz Feister in den Chemnitzer Abendhimmel.

Vor der Begegnung legte der Chemnitzer FC einen himmelblauen Kranz an der Legendenwand nieder, auf der Fritz Feister verewigt ist. Bei der Eröffnung dieser Wand am 20. Juli war Feister noch persönlich anwesend. Der 1:0-Testspielsieg gegen Dynamo Dresden an diesem Tag war sein letzter Stadionbesuch – An der Gellertstraße.