Später Jonas Marx wird zum Matchwinner: CFC ringt Chemie Leipzig mit 1:0 nieder
Der Chemnitzer FC empfing vor stolzen 8.143 Zuschauern zum ersten Flutlichtspiel der noch jungen Saison am Mittwochabend die BSG Chemie Leipzig. Die Gäste standen am 3. Spieltag nach zwei Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:5 bereits gehörig unter Druck. Auch die Himmelblauen brauchten nach der 1:2-Auswärtsniederlage in Luckenwalde dringend einen Stimmungsaufheller – die Spannung vor dem Traditionsduell war also groß. Am Ende setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda nach einem leidenschaftlichen Auftritt mit 1:0 (0:0) durch.
Die Zuschauer stürmten bereits Tage vor der Partie den Vorverkauf, und auch an der Tageskasse bildeten sich lange Schlangen – sowohl im Heim- als auch im Gästebereich des eins-Stadions – An der Gellertstraße. So liefen die Mannschaften vor einer großen und stimmungsgewaltigen Regionalliga-Kulisse auf.
Ständchen zum 66. vom ganzen Stadion
Zuvor sang die Südkurve für Edelfan und Fahnenträger Gerdl ein Geburtstagsständchen. Die Kultfigur der Himmelblauen feierte seinen 66. Geburtstag standesgemäß an einem Heimspieltag seines geliebten CFC.
Stimmungsvoller Beginn mit viel Energie
Der CFC erwischte den etwas besseren Start. Flanken von Damer, ein Distanzschuss von Baumgart und ein energischer Ballgewinn von Bozic sorgten für Gefahr, doch Chemie-Keeper Böggemann hielt seinen Kasten zunächst sauber. Die Gäste setzten nach einer Viertelstunde erste Akzente, wurden aber bei ihrer größten Gelegenheit von Kapitän Müller rechtzeitig gestoppt.
Die Partie blieb intensiv und zweikampfbetont. Enke und Langner sahen auf Seiten der Leipziger früh Gelb, als die Emotionen erstmals hochkochten. Bei Enke hätte es als letzter Mann gegen den schnellen Alberico auch schon nach 25 Minuten eine andere Kartenfarbe sein können. Bei wolkenlosen 30 Grad gab es zur Mitte der ersten Halbzeit eine Trinkpause.
Damer mit Wucht an die Latte
Als der Ball wieder rollte, hielt das Stadion kurz die Luft an: Der CFC war nach einer halben Stunde dem Führungstreffer ganz nah, doch Damer traf unter Bedrängnis im Strafraum per Dropkick nur die Lattenunterkante (31.). Ein sehenswerter Abschluss, der mehr verdient gehabt hätte.
Beide Teams investierten weiterhin viel in die Partie. So blieb es mit Offensivaktionen auf beiden Seiten ein offenes und umkämpftes Spiel bis zum Halbzeitpfiff. Die Zuschauer sahen bis dahin ein äußerst unterhaltsames Regionalliga-Duell, das sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen von vielen Emotionen begleitet wurde – nur die Tore fehlten im ersten Durchgang.
Oldschool mit hohem Unterhaltungsfaktor
Mit dem Wiederanpfiff lief das Flutlicht auf der Fischerwiese an diesem herrlichen Sommertag unter Volllast. Es ging weiter munter hin und her – zeitweise erinnerte das Geschehen auf dem Platz an die gute alte englische Schule des Kick-and-Rush.
Diesmal setzten jedoch die Leipziger den ersten Akzent in der Offensive – und wie: Der frisch eingewechselte Lukas Griebsch brauchte in halblinker Position etwas zu lange bei der Ballverarbeitung, sodass Felix Müller in höchster Not den Einschlag verhindern konnte (51.).
Hohe Intensität, weniger Torraumszenen
Im Gegenzug meldeten sich auch die Himmelblauen in der zweiten Halbzeit an. Dejan Bozic tankte sich an der Strafraumgrenze frei und versuchte, Böggemann mit einem gefühlvollen Schuss aus 17 Metern zu überraschen. Doch der Chemie-Schlussmann war wachsam und klärte mit einer Hand zur Ecke.
Insgesamt taten sich beide Teams nun schwerer, in die gefährlichen Zonen des Gegners vorzudringen. In der 75. Spielminute konnte Böggemann einen Ball nicht festhalten und wischte das Leder im letzten Moment mit einem Reflex vor dem lauernden Baumgart weg. Auf der Gegenseite wurde nach einem geradlinig vorgetragenen Konter der Leipziger eine spektakuläre Rettungstat von Johannes Pistol wie ein Tor von der Südkurve gefeiert, als er den Ball per Grätsche vor dem einschussbereiten Ratifo entscheidend abfälschte.
Duda wechselt den Matchwinner ein
Beide Mannschaften wollten die drei Punkte, ohne dabei das Risiko einer Niederlage einzugehen. Es sah schon fast nach einem torlosen Remis aus, als der eingewechselte Neuzugang Jonas Marx von dem ebenfalls eingewechselten Tobias Stockinger bedient wurde und sich mit viel Willenskraft in vorderster Front durchtankte. Mit einer starken Körperbewegung umkurvte er den letzten Abwehrspieler und den Torwart und versenkte den Ball aus spitzem Winkel flach neben dem Pfosten – ein Treffer, der in der 87. Minute von den rund 7.000 himmelblauen Fans im Stadion frenetisch gefeiert wurde.
Fazit
Beide Teams investierten an diesem Mittwochabend viel und spielten lange mit offenem Visier auf Sieg. Der CFC war in Halbzeit eins mit dem Lattenkracher von Damer bereits nah dran, doch beiden Mannschaften fehlte lange das nötige Glück oder die entscheidende Präzision im Abschluss. Cheftrainer Benjamin Duda bewies schließlich das goldene Händchen, als er den 20-jährigen Marx in der 82. Minute einwechselte – nur fünf Minuten später wurde dieser zum Matchwinner.
Der CFC hat am kommenden Wochenende spielfrei, wenn die erste Runde des Sachsenpokals ausgetragen wird. Als Regionalligist steigen die Himmelblauen erst in der zweiten Runde in den Wettbewerb ein. Weiter geht es für die Duda-Elf am Samstag, 23. August 2025, um 14 Uhr mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg II – der Vorverkauf läuft bereits. Hier jetzt Tickets sichern!
Die BSG Chemie Leipzig empfängt am 4. Spieltag bereits am Freitagabend den SV Babelsberg 03 im Alfred-Kunze-Sportpark. Auch sie setzten am kommenden Pokalwochenende aus.
Chemnitzer FC – BSG Chemie Leipzig 1:0 (0:0)
CFC: Adamczyk 1 – Ekui 27, Bochmann 5, F. Müller 26, Pistol 18 – T. Müller 38 (C) (62. Stockinger 7), Erlbeck 6, Baumgart 29 (82. Mergel 10) – Alberico 11 (82. Marx 19), Bozic 33, Damer 13
BSG: Böggemann 22 – Lisinski 27 (46. Griebsch 17), Wendt 18 (80 Holenbach 3), Nadjombe 29 – Weigel 32 (88. Hoffmann 19), Mäder 7 (C), Kießling 31 – Langner 9 (58. Aliji 14), Friedrich 11, Seidel 10 (58. Ratifo 30)
Tore: 1:0 Marx (87.)
Zuschauer: 8.143



