Junge Schiedsrichterin zu Besuch beim CFC: "Wie können die hier so gelassen sein?"
Thekla Jeannine Schneider ist Schiedsrichterin. Seit einem Jahr pfeift sie auf Kreisebene Junioren-Spiele und hat großen Gefallen daran gefunden. Beim Heimspiel des Chemnitzer FC gegen den SV Babelsberg 03 (29.08.) durfte die 15-Jährige den Profi-Schiedsrichtern über die Schultern schauen und sprach anschließend über ihre Erfahrungen im ClubMagazin.
"Als allererstes habe ich mich gefragt, wie alle kurz vor Anpfiff noch so gelassen sein können", lacht Schneider. Vor Anpfiff der Partie durfte die Oederanerin das Schiedsrichtergespann um Johannes Schipke, Marko Wartmann und Patrick Kluge auf Schritt und Tritt verfolgen, überprüfte mit ihnen den Rasen und die Tore, nahm an den Besprechungen mit den Mannschaftsleitern teil und durfte das Stadion – An der Gellertstraße mal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen. Einen guten Schiedsrichter mache aus, dass er pünktlich zum Anpfiff von Gelassenheit zu absoluter Konzentration umschalten kann, lernte Schneider später und sagte: "Alle drei waren sehr nahbar und konnten mir viele nützliche Tipps geben."
Mit 14 Jahren lernte die geborene Chemnitzerin das Schiedsrichterwesen kennen, weil sie es "cool fand, eigene Entscheidungen treffen zu können und mittendrin im Fußballgeschehen zu sein". Beim SV Grün-Weiß Breitenau ging sie nach ihrem Anwärterlehrgang ihre ersten Schritte. Sofort knüpfte sie Kontakt zu weiteren Schiedsrichterinnen im Kreisverband Mittelsachsen. Schneider: "Hier können wir Erfahrungen austauschen und voneinander lernen, wie man mit schwierigen Situationen umgeht." Nach den Spielen bekomme sie überwiegend positives Feedback und Ermutigungen, ihrer Leidenschaft als Schiedsrichterin weiter nachzugehen. Selbst wenn sie mal mit einer Entscheidung daneben lag. "Man muss sofort entscheiden und kann nicht so lange drüber nachdenken, sonst entsteht eine neue Spielsituation. Das macht für mich dieses Hobby aus." Bereits in jungen Jahren habe sie dadurch gelernt, zu ihren Entscheidungen zu stehen. Schneider: "Das macht einen selbstbewusster. Mittlerweile ist es mir öfter egal, was andere sagen."
Bei #HEIMSPIEL Chemnitz half Schneider – die seit ihrer Kindheit CFC-Fan ist – aus und nahm im Anschluss auch an einer Podiumsdiskussion teil. Der Chemnitzer FC bedankte sich anschließend für ihr Engagement mit der Chance, für einen Abend bei den Profis zu hospitieren. Selbst mal bei den ganz großen zu pfeifen, habe sie sich nicht zum Ziel gesetzt, "aber wenn es klappen sollte, mache ich es aus voller Überzeugung sowie mit Leidenschaft". Und sicher auch mit großer Gelassenheit.
Hast du Lust bekommen, selbst Schiedsrichter zu werden? Melde dich bei uns! Wir begleiten dich auf deinen ersten Schritten.



