Zurück zur Übersicht

04.03.2026 - 21.30 Uhr | 1. Mannschaft

Kalte Dusche für den CFC: Später Leipziger Doppelschlag beendet Siegesserie

Der Chemnitzer FC trat am Mittwochabend zum Nachholspiel des 20. Spieltags bei der BSG Chemie Leipzig im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark an. Mit der Unterstützung von rund 650 mitgereisten CFC-Fans wollten die Himmelblauen vor 4.999 Zuschauern ihre Erfolgsserie von zuletzt drei Siegen in Folge fortsetzen. Für eine couragierte Leistung belohnten sich die Chemnitzer am Ende jedoch nicht: In Unterzahl verteidigte der CFC lange eine knappe Führung, ehe die Partie in der Schlussphase durch einen Leipziger Doppelschlag noch mit 1:2 verloren ging.

Cheftrainer Benjamin Duda vertraute seiner Erfolgself, die fünf Tage zuvor den SV Babelsberg im Heimspiel mit 5:1 besiegt hatte. Mit Tobias Stockinger und Anton Rücker nahmen zwei Spieler auf der Bank Platz, die zuletzt angeschlagen gefehlt hatten. Martial Ekui und David Wunsch verpassten die Auswärtsfahrt nach Leipzig krankheitsbedingt. Zudem stehen Niclas Erlbeck (Aufbautraining) und Johannes Pistol (Fußfraktur) weiterhin nicht zur Verfügung, mischten sich aber zur Unterstützung ihrer Mannschaftskollegen unter die Zuschauer in Leipzig.

Choreos eröffnen Regionalliga-Fight

Die Partie begann im Flutlicht direkt stimmungsvoll – auch dank sehenswerter Choreografien in beiden Fanblöcken. Auf dem Platz wurde die Energie von den Rängen sofort aufgenommen. Die Teams verzichteten komplett auf eine Abtastphase, stattdessen dominierten in den ersten Minuten intensive Zweikämpfe. So sah Tom Baumgart bereits nach 32 Sekunden die erste Gelbe Karte der Partie, nachdem er Ex-Chemnitzer Nils Lihsek rund zwanzig Meter vor dem eigenen Tor per energischem Tackling abgeräumt hatte.

Chemie bringt Chemnitz in Führung

Die erste gefährliche Torannäherung aus dem Spiel heraus leitete der CFC in der 10. Minute über die rechte Angriffsseite ein. Maurizio Grimaldi nahm Tempo auf und flankte scharf an den Elfmeterpunkt. Tobias Müller beschäftigte seinen Gegenspieler Julian Bell, von dessen Hinterkopf der Ball schließlich unhaltbar im eigenen Tor zur frühen Chemnitzer Führung einschlug.

Bozic verletzt – Marx kommt früh ins Spiel

Die Himmelblauen bestimmten in der Anfangsphase das Spielgeschehen, hatten mehr Ballbesitz und wirkten zunächst sehr souverän in ihrer Spielanlage. Trotz eines schwer zu bespielenden Rasens lief der Ball gut durch die Reihen der Duda-Schützlinge.

Für einen frühen Rückschlag sorgte jedoch die Verletzung von Toptorjäger Dejan Bozic. Der Stürmer war zuvor ohne Einwirkung eines Gegenspielers im Leipziger Strafraum umgeknickt, kämpfte sich noch einige Minuten durch und musste schließlich doch vorzeitig ausgewechselt werden. Für den Viererpacker aus dem Babelsberg-Spiel kam Jonas Marx in die Partie (31.).

Umkämpft bis zum Halbzeitpfiff

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zog sich der CFC etwas zu weit zurück. Dadurch übernahm Chemie zunehmend die Kontrolle und kam auch zu gefährlicheren Aktionen. Nach einem zu einfachen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung ergab sich nach einer Flanke von Ratifo die größte Möglichkeit für die Hausherren, als Mäder im Strafraum frei zum Abschluss kam, jedoch durch eine riskante Grätsche von Walther im letzten Moment gestoppt wurde (42.).

Viele Fouls und mehrere Gelbe Karten – unter anderem für Tobias Müller und Roman Eppendorfer – prägten die Schlussphase des ersten Durchgangs. Nach drei Minuten Nachspielzeit ging der CFC in einer äußerst umkämpften Partie mit einer knappen 1:0-Führung in die Pause.

CFC entwickelt Druck nach Wiederanpfiff

Der Chemnitzer FC kam nach der Pause zunächst ordentlich aus der Kabine und setzte auch die ersten offensiven Akzente. Die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatte Maurizio Grimaldi, der nach einer Flanke aus kurzer Distanz per Volley abzog (52.), den Ball jedoch knapp am langen Pfosten vorbeisetzte. Kurz darauf prüfte Alberico den weit vor seinem Tor stehenden Chemie-Keeper Bergmann mit einem Distanzversuch aus rund 40 Metern, der jedoch zu unplatziert war.

Chemie wird stärker – Baumgart-Platzverweis als Wendepunkt

Mit zunehmender Spielzeit gewann die BSG Chemie Leipzig mehr Kontrolle und erhöhte den Druck. Der CFC verteidigte lange diszipliniert, musste jedoch ab der 67. Minute in Unterzahl agieren: Tom Baumgart unterband einen Konter von Seidemann und sah nach seinem zweiten Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Die Himmelblauen reagierten mit personellen Anpassungen, unter anderem kam Felix Müller für Leon Damer in die Defensive.

Trotz Unterzahl hielt der CFC zunächst stand, doch Chemie kam nun zu mehreren gefährlichen Abschlüssen. Die größte Chance vergab Ratifo, der nach einer Flanke von Mäder völlig frei zum Kopfball kam, den Ball jedoch deutlich neben das Tor setzte (80.).

Chemie mit Doppelschlag – kalte Dusche für den CFC

In der Schlussphase kippte die Partie schließlich doch. Zunächst verwandelte Stanley Ratifo einen Foulelfmeter zum Ausgleich (85.), nachdem Felix Müller im Strafraum am Gegenspieler gezogen hatte. Nur zwei Minuten später schlugen die Gastgeber erneut zu: Rudolf Sanin nahm aus dreißig Metern Maß und setzte den Ball präzise unten links ins Eck. Für Daniel Adamczyk im Chemnitzer Tor war der Abschluss unhaltbar – der Leipziger Doppelschlag binnen weniger Minuten stellte die Partie auf den Kopf (87.).

In den verbleibenden Minuten versuchte der CFC noch einmal alles, um die Niederlage abzuwenden. In der sechsminütigen Nachspielzeit drückten die Himmelblauen auf den Ausgleich, doch klare Torchancen sprangen dabei nicht mehr heraus.

Bittere Niederlage nach drei Siegen in Folge

Unter dem Strich steht für den Chemnitzer FC eine äußerst bittere und unnötige Niederlage. Über weite Strecken hatte die Duda-Elf die Partie unter Kontrolle und verteidigte selbst in Unterzahl lange diszipliniert die knappe Führung. In der Schlussphase fehlte jedoch die Entlastung, wodurch Chemie immer stärker wurde und die Partie mit zwei späten Treffern noch drehte. Nach drei Siegen in Folge endet damit die Erfolgsserie der Himmelblauen – und das auf besonders schmerzhafte Weise.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Himmelblauen allerdings nicht. Bereits am Samstag steht die nächste Aufgabe an: Der Chemnitzer FC gastiert um 14 Uhr beim Halleschen FC. Die BSG Chemie Leipzig tritt einen Tag später auswärts bei Rot-Weiß Erfurt an.

BSG Chemie Leipzig – Chemnitzer FC 2:1 (0:1)

BSG: Bergmann – Aliji, Enke, Sanin, Bell – Mäder, Langner, Lihsek, Seidel, Seidemann – Ratifo

CFC: Adamczyk – Walther, Bochmann, Gebuhr, Baumgart – Müller (78. Stockinger), Eppendorfer, Alberico – Damer (70. Müller), Bozic (31. Marx), Grimaldi (78. Mergel)

Tore: 0:1 Bell ET (10.), 1:1 Ratifo FE (85.), 2:1 Sanin (87.)

Zuschauer: 4.999