"Klare Handschrift, viel Potenzial" – BFC Dynamo zu Gast in Chemnitz
Am Freitagabend ab 19 Uhr kehrt die Flutlichtstimmung ins eins-Stadion – An der Gellertstraße zurück, wenn der Chemnitzer FC den BFC Dynamo empfängt. Für die Himmelblauen soll die Partie zugleich ein Schritt nach vorn werden – nach dem Debakel in Zwickau eine Woche zuvor.
Junges Berliner Team im Umbruch mit klarer Spielidee
Die Berliner reisen als Tabellen-14. nach Chemnitz, doch ihre bisherige Saisonleistung ist nur bedingt ein verlässlicher Gradmesser. Der Rekordmeister der DDR befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbruch – sportlich wie strukturell. Trotz durchwachsener Ergebnisse ist der BFC weit davon entfernt, ein klassischer Abstiegskandidat zu sein. Dafür ist die spielerische Idee unter Cheftrainer Dennis Kutrieb zu klar und das Talent im Kader zu groß.
Im Sommer wurde der Kader radikal verjüngt: Aus der ältesten Mannschaft der Vorsaison wurde eines der jüngsten Teams der Liga. 20 Neuzugänge – überwiegend U23-Spieler – bilden nun das Fundament der Berliner, während zahlreiche etablierte Kräfte den Verein verlassen haben. Einige Talente haben sich bereits in der Regionalliga etabliert: Flügelspieler Willi Reincke sorgt konstant für Gefahr und zählt zu den besten Vorbereitern der Liga, während Innenverteidiger Moritz Polte mit 18 Jahren bereits Stammkraft ist und bislang keine Minute verpasst hat.
Die sportliche Bilanz spiegelt diesen Übergang wider: 18 erzielte Tore, 27 Gegentreffer – ein Team, das noch nach Stabilität sucht, aber die Qualität besitzt, jedem Gegner Probleme zu bereiten. Das zuletzt ausgefallene Spiel erschwerte die Vorbereitung zusätzlich, am Spielstil hat das jedoch wenig geändert: Der BFC setzt auf Ballbesitz, geduldigen Aufbau, starke Zentrumskontrolle und intensives Gegenpressing.
Heimspiel als Chance begreifen
Für den Chemnitzer FC bedeutet das eine Herausforderung – aber auch eine Chance. Wer die Berliner früh unter Druck setzt, kann sie zu Fehlern zwingen. Wer ihnen Raum für ihr Passspiel lässt, wird bestraft. Nur ein Punkt trennt beide Teams, beide wollen deutlich weg von den unteren Rängen, beide brauchen einen Sieg, um den nächsten Schritt zu gehen.
Alles ist angerichtet für ein intensives, taktisch anspruchsvolles Flutlichtspiel an der Gellertstraße – mit einem CFC, der vor heimischem Publikum den nächsten wichtigen Dreier holen und nach der krachenden Derby-Niederlage den erhofften Stimmungsumschwung einleiten will.
Die letzten fünf BFC-Partien im Überblick
Landespokal Berlin | Achtelfinale | Eintracht Mahlsdorf – BFC Dynamo 1:2 (1:0) n.V.
Regionalliga Nordost | 15. Spieltag | BFC Dynamo – FC Carl Zeiss Jena 2:3 (1:1)
Regionalliga Nordost | 14. Spieltag | 1. FC Lokomotive Leipzig – BFC Dynamo 3:0 (0:0)
Regionalliga Nordost | 13. Spieltag | BFC Dynamo – FC Eilenburg 2:1 (1:1)
Regionalliga Nordost | 12. Spieltag | Hertha Zehlendorf – BFC Dynamo 2:1 (0:0)
Frisch, flexibel, gefährlich
Cheftrainer Benjamin Duda erklärte vor dem Spiel gegen den BFC Dynamo auf der Spieltags-Pressekonferenz: "Der BFC hat seinen Kader im Sommer komplett neu aufgestellt – viele junge, frische und spielfreudige Spieler sind dazugekommen. Eine Mannschaft mit so viel neuem Personal braucht Zeit, um Konstanz in ihre Leistungen zu bringen. Sie hatten viele knappe Ergebnisse, zuletzt auch gegen Carl Zeiss Jena, aber ebenso einige deutlichere Niederlagen. Klar ist: Diese Mannschaft ist individuell stark besetzt und hat eine klare spielerische Handschrift. Sie wollen flexibel und variabel kombinieren. Unsere Aufgabe wird es sein, diese Spielfreude zu stören und ihre Abläufe immer wieder zu unterbrechen. Gleichzeitig wollen wir unsere Heimstärke nutzen und es ihnen so schwer wie möglich machen."
Personal: Erlbeck und Müller weiter nicht dabei
Niclas Erlbeck fällt mit seiner Knieverletzung noch bis Jahresende aus. Auch Kapitän Tobias Müller wird noch nicht gegen den BFC Dynamo spielen können. Nach seiner Oberschenkelverletzung konnte er bereits Teile des Mannschaftstrainings absolvieren – ein Pflichtspieleinsatz kommt allerdings zu früh. Alle anderen Akteure sind fit und einsatzbereit.
Bilanz: Klare Vorteile für die Hauptstadt
Die Geschichte der Duelle zwischen dem Chemnitzer FC und dem BFC Dynamo ist lang – die beiden Teams trafen insgesamt 62-mal aufeinander, beginnend im Jahr 1954. Während die Begegnungen zu Beginn noch relativ ausgeglichen waren, dominierte der BFC ab den späten 1970er-Jahren. Zwischen 1977 und dem Ende der DDR-Oberliga gewannen die Chemnitzer nur drei der 28 Begegnungen. Insgesamt stehen 17 Siege für den CFC, neun Unentschieden und 36 Niederlagen zu Buche.
Seit der Wiedervereinigung konnte der CFC neun der 19 Duelle für sich entscheiden, während die Berliner sechsmal als Sieger vom Platz gingen.
Schiedsrichter: Marvin Tennes aus Rostock
Der 24-jährige Unparteiische leitete bisher 16 Spiele in der Regionalliga Nordost. Den CFC pfiff er erst am 24. Spieltag der Vorsaison beim Auswärtsspiel bei der BSG Chemie Leipzig (2:2). Unterstützt wird Tennes von seinen Assistenten Sirko Müke und Florian Strübing.
Übertragung: Nicht im TV – nur beim CFC-Medienteam
Das Spiel wird nicht im TV oder im Stream übertragen. Dafür ist wie gewohnt das CFC-Medienteam beim Heimspiel gegen den BFC Dynamo für euch im Einsatz und nimmt euch direkt mit an den Spielfeldrand – dort erfahrt ihr wie immer alle wichtigen Infos, Hintergründe und Eindrücke vom Spieltag:
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Und bei ClubTV erwartet euch am Samstag im Spieltagsreport #17 eine Zusammenfassung mit allen entscheidenden Szenen, Stimmen und Eindrücken vom Heimspiel gegen den BFC Dynamo.



