Knapp 100 Tage Cheftrainer Duda: Der CFC dockt im Tabellenmittelfeld an
Der CFC hat nach dem Last-Minute-Sieg gegen Halle den Sprung in die obere Tabellenhälfte der besten Regionalliga Deutschlands geschafft – trotz des Spielausfalls gegen Viktoria Berlin und damit einhergehend einer Partie weniger als die meisten anderen Teams der Liga.
Die Himmelblauen stellen aktuell die beste Defensive der Liga mit nur neun Gegentoren. Auch in anderen Kategorien zeigen sie sich deutlich verbessert. Vor genau 93 Tagen, am 8. September 2024, übernahm Benjamin Duda die Verantwortung als Cheftrainer. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Mannschaft tief im Tabellenkeller fest. Der CFC hatte nach sechs Spielen gerade einmal magere vier Punkte auf dem Konto und damit als Drittletzter genauso viele wie der damalige Tabellenletzte.
Der große Turnaround der Duda-Elf begann vor sechs Wochen mit dem Auswärtsspiel beim FC Rot-Weiß Erfurt. Der CFC rangierte auf dem 16. Tabellenplatz, und "die Stimmung war nach dem Spiel gegen den VFC Plauen an einem Tiefpunkt", wie Offensiv-Allrounder Artur Mergel nach der Partie in Halle verriet. Das CFC-Medienteam veröffentlichte nach diesem Tiefpunkt einen Text mit dem Titel "Zwischen Potenzial und Verletzungspench: Warum der CFC besser ist als sein Tabellenplatz", der aufzeigen sollte, dass die Mannschaft schon damals statistisch mehr lieferte, als in der Tabelle abzulesen war, und prognostizierte einen Tabellenplatz zwischen neun und dreizehn.
Nun sind die Chemnitzer in diesem Bereich angekommen – sie belegen sogar den 9. Platz – und wir wollen sechs Wochen später für euch noch einmal genau checken, in welchen Kategorien sich die Mannschaft wie verbessert hat, wo weiterhin Nachholbedarf besteht und welche Werte gleichgeblieben sind.
Defensive als Konstante
Schon nach dem Spiel gegen den VFC Plauen Mitte Oktober verbuchten die Chemnitzer die drittwenigsten Gegentore der gesamten Liga. Seitdem kam kein einziges mehr dazu: Die Defensive rund um die Innenverteidiger Felix Müller und Robert Zickert hält seit 489 Minuten dicht – das entspricht fünf Spielen. Was eine bockstarke Bilanz! Für den CFC ist das bereits Regionalligarekord und auch im historischen Vergleich seit der Schaffung der neuen Regionalliga Nordost im Jahre 2012 müssen sich die Chemnitzer nicht verstecken.
Die Führung in dieser Kategorie hat der 1. FC Magdeburg inne. Im Frühjahr 2015 blieben die Sachsen-Anhaltiner ganze neun Spiele in Serie ohne Gegentreffer. Den zweiten Platz teilen sich der FC Carl Zeiss Jena, der FSV Zwickau und die VSG Altglienicke mit sieben Spielen ohne Gegentreffer. Dahinter folgen der FC Energie Cottbus, die TSG Neustrelitz und Viktoria Berlin mit sechs Spielen. Mit ihrer aktuellen Serie ohne Gegentor stehen die Chemnitzer bereits auf dem achten Rang. Diese Platzierung bietet noch Potenzial für weitere Verbesserungen, sollten die Himmelblauen ihre beeindruckende Defensivleistung fortsetzen.
Ein ausschlaggebender Moment dafür laut Mergel: "Der gehaltene Elfmeter von 'Adam' [Daniel Adamczyk; Anm.d.Red.] in Erfurt steht sicherlich sinnbildlich für den Aufschwung. Wir haben dort etwas glücklich einen Punkt mitgenommen und verstanden, dass wir, wenn wir selbst nicht treffen, zumindest hinten die Null halten müssen. Dann verlieren wir schon mal nicht."
Seit dem Erfurt-Spiel konnten sich die Chemnitzer weiter in den Zweikampfstatistiken steigern. Mittlerweile gewinnen die Himmelblauen 50,8 Prozent der Zweikämpfe (aktuell 6. im Ligavergleich) und 52,8 Prozent der Luftzweikämpfe (5.).
Effizienz verbessert
In den meisten Statistiken sind die Chemnitzer ziemlich konstant geblieben – die Ergebnisse haben sich mittlerweile aber den Leistungen angepasst, und zusätzlich "haben wir uns nun in einen kleinen Flow gespielt," so Mergel. In einer Kategorie haben sich die Chemnitzer allerdings erheblich verbessert: im Toreschießen!
Ein Schlüsselspieler des Aufschwungs ist Jong-min Seo, der erst Ende September als vereinsloser Spieler verpflichtet wurde. Der Flügelflitzer erzielte seitdem vier Treffer in zehn Spielen und ist damit Top-Torjäger der Chemnitzer. "Ich freue mich sehr, wenn ich das Tor schießen darf. Es ist aber wichtig, dass wir überhaupt treffen. Wir brauchen als Mannschaft die Tore und wollen jedes Spiel gewinnen. Dass ich treffe, ist nur die Kirsche auf der Torte für mich persönlich", gab der sympathische Südkoreaner nach seinem Last-Minute-Siegtreffer am vergangenen Wochenende in Halle zu Protokoll.
Seit dem Erfurt-Spiel Ende Oktober haben die Chemnitzer in fünf Spielen auch fünfmal getroffen. Das bedeutet den 14. Platz in diesem Zeitraum. Immer noch kein Spitzenwert, aber getreu dem Motto "Wenn hinten die Null steht, reicht vorn einer" punktet der CFC nun Woche für Woche konstant – und das teils bei absoluten Spitzenteams der Liga.
Serien-Killer trägt Himmelblau
Die VSG Altglienicke reiste mit acht ungeschlagenen Partien in Folge nach Chemnitz an. Der 1. FC Lok Leipzig konnte in dieser Spielzeit bisher sogar ausschließlich vom CFC bezwungen werden und der Hallesche FC verlor, bis die Chemnitzer kamen, noch kein Heimspiel und war sogar seit neun Pflichtspielen in Serie ungeschlagen. Der CFC präsentiert sich als echter Serien-Killer und sammelt damit auch bei vielen neutralen Beobachtern des Regionalliga-Fußballs neue Sympathien.
Die Berliner Hertha kommt am Sonntag mit einer Mini-Serie nach Chemnitz. Zuletzt blieb die Hertha zweimal ungeschlagen. Ob der CFC auch diese Serie reißen lassen kann, könnt ihr am Samstag ab 13 Uhr live auf der Fischerwiese erleben (Tickets gibt es hier im Onlineshop).
Lasst uns noch einmal zusammen unser himmelblaues Wohnzimmer an der Gellertstraße zum großen Jahresausklang rocken, damit der CFC im besten Falle seine eigene Serie von vier Siegen in Folge und fünf Regionalliga-Partien ohne Niederlage auch über den Jahreswechsel in 2025 mit der Unterstützung der CFC-Fußballfamilie ausbauen kann.



