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22.03.2025 - 15.35 Uhr | 1. Mannschaft

Auer Doppelschlag begräbt Chemnitzer Hoffnung auf Pokal-Sensation

Im Spiel des Jahres empfing der Chemnitzer FC am Samstag den ewigen Rivalen aus dem Erzgebirge zum Traditionsduell im Viertelfinale des Sachsenpokals. Für Chemnitz und Aue ging es an diesem Tag um nichts weniger als den Einzug ins Halbfinale des sächsischen Landespokals. Vor der Chemnitzer Saisonrekordkulisse von 14.812 Zuschauern lag schon seit Wochen ordentlich Druck auf dem Bezirksderby. Mehr als einen Monat vor Anpfiff waren alle Plätze im Stadion – An der Gellertstraße restlos vergriffen. Eine ganze Region fieberte diesem Duell entgegen.

Cheftrainer Benjamin Duda vertraute seiner bewährten Formation im 4-3-3 und brachte Dejan Bozic sowie Manuel Reutter in die Startelf zurück. Der CFC wollte als Außenseiter mutig auftreten, das Spiel nicht nur verteidigen, sondern aktiv mitgestalten. Doch gegen den Drittligisten aus dem Erzgebirge setzte es letztlich eine bittere 0:2-Niederlage – trotz großer Moral in Halbzeit zwei.

Aue startet druckvoll – CFC nervös

Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen. Aue machte von Beginn an Druck und spielte mit hoher Intensität. Schon nach neun Minuten musste Daniel Adamczyk das erste Mal retten, als er einen Kopfball von Nkansah nach einer Freistoßablage spektakulär über die Latte lenkte. Kurz darauf wurde Schmid nach Pass von Tashchy freigespielt, doch erneut blieb Adamczyk im Eins-gegen-eins Sieger.

Die Himmelblauen wirkten in dieser Phase nervös und überfordert, der Ball war meist schnell wieder weg. Lange Bälle verpufften, und im Spielaufbau fehlten Ruhe und Präzision. 

Doppelschlag bringt Schacht auf Kurs

In der 25. Minute dann der Rückschlag: Tashchy behauptete im Strafraum den Ball und legte auf Schmid ab, dessen Abschluss – abgefälscht von Zickert – unhaltbar im langen Eck landete. Vier Minuten später der nächste Nackenschlag. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Majetschak völlig frei am ersten Pfosten zum 0:2 ein. Aue belohnte sich für die dominante Anfangsphase, während der CFC kaum Zugriff fand. Das Eckenverhältnis von 0:5 nach 30 Minuten sprach Bände. So ging es auch in die Kabine. 

CFC mit Aufbäumen in Halbzeit zwei

Mit Wiederbeginn zeigte der CFC ein anderes Gesicht. Bozic prüfte Männel per Volley (46.), kurz darauf versuchten sich Damer und Baumgart (47.) – ein klares Zeichen: Jetzt wollten die Himmelblauen zurück ins Spiel. In der 57. Minute dann die Riesenchance: Mergel flankte flach, Bozic wurde geblockt, den Nachschuss setzte er über das Tor.

Die Chemnitzer waren nun deutlich präsenter, hatten mehr Ballbesitz und setzten sich phasenweise in der Auer Hälfte fest. Doch trotz intensiver Bemühungen fehlte die letzte Durchschlagskraft – die Flanken fanden keinen Abnehmer, die Abschlüsse verfehlten das Ziel.

Großer Kampf, doch kein Tor

Auch die Einwechslungen brachten frischen Wind: Karimani, Walther und Eppendorfer kamen, später folgten weitere Wechsel, um die Offensive zu beleben. Felix Müller rückte in die Spitze, Bozic blieb als Zielspieler vorne. In der 88. Minute fast der Anschluss: Lihsek konterte, fand Bozic, doch der verlor den Ball in aussichtsreicher Position – symptomatisch für den Nachmittag.

Defensiv hielt Adamczyk den CFC mit einer Fußabwehr gegen Tashchy im Spiel (84.). Doch auch in der hektischen Schlussphase wollte kein Treffer mehr gelingen.

Emotionen, Enttäuschung, Stolz

Nach dem Abpfiff war die Enttäuschung greifbar – Spieler und Fans wussten: In Halbzeit zwei war mehr drin. Doch gegen abgezockte Auer, die aus wenigen Chancen zwei Tore machten und defensiv kaum Schwächen zeigten, reichte die Aufholjagd nicht.

Ein emotionaler Pokalnachmittag, der trotz des Aus ein Highlight für die CFC-Familie war. Die Mannschaft zeigte nach schwacher erster Hälfte Moral und Leidenschaft – der Support von den Rängen war über 90 Minuten lautstark und vorbildlich. Am Ende bleibt der Stolz auf eine Pokalsaison mit starken Momenten und die Hoffnung, im nächsten Jahr wieder angreifen zu können.

Nächste Woche klopft dann der Liga-Alltag wieder an der Tür. Die Chemnitzer empfangen am Samstag ab 13 Uhr den Greifswalder FC. Der FC Erzgebirge bekommt es am selben Tag mit Energie Cottbus zu tun (14 Uhr).

Chemnitzer FC – Erzgebirge Aue 0:2 (0:2)

CFC: Adamczyk 1 – Lihsek 8, Zickert 21, F. Müller 23, Reutter 16 (80. Walther 4) – Mergel 10, T. Müller 38 (C) (80. Eppendorfer 25), Baumgart 29 – Seo 14 (70. Karimani 18), Bozic 33, Damer 13

AUE: Männel 1(C) – Rosenlöcher 29, Nkansah 24, Fallmann 17, Jakob 26 – Pepic 10 (70. Loune 30), Fabisch 20 (90. Hoffmann 19) – Majetschak 13, Tashchy 14 (89. Burghardt 21), Clausen 8 – Schmid 39 (90. Lima Stacziwa)

Tore: 0:1 Schmid (25.), 0:2 Majetschak (29.)

Zuschauer: 14.812