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09.08.2007 - 23.28 Uhr | Top-News

LVZ-Online: CFC Präsident zur Nachwuchsentwicklung

Chemnitz. Die Mannschaft steht, die Basis wackelt: Für den in die Oberliga abgestürzten Traditionsverein Chemnitzer FC liegen die Herausforderungen in dieser Saison weniger auf dem Rasen, als vielmehr auf dem Schreibtisch. Denn es fehlt an Sponsoren. „Die verbale Unterstützung ist da, die materielle ist aber noch ausbaufähig”, sagt Präsident Mathias Hänel und stellt enttäuscht fest, dass die hervorragende sportliche Entwicklung des Vorjahres noch nicht in den Geschäftsbüchern durchgeschlagen hat. Aufgrund dessen kann der CFC zwar in der Oberliga gut mitspielen, aber das Ziel 3. Profiliga ist nicht greifbar. Bliebe das so, würde damit vor allem die Perspektive für die zahlreichen talentierten Nachwuchs-Fußballer fehlen.

Was aus der Not heraus, am Tiefpunkt nach dem Regionalliga-Abstieg 2006, begann, hat sich in Chemnitz inzwischen zum Erfolgsrezept entwickelt: Das „Jugend-Forscht-Projekt” ist längst kein Experiment mehr, sondern Überzeugung. „Wir haben uns darauf fokussiert, auf Spieler zu setzen, die sich mit Verein und Region identifizieren”, erklärt Hänel. Die Personalpolitik in der Sommerpause folgte diesem Konzept ausnahmslos. Zwei Drittel des aktuellen Kaders haben sogar die hauseigenen Nachwuchsabteilungen durchlaufen. Die Umstellung für diese Spieler ist groß. Während sie im A-Juniorenbereich in der Bundesliga gegen Werder Bremen und den Hamburger SV antraten, müssen sie mit der Männer-Elf nun über die Dörfer nach Pößneck und Auerbach tingeln. „Diese Diskrepanz ist das Problem”, erklärt Hänel. „Als hervorragend ausgebildetes Talent willst du nicht vierte Liga spielen.” Bis 2009 sind die meisten der „Jungen Wilden” vertraglich gebunden. Bei aller Identifikation mit dem Club muss sich spätestens dann eine Perspektive abzeichnen, für Chemnitz eine finanzielle Frage. „Der Verein muss wirtschaftlich in die Lage versetzt werden, dass ein Talent, was beim CFC 18 Jahre alt geworden ist, auch weiterhin hier eine Zukunft sieht”, fordert Hänel: „Die Sponsoren sollten endlich wieder das Potenzial des Chemnitzer FC als Werbeträger erkennen. Leider wirkt die sportliche Talfahrt der Vorjahre nach.”

Um das Image weiter aufzupolieren, haben die Chemnitzer im Juni eigens einen Vorstand für Marketing kooptiert. Olaf Schoch soll die wirtschaftliche Basis, die sich momentan auf einen Pool mit 150 Sponsoren stützt, stärken. „Das ist ein wichtiger Schritt”, bemerkt Hänel. „Der Neubeginn muss auch intern noch nachhaltiger als Chance begriffen werden.”

Quelle: Michael Heinrich, dpa © LVZ-Online vom: Mittwoch, 8. August 2007