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09.04.2019 - 10.28 Uhr | Top-News

„Man telefoniert jetzt häufiger.“

Joshua Mroß wechselte zu Beginn des Jahres vom Wuppertaler SV nach Chemnitz. Beim Auswärtsspiel gegen den Berliner AK kam der Torhüter zu seinem Debüt für den CFC. Wir sprachen im Vorfeld des Heimspiels gegen Optik Rathenow mit dem 22-Jährigen.

Hallo Joshua, dein erstes viertel Jahr in Chemnitz ist bereits vorbei. Wie fällt dein erstes Fazit aus?
Es kommt mir ehrlich gesagt nicht vor wie ein Vierteljahr. Gefühlt waren es nur ein paar Wochen. Die Zeit ging sehr schnell vorbei. Ich fühle mich in Chemnitz sehr wohl und denke, dass ich hier gut angekommen bin. Ich freue mich auf die nächsten Monate.

Du bist überraschend im Laufe der Rückrunde ins Tor gekommen. Wie sehr warst du davon selbst überrascht?
Ich wusste, dass es am Anfang schwierig werden würde, denn Kuba hat eine gute Hinrunde gespielt. Mir wurde zu Beginn auch direkt von den Trainern mitgeteilt, dass ich mich erstmal hinten anstellen muss. Umso mehr freut es mich, dass es so schnell geklappt hat und ich jetzt spielen kann. Die letzten Ergebnisse waren leider nicht so optimal für uns. Wir versuchen, das alles wieder hinzukriegen und wieder in die Spur zu kommen.

Man nimmt dich auf und neben dem Feld als sehr ehrgeizig wahr.
Ich habe schon meine gewisse Mentalität. Ich hasse es zu verlieren. Egal, ob beim „Mensch ärgere dich nicht“ oder hier auf dem Platz. Das habe ich so von meinem Eltern mitbekommen und bis jetzt beibehalten. Ich glaube, diese Einstellung bringt mich weiter, auch wenn es manchmal ein wenig zu viel Ehrgeiz ist.

Was zeichnet dich sonst noch aus?

Ehrlichkeit, Respekt und Loyalität. Diese Sachen sind mir sehr wichtig.

Als Torhüter seid ihr ein Team im Team. Wie ist die Stimmung bei euch?
Ich finde, sehr gut. Wir sind alle drei sehr ehrgeizig im Training und arbeiten sehr hart. Gemeinsam mit unserem Torwarttrainer Thomas Köhler versuchen wir immer an unsere Grenzen zu gehen. Klar sind wir alle drei Konkurrenten, aber wir verstehen uns gut.

Chemnitz ist deine erste Station im Fußball-Osten. Gibt es einen Unterschied zum deinen vorherigen Vereinen?
Mir wurde immer gesagt, dass hier eine andere Mentalität herrschen würde, dass alles härter sei. Ich denke, wir sind aber eh eine Mannschaft, die Fußball spielen will und nicht nur lange Bälle spielt. Ich kann die Klischees, die es im Westen über den Osten gibt, nicht bestätigen, denn ich fühle mich hier sehr wohl.

Deine Familie war zuletzt auch in Chemnitz zu Besuch. Wie wichtig, ist der Faktor Familie für dich? 
Sehr, sehr wichtig. Ich habe vor meinem Wechsel nach Chemnitz noch im Elternhaus gewohnt und war viel mit meinen Großeltern unterwegs. Deswegen war es anfangs etwas schwierig für mich. Man telefoniert jetzt häufiger und mit meinem Bruder spiele ich nur noch über das Internet PlayStation.

Du hast dich früh dafür entschieden, neben dem Fußball ein zweites Standbein aufzubauen. Warum?
Ich studiere nebenbei BWL. Daran hat mein Papa einen großen Anteil. Ihm ist es wichtig, dass ich mich nicht nur auf den Fußball verlasse. In meinem ersten Jahr an der Uni habe ich mir das Kreuzband gerissen und den Meniskus beschädigt. Da habe ich schlagartig gemerkt, wie wichtig die Ausbildung ist. Ich muss schauen, wie die nächsten Jahre ablaufen und wo die Reise hingeht. Aber jetzt möchte ich mich erstmal auf den Fußball und Chemnitz konzentrieren.

Dafür weiter viel Erfolg und danke für das Gespräch!