Mehr Energie beim CFC
Auf Platz 7 beendete der Chemnitzer FC die vergangene Regionalliga-Saison. Dass mit Beginn der neuen Spielzeit 2009/10 auch das zweite Jahr in dieser Klasse folgt, entschied sich praktisch erst zum Schluss und damit viel zu spät. Gegenüber der Abstiegszone hatte der CFC ein Mehr von nur drei Punkten vorzuweisen. Gegen die ersten Sechs gelang in 12 Spielen kein einziger Sieg. Kurz, die Himmelblauen produzierten ihren Gegenwind oftmals selbst, zeigten Schwächen in der Chancenverwertung sowie im Defensivverhalten.
Folgerichtig musste die sportliche Führung um Manfred Kupferschmied und Chef-Trainer Gerd Schädlich reagieren. Sieben Spieler verließen den Verein. Im Gegenzug wurden vier Neuzugänge verpflichtet, von denen man sich eine qualitative Verstärkung erhofft; Andreas Richter (31 Jahre) und Philip Unversucht (22) für die Innenverteidigung, Stürmer Ralf Marrack (23) und Mittelfeldmann Ronny Garbuschewski (23) für die Offensive. Haben die drei Erstgenannten allesamt die Nachwuchsabteilung von Energie Cottbus durchlaufen, kam Ronny beim FC Sachsen Leipzig groß heraus. Beidfüßig ausgebildet, erzielte er in 100 Regional- und Oberligaspielen zwar nur 9 Tore, bereitete dabei aber 27 Treffer vor. Zusammen mit Benjamin Boltze (23), ebenfalls beidfüßig, bahnt sich ein kongeniales Duo an, das endlich Dampf nach vorn machen kann. Benjamin, der eigentlich schon mit Blümchen verabschiedet wurde, erarbeitete sich in anderthalb Jahren beim CFC 25 Scorerpunkte und viele Sympathien. Trotz des kleinen Sommertheaters wählten ihn die Fans zum zweitbesten Spieler der Saison, hinter Jörg Emmerich. Um die Defensive zu stabilisieren, gesellt sich nun mit Andreas ein weiterer zweitligaerfahrener Abwehrakteur zu Jörg hinzu.
Auch aus dem eigenen Nachwuchs-Leistungszentrum rücken wieder zwei Talente in die Erste Mannschaft auf. Marc Benduhn und Kerst Lehmann, beide 20 Jahre jung, konnten vor ein paar Wochen mit der U23 in die Landesliga aufsteigen und den Bezirkspokal gewinnen. Zuvor spielten sie mit den A-Junioren in der Bundesliga. Fast ebenso als Neuzugang kann Benjamin Förster (19) gelten. Nahezu die gesamte letzte Saison ausgefallen, weil sein Rücken schmerzte, reichte es inzwischen wieder für eine ausgiebige Spritztour auf dem Sachsenring, wie der Stadtstreicher berichtete. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, weder für ihn noch für die gesamte Mannschaft. "Helden gesucht" skandierte die Südkurve im letzten Heimspiel. Zumal die Regionalliga diesmal kein Neuland darstellt, sind die himmelblauen Profis aufgefordert, auf dem Platz Gas zu geben. Nicht allein für den Verein, sondern vor allem für die Fans und die Region.



