Mit viel Kampf und Leidenschaft: CFC erarbeitet sich Sachsenpokal-Halbfinale beim FC Grimma
Für den Chemnitzer FC ging es am Samstag im Viertelfinale des Sachsenpokals zum FC Grimma. Vor 942 Zuschauern – mehr als die Hälfte davon aus Chemnitz – wollten die Himmelblauen ihrer Favoritenrolle gerecht werden und den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. Das gelang: Nach einer durchwachsenen Leistung setzte sich der CFC mit 1:0 beim Oberligisten durch.
Cheftrainer Benjamin Duda veränderte seine Startelf im Vergleich zum 4:1-Heimsieg gegen Jena auf einer Position: Für Aaron Mensah rückte Domenico Alberico nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Anfangsformation.
Nicht zur Verfügung standen Tobias Müller (Kniereizung), Niclas Walther (Innenbandverletzung), Dario Gebuhr (Gehirnerschütterung) sowie Niclas Erlbeck und Johannes Pistol (beide im Aufbautraining). Zudem musste Artur Mergel nach einem Schlag im Training kurzfristig passen – muskuläre Probleme verhinderten einen Einsatz.
Grimma sorgt für ein ausgeglichenes Duell
Unters Publikum mischte sich auch der ostdeutsche Kulttrainer Joachim Steffen, der auf Einladung der Grimmaer beim Pokalduell dabei war. Der 75-Jährige trainierte neben Lok Leipzig auch noch einige weitere Ostclubs – darunter mit dem SV Grimma 1919 den Vorgänger des FCG.
Die Anfangsviertelstunde gestaltete der in Rot gekleidete Oberligist total offen. Der Chemnitzer FC hatte zwar mehr Ballbesitz und kontrollierte das Geschehen weitestgehend, doch Grimma hielt dagegen und ließ zunächst wenig zu.
Die erste gefährliche Strafraumszene ließ bis zur 20. Minute auf sich warten: Kapitän Bozic steckte stark durch die Beine seines Gegenspielers auf Alberico durch, der frei vor dem Tor aus rund zehn Metern jedoch deutlich übers Tor verzog. Grimmas Schlussmann Ondrej Cap musste nicht eingreifen.
CFC schaltet einen Gang höher
Mitte der ersten Halbzeit wurden die Himmelblauen aktiver und suchten vermehrt den Weg über die Außenbahnen. Ein Bogenball von Baumgart wurde von Grimmas Rieger per Kopf gefährlich verlängert – der Ball strich nur knapp am langen Pfosten vorbei (24.).
Nach einer halben Stunde setzte dann auch Grimma ein erstes offensives Lebenszeichen und tankte sich über die linke Seite bis zur Grundlinie durch (30.). Der daraus resultierende Eckball landete jedoch beim CFC. Im direkten Gegenzug brachte Stockinger über rechts Tempo ins Spiel, doch ein Verteidiger klärte seinen Querpass auf den im Zentrum lauernden Biven in letzter Sekunde.
Viel Leerlauf und wenig Durchschlagskraft
Bis zum Pausenpfiff verflachte die Partie. Der Fünftligist überzeugte mit einem engagierten Auftritt und diszipliniertem Defensivverhalten und verdiente sich damit den Respekt aller Zuschauer. Auch wenn CFC-Keeper Daniel Adamczyk erst in der 44. Minute erstmals bei einem langen Ball in die Partie eingreifen musste.
So ging es torlos in die Kabinen. Der Chemnitzer FC hatte das Spiel zwar komplett unter Kontrolle, entwickelte jedoch insgesamt zu wenig Durchschlagskraft. Für den Einzug ins Halbfinale war im zweiten Durchgang eine klare Leistungssteigerung des Favoriten erforderlich.
Chemnitz wird stärker – Bozic mit dem Führungstreffer
Mit Wiederanpfiff entwickelte der Chemnitzer FC deutlich mehr Zug zum Tor und erspielte sich in den ersten Minuten mehrere gefährliche Strafraumszenen. Gleichzeitig rückte Grimma etwas weiter auf und öffnete damit Räume.
Diese nutzten die Himmelblauen eiskalt: Biven brachte eine scharfe Flanke von der linken Seite auf den kurzen Pfosten, wo Bozic entschlossen den Kopf hinhielt und zur Führung einnickte (53.). Grimmas Schlussmann Ondrej Cap war zwar noch mit der Hand am Ball, konnte den Treffer jedoch nicht mehr entscheidend verhindern.
Grimma kommt zu Chancen und fast zum Ausgleich
Dann begann eine Phase, in der der CFC unkonzentriert agierte. Erst spielte Anton Rücker zum Gegner ins Zentrum, wo Katzenberger die Situation schnell erfasste und aus 18 Metern direkt den Abschluss suchte. Doch Adamczyk war hellwach und kratzte den Ball von der Linie (62.). Nur eine Minute später der nächste Fehlpass von Baumgart in die Füße eines Grimmaers. Diesmal klärte die Chemnitzer Defensive im Kollektiv die gefährliche Hereingabe von Hübner. Der CFC verlor den Faden und wackelte in dieser Phase bedenklich.
In der 74. Minute hatte der eingewechselte Marx für Chemnitz die Vorentscheidung auf Fuß, schob nach Vorarbeit von Ekui den Ball aus zehn Metern den Ball am Pfosten vorbei.
Grimma will den Ausgleich – und bringt Förster
In der Schlussphase entwickelte sich noch einmal eine intensive und umkämpfte Partie, in der Grimma alles nach vorn warf und auf den Ausgleich drängte. Der CFC verteidigte die knappe Führung jedoch mit viel Einsatz und Disziplin.
Die Gastgeber suchten vor allem über Distanzabschlüsse ihr Glück. So zog Hübner wenige Minuten vor dem Ende noch einmal aus der zweiten Reihe ab, verfehlte das Chemnitzer Gehäuse jedoch knapp (80.). Auf der Gegenseite boten sich den Himmelblauen Räume zum Kontern. Mensah kam zunächst aus spitzem Winkel zum Abschluss, setzte den Ball jedoch am langen Eck vorbei (89.).
Mit Beginn der Nachspielzeit wurde es noch einmal hektisch. Grimma versuchte es weiterhin mit langen Bällen, doch die Defensive des CFC hielt stand. Die vier Minuten Nachspielzeit überstanden die Himmelblauen souverän, auch weil sie selbst immer wieder für Entlastung sorgten.
Die größte Chance zur endgültigen Entscheidung bot sich dann tief in der Nachspielzeit mit dem Schlusspfiff: Marx und Mensah liefen nach einem Ballgewinn gemeinsam auf das Grimmaer Tor zu, konnten den Keeper jedoch nicht überwinden. Kurz darauf war Schluss.
Arbeitssieg bringt den CFC ins Halbfinale
Der Chemnitzer FC wird seiner Favoritenrolle gerecht, auch wenn es auf dem engen Platz und unter schwierigen Bedingungen alles andere als ein Selbstläufer war. Über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft, mussten die Himmelblauen dennoch immer wieder gefährliche Situationen überstehen und sich den Erfolg hart erarbeiten.
Am Ende zählt jedoch das Ergebnis: Der CFC steht im Halbfinale des Sachsenpokals und darf weiter vom Titel träumen. Nun richtet sich der Blick auf die Auslosung, die am Sonntag um 16 Uhr live im MDR erfolgt.
Bereits am Gründonnerstag geht es für die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda wieder in der Liga weiter: Um 19.30 Uhr gastieren die Himmelblauen beim FC Eilenburg und wollen dort die nächsten Punkte in der Regionalliga Nordost sammeln. Grimma ist am Samstag um 14 Uhr bei Bischofswerda gefordert.
FC Grimma – Chemnitzer FC 0:1 (0:0)
CFC: Adamczyk 1 – Ekui 27 (78. Bochmann 5), Eppendorfer 25, F. Müller 26, Baumgart 29 – Hempel 9, Rücker 17 – Alberico 11 (87. Mensah 24), Biven 8 (58. Marx 19), Stockinger 7 (73. Damer 13) – Bozic 33 (C)
Tore: 0:1 Bozic (53.)
Zuschauer: 942



