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28.03.2009 - 15.14 Uhr | Vereinsnachrichten

Nachbetrachtung 1. Sptg. Blindenfußbundesliga

Kay Schürer, Trainer der Blindenfußballbundesligamannschaft des Chemnitzer FC berichtet hier vom 1. Spieltag der Saision 2009:

"Die Mannschaft des CFC fuhr am Freitag den 20. März gegen 13:30 los. Das Ziel war Barsinghausen bei Hannover, wo der erste Spieltag der Saison 2009 stattfand.
"

Dabei waren sieben Spieler, darunter zwei Frauen, ein Torhüter und zwei Trainer.

Gegen 18 Uhr erreichten wir unser Ziel und bezogen erst einmal unsere Zimmer des Hotels der Sportschule des Norddeutschen Fußballverbandes.

Hier traf das Team auch zum ersten Mal auf die drei Spieler, einer aus Braunschweig, einer aus Saarbrücken und einer aus Zweibrücken, durch die das Team in dieser Saison verstärkt wird. Der Großteil des gesamten Teams lebt in Sachsen, nämlich in Döbeln, Flöha und natürlich Chemnitz, ein Spieler kommt noch aus Berlin.

Nachdem man sich bekannt gemacht hatte, nahm man, gegen 20 Uhr, gemeinsam an der feierlichen Eröffnung der Saison teil. Unter anderem Herr Neukirchner von der Sepp- Herberger-Stiftung und ein Vertreter des Niedersächsischen Fußballverbandes begrüßten die Teams und wünschten allen viel Erfolg.

Am nächsten Tag wurde es für die Teams ernst. Gleich in seinem ersten Spiel traf das Team des CFC auf den haushohen Ligafavoriten vom MTV Stuttgart.

Dieses Team, in dessen Reihen zwei der besten deutschen Spieler stehen, dominierte von Beginn an die Partie und kam gleich zu Beginn zu zahlreichen Chancen. Mit etwas Glück überstand man die erste Viertelstunde der Partie aber ohne Gegentor. Eine Halbzeit dauert im Übrigen 25 Minuten. Beim Blindenfußball ist es so, dass nach dem vierten Mannschaftsfoul in jeder Halbzeit ein Achtmeterstrafstoß, vergleichbar mit einem Elfer beim normalen Fußball, für den Gegner gegeben wird. Dies gilt für jedes Teamfoul ab dem Vierten pro Halbzeit. Als Teamfouls werden fast alle Fouls die ein Spieler begeht gewertet. Dazu gehört auch wenn man das Signalwort voy vergisst zu rufen oder es zu spät ruft. Dieses Wort das so viel bedeutet wie ich komme, ich greife dich an, muss jeder Spieler der nicht in Ballbesitz ist rufen wenn er sich auf dem Feld in der Nähe des Balles befindet oder diesen erobern will. Das ist vor allem für die Sicherheit der Spieler wichtig, weshalb es auch bestraft wird wenn man es vergisst.

Dieses mussten die Kicker des CFC dann auch am eigenen Leib erfahren, unter anderem mehrmaliges Vergessen voy zu rufen, führte dazu dass Stuttgart beim Stand von 0:0 einen Achtmeter bekam. Dieser wurde sicher verwandelt und damit kam die Torfabrik aus Stuttgart richtig in Fahrt. Zwar hatte der CFC die Chance zum Ausgleich aber diese wurde nicht genutzt und noch in der ersten Hälfte folgte das 2:0 aus dem Spiel heraus und auch noch das 3:0 nach einem weiteren Achtmeter.

Mit 3:0 zur Pause hinten zu liegen war natürlich bitter, da das Spiel praktisch entschieden war. Es ging nur noch darum auf Schadensbegrenzung zu achten. Aber dies gelang nicht, in der zweiten Hälfte folgten noch vier Gegentore. Zwei davon waren wieder Achtmeter, da man auch in dieser Hälfte wieder mehr als vier Fouls produzierte, und zwei aus dem Spiel heraus. Man verlor das Spiel also mit 7:0, was zumindest in dieser Höhe nicht hätte passieren sollen. Allerdings musste man auch drei Spieler integrieren mit denen man noch nie trainiert hatte und auch das man „nur” drei Tore aus dem Spiel kassierte waren dennoch Zeichen dass man schnell etwas verbessern kann. Man hatte zu viele gegen sich gepfiffene Fouls hinnehmen müssen, die letztlich zu etlichen Achtmetern führten von denen vier verwandelt wurden.

Da die Stimmung im Team sehr gut ist und auch die drei „Neuen” schnell integriert waren, konnte man das Spiel sehr konstruktiv analysieren und war frohen Mutes, dass es besser klappt beim nächsten Mal.

Dies sollte sich auch bewahrheiten, denn in der zweiten Partie, diesmal am Sonntagmorgen, waren schon zahlreiche Verbesserungen zu erkennen. Gegner war diesmal der amtierende deutsche Meister, nämlich das Team aus Marburg.

Dieses Team verfügt vor allem über einen top Dribbler, der mit unglaublicher Geschwindigkeit die gegnerischen Abwehrreihen überrennt und dann auch noch gefährlich zum Abschluss kommt. Auch gegen das Team aus Chemnitz hatte dieser in der ersten Hälfte zahlreiche Möglichkeiten, die aber zum großen Teil geklärt werden konnten oder vorbei gingen. Die Chemnitzer hatten in Hälfte eins drei gute Möglichkeiten, darunter ein Freistoß, diese konnten aber leider nicht genutzt werden, so dass es zur Pause torlos stand. Vor allem die Kommunikation der Spieler, die sehr wichtig ist, funktionierte schon wesentlich besser als in der ersten Partie, zudem kassierte man nur wenige Fouls. Den Pausenstand von 0:0 hatte man sich also durchaus verdient.

Direkt nach Wiederanpfiff erzielten die Marburger durch ihren bereits erwähnten gefährlichen Spieler das 1:0. Die CFC Abwehr schien noch nicht richtig auf dem Platz angekommen zu sein, da war sie auch schon überlaufen und es schlug im Kasten ein. In der Folge hätte der Gegner noch erhöhen können, doch es dauerte bis zwei Minuten vor Schluss als der selbe Spieler erneut zu schlug und den Entstand von 2:0 für Marburg klar machte. Unmittelbar darauf traf er sogar noch mal den Pfosten. Chemnitzer Offensivbemühungen hielten sich in Hälfte zwei in Grenzen.

Fazit: Man hat von der Teamatmosphäre her ein tolles Wochenende erlebt, leider ohne etwas zählbares mit nach Hause zu nehmen. Das Team ist jedoch zuversichtlich dass, da man nun die beiden stärksten Gegner hinter sich hat, bei den nächsten Spieltagen der ein oder andere Punkt ergattert werden kann. Man ist sich aber auch bewusst dass man wohl in der zweiten Tabellenhälfte die Saison beenden wird.