Pfosten, Latte und kein Abschlussglück – CFC belohnt sich in starkem Durchgang zwei und bleibt zum neunten Mal unbesiegt
Zum Saisonfinale der Regionalliga-Saison 2024/25 empfing der Chemnitzer FC den tief im Abstiegskampf steckenden FC Viktoria 1889 Berlin im Stadion – An der Gellertstraße. Die Schützlinge von Cheftrainer Benjamin Duda wollten vor 5.724 Chemnitzerinnen und Chemnitzern unbedingt ihre Serie von acht ungeschlagenen Spielen ausbauen und mit in die Sommerpause nehmen. Das gelang durch ein 1:1 nach starker zweiter Hälfte und etwa Pech im Abschluss.
Cheftrainer Benjamin Duda veränderte seine Startelf auf vier Positionen: Tobias Müller, Niclas Erlbeck, Nils Lihsek und Ole Schiebold rückten für Artur Mergel, Jong-min Seo, Roman Eppendorfer und Anton Rücker in die Anfangsformation. Rücker fiel angeschlagen komplett aus.
Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde ein großes Rahmenprogramm zum Saisonabschluss an der Fischerwiese geboten. Kulttorwart "Toni" Ananiev wurde vor dem Anpfiff auf dem Stadionrasen nachträglich zu seinem 60. Geburtstag gratuliert. Zum Ende der Erwärmung verabschiedete der CFC neun Spieler, die den Verein zum Saisonende verlassen werden: Ephraim Eshele, Luis Fischer, Dardan Karimani, Nils Lihsek, Louis Malina, Felix Müller, Manuel Reutter, Ole Schiebold und Jong-min Seo.
Der Anpfiff verzögerte sich um eine halbe Stunde, da die Gäste aus Berlin auf ihrer Anreise nach Chemnitz im Stau standen. Vor dem verspäteten Spielbeginn wurden zudem noch die drei Spieler der Saison ausgezeichnet. Die CFC-Fans wählten mit großem Vorsprung Torhüter Daniel Adamczyk zur Nummer eins der Spielzeit. Auf den Plätzen folgten Dejan Bozic und Jong-min Seo.
Erster Durchgang mit Chancen – aber ohne Ertrag
Die Himmelblauen starteten mit mehr Spielanteilen in die Partie und kamen früh zu ersten aussichtsreichen Abschlüssen. Die erste große Tormöglichkeit für die Chemnitzer war dem Toptorjäger des Teams vorbehalten: Nach einem Einwurf von Niclas Walther verlängerte Dejan Bozic (9 Saisontore) den Ball per Kopf aus sieben Metern auf die Latte (18.).
Dann brachte der CFC selbst die abstiegsbedrohten Berliner ins Spiel mit einem dicken Lapsus im Aufbauspiel. Julien Damelang fing einen Fehlpass von Erlbeck ab, schaltete schnell und ließ Schiebold stehen. Allein vor Adamcyzk blieb der 21-Jährige ganz cool und schob sicher zum Führungstreffer der Gäste (21.).
Nur drei Minuten später kam der CFC erstmals dem Ausgleichstreffer ganz nah, doch Walther konnte den Ball per Kopfball aus spitzem Winkel nicht im Tor unterbringen (24.).
Zu viele Fehler bringen den CFC aus dem Rhythmus
Trotz deutlich mehr Ballbesitz und spielerischer Überlegenheit blieb das Spiel der Duda-Elf im letzten Drittel zu fehleranfällig. Im ersten Durchgang verhinderten immer wieder kleinere Ungenauigkeiten im Passspiel und in der Ballverarbeitung zwingende Torchancen. Reutter und Tobi Müller kamen ihrerseits zwar zu weiteren Kopfballmöglichkeiten, konnten diese aber ebenfalls nicht verwerten. Viktoria Berlin blieb vor allem nach Ballverlusten des CFC gefährlich.
Viel Unterstützung von den Rängen – Luft nach oben auf dem Platz
Es fehlte den Chemnitzern nicht an Einsatz und Spielwillen vor der gut gefüllten Südkurve, doch es fehlte in Hälfte eins an der richtigen Abstimmung bei eigenem Ballbesitz. Gegen Ende der ersten Halbzeit entwickelte sich zunehmend eine offenes und vor allem intensives Regionalligaspiel.
Dann verabschiedeten sich beide Teams in die Stadionkatakomben zur Halbzeitpause. Die Berliner konnten mit der Ausbeute im ersten Durchgang zufrieden sein. Der CFC brauchte eine Leistungssteigerung, um sich im zweiten Durchgang auf die Anzeigetafel zu bringen.
Drückende Himmelblaue – Latte, Pfosten und ein aberkanntes Tor
Der Chemnitzer FC kam mit viel Schwung aus der Kabine. Bereits kurz nach Wiederanpfiff hatte Bozic die erste gute Gelegenheit, als er eine Flanke von Reutter direkt nahm – doch der Ball klatschte erneut an die Latte (53.).
Auch bei den folgenden Standardsituationen wurde es gefährlich: Tobias Müller kam nach einer Ecke zum Kopfball, sein Versuch wurde jedoch im letzten Moment abgeblockt (56.).
Nur zwei Minuten später die nächste Doppelchance: Müller köpfte erneut wuchtig auf das Berliner Tor, Karika parierte glänzend. Den Nachschuss setzte Bozic an den Pfosten – wieder fehlte nur Zentimeter zum Torerfolg (58.).
In der 62. Minute zappelte der Ball dann endlich erstmals im Netz der Berliner. Nach mehreren Kopfballverlängerungen im Strafraum drückte Baumgart den Ball über die Linie. Doch der Treffer wurde aberkannt, da Müller zuvor den Berliner Keeper Karika behindert haben soll.
Baumgart belohnt den Aufwand – und es hätte noch mehr sein können
Der CFC ließ sich davon nicht beirren und drängte weiter. Nach einer scharfen Flanke von Damer musste Viktoria im Zentrum erneut in höchster Not klären (65.).
Drei Minuten später fiel dann der längst verdiente Ausgleich: Seo leitete den Angriff über rechts ein, bediente Damer, der den Ball geschickt am Keeper vorbeilegte. Seine Hereingabe fand am zweiten Pfosten Tom Baumgart, der unbedrängt zum 1:1 einköpfte (68.).
Trainer Benjamin Duda brachte daraufhin Fynn Seidel für Niclas Erlbeck (71.), um in der Schlussphase nochmals offensive Akzente zu setzen. Seidel hatte zuletzt als Joker spät zum Ausgleich in Eilenburg (2:2) getroffen und sollte auch diesmal den Siegtreffer erzwingen.
Nur zwei Minuten später wurde es wieder vor dem Kasten der Berliner gefährlich: Nach einer Ecke kam Jong-min Seo am langen Pfosten zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp vorbei (73.).
Letzte Minuten: CFC drängt – doch der Lucky Punch bleibt aus
Der Chemnitzer FC wollte sich mit einem Sieg aus der Saison verabschieden und warf in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne. Artur Mergel kam in der 79. Minute für Tobias Müller und sollte die Offensive zusätzlich beleben. Kurz darauf wurde es erneut nach Ecke gefährlich: Eine Damer-Freistoßflanke fand Bozic im Zentrum, dessen abgefälschter Abschluss direkt vor die Füße von Jong-min Seo fiel – dessen Schuss konnte aber zur Ecke geklärt werden (78.).
Die Himmelblauen erhöhten weiter den Druck. Fynn Seidel, bis dahin mit einem auffälligen Auftritt nach Einwechslung, schlug eine weitere Flanke in den Strafraum – Seo verpasste nur knapp am langen Pfosten (87.).
Trotz allem drängte der CFC auf das 2:1: In Minute 90.+6. kam Seidel noch einmal aus 16 Metern zum Abschluss – flach, mit viel Platz, aber sein Versuch wurde geblockt. Der Ball wollte einfach nicht mehr ins Netz.
Schlussendlich sind es für den CFC wohl eher zwei verlorene Punkte als ein gewonnener. Die technischen Unsauberkeiten wie vor dem 0:1 kosteten den Chemnitzern den Sieg. Trotzdem bleibt eine gute Leistung an diesem Tag und ein zweiter Durchgang, mit viel Wucht und Torgefahr.
Ende einer spannenden und emotionalen Spielzeit
Damit geht für den Chemnitzer FC eine Saison zu Ende, die vor allem von einem frühen Trainerwechsel und einer beeindruckenden Aufholjagd geprägt war. Vom 17. Tabellenplatz kämpften sich die Himmelblauen Schritt für Schritt nach vorn und beenden die Spielzeit auf einem einstelligen Rang – ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt und den neuen Kurs unter Cheftrainer Benjamin Duda.
Ein sportlicher Höhepunkt bleibt dabei unvergessen: der packende Pokalfight gegen den späteren Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden, den die Duda-Elf mit Leidenschaft und Teamgeist in der Verlängerung für sich entschied – ein echtes Ausrufezeichen. Auch in der Liga durfte der CFC das ein oder andere Fußballfest feiern – sowohl zu Hause auf der Fischerwiese als auch auswärts.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Mitglieder, Fans, Sponsoren, Partner und Unterstützer, die die Mannschaft durch Höhen und Tiefen begleitet haben. In Chemnitz sind Verein und Stadt in dieser Spielzeit wieder ein Stück näher zusammengerückt. Danke! Nach der Sommerpause sehen wir uns wieder auf der Fischerwiese – zur offiziellen Saisoneröffnung mit einem attraktiven Gegner, einem Familienfest und der Generalprobe für die neue Spielzeit.
Chemnitzer FC – FC Viktoria 1889 Berlin 1:1 (0:1)
CFC: Adamczyk 1 – Walther 4 (46. Seo 14), Schiebold 19, Zickert 21, Reutter 16 – T. Müller 38 (C) (79. Mergel 10), Erlbeck 6 (71. Seidel 7), Baumgart 29 – Lihsek 8, Bozic 33, Damer 13 (87. Malina 11)
VIK: Karika 35 – Klautzsch 26 (83. Kortebusch 13), Lippegaus 29, Oellers 14 (C), Mohamed 16 – Dikarev 21, Keskin 15 (75. Zekir Oglou 6) – Elekwa 17 (83. Littbarski 28), Jones 9, Damelang 11 – Scacun 25 (75. Hebisch 23)
Tore: 0:1 Damelang (21.), 1:1 Baumgart (68.)
Zuschauer: 5.724



