Plauen kämpft den CFC nieder: Martynets macht den Unterschied aus der Distanz
Am 12. Spieltag der Regionalliga Nordost stand das Heimspiel des Chemnitzer FC gegen den VFC Plauen ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Die "Ultras Chemnitz 1999" feierten vor 4.857 Zuschauern ihr 25-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten prägten den Heimspieltag.
Die Fanszene des CFC verbindet eine langjährige Freundschaft mit den Anhängern des VFC Plauen, was auch an diesem Samstag für einen besonderen Charme im Stadion sorgte. Die Vereinsverantwortlichen beider Vereine wollen diese Beziehung in den kommenden Jahren mit verschiedenen gemeinsamen Aktionen weiter stärken. Passend dazu waren die Maskottchen "Diescher" aus Plauen und der CFC-Löwe Malik gemeinsam am Spielfeldrand aktiv.
Angespannte Personallage
Cheftrainer Benjamin Duda musste gegen den VFC gleich auf fünf potenzielle Stammspieler verzichten. Neben den Langzeitverletzten Dejan Bozic, Tom Baumgart und Tobias Müller fehlten auch Vize-Kapitän Robert Zickert (Gelb-Rot-Sperre) und Mentalitätsspieler Niclas Erlbeck (Infekt). Überraschend stand jedoch Luis Fischer nach überstandener Erkältung wieder im Kader der Himmelblauen. Erstmals in der Startelf durfte Neuzugang Dardan Karimani auflaufen, während Roman Eppendorfer in die Innenverteidigung rückte.
Imposante Choreografie zum Jubiläum
Zum 25-jährigen Bestehen der "Ultras Chemnitz 1999" gab es auf der Südkurve eine beeindruckende Choreografie. Eine riesige Blockfahne mit der Aufschrift "25 Jahre – Ehre, Treue, Leidenschaft!" zierte zunächst die gesamte Südkurve, gefolgt von blauen und goldenen Fahnen garniert mit einer großen Geburtstagstorte. Stadionsprecher Olaf Kadner lobte die Darbietung treffend: "Eine großartige Choreo!"
Druckvoller Beginn der Himmelblauen
Der Chemnitzer FC startete energisch in die Partie und setzte die Plauener früh unter Druck. Mehrere Ballgewinne tief in der gegnerischen Hälfte zwangen die Gäste in mehreren Szenen früh zu entschlossener Abwehrarbeit. Doch die erste gefährliche Chance hatten die Plauener: In der 14. Minute wischte CFC-Keeper Daniel Adamczyk akrobatisch einen Abschluss knapp vor der Linie aus der Gefahrenzone.
In der 20. Minute leitete Manuel Reutter eine vielversprechende Szene ein, als er Artur Mergel mit einem starken Pass in die Tiefe schickte. Mergels Hereingabe auf den einschussbereiten Leon Damer wurde jedoch im letzten Moment vom Plauener Verteidiger mit dem Oberschenkel geklärt. Eine Minute später folgte ein Kopfball von Mergel wieder nach einer präzisen Flanke von Reutter, doch Gäste-Keeper Pieles hielt den Ball fest.
Schiedsrichter sucht zu lang nach seiner Linie
Schiedsrichter Marvin Tennes tat sich lange schwer, eine Linie im ersten Durchgang zu finden. Der 23-jährige Rostocker ließ anfangs mehrere harte Zweikämpfe der Plauener ungeahndet, um wenig später Anton Rücker für ein harmloses Foul an der Mittellinie Gelb zu zeigen. Ein robustes Einsteigen gegen Leon Damer blieb dagegen ungeahndet, was auf dem Spielfeld und bei den CFC-Fans zurecht für Unmut sorgte.
Gäste-Fans ehren Jubiläum – wenig Torgefahr bis zur Paus
Auch die mitgereisten 300 Anhänger aus Plauen gratulierten den „Ultras Chemnitz 1999“ mit einem Spruchband aus dem Gästeblock. Doch das Spielgeschehen flachte zunehmend ab: Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, und klare Torchancen blieben Mangelware. Der CFC hatte leichte Feldvorteile, doch der VFC Plauen zeigte sich defensiv sehr diszipliniert und lauerte auf Konter. Die Himmelblaue Abwehr musste stets wachsam bleiben, sodass es mit einem torlosen und leistungsgerechten Unentschieden in die Halbzeitpause ging.
Martynets macht den Unterschied
Im zweiten Durchgang waren kaum fünf Minuten gespielt, als der CFC kalt erwischt wurde: Johan Martynets zog unbedrängt aus dreißig Metern ab und versenkte den Ball flach und platziert im Eck – ein Traumtor, das die Gäste in einem bis dahin ausgeglichenen Spiel in Führung brachte (50.).
Den Himmelblauen fehlte es zwar nicht an Engagement und Einsatz, doch die notwendige Präzision und vor allem die Offensiv-Power blieben bei vielen Angriffsaktionen auf der Strecke. Mit dem Rückstand verlor der CFC zudem etwas an Struktur im Aufbauspiel, wodurch die Gäste die größeren Spielanteile im zweiten Durchgang zunächst für sich beanspruchen konnten.
Offensiv fehlt der Zug
Torabschlüsse waren weiter Mangelware auf beiden Seiten. In der 75. Spielminute fehlten Seo nur Zentimeter vor dem herausstürmenden Pielas, um den Ausgleich zu erzielen. Die nächste Torchance des CFC war keine 60 Sekunden später ebenso brandgefährlich: Nach einer Ecke kamen Müller und Eshele gleichzeitig einen Meter vor dem Tor an den Ball, doch wie auch immer es möglich war, verfehlte der Ball den Kasten um Haaresbreite.
Die Duda-Elf reagierte mit wütenden Angriffswellen, um den Ausgleich zu erzwingen. Mit fortschreitender Spielzeit öffneten die Himmelblauen in der Defensive ihre Kompaktheit und warf in den letzten zehn Minuten alles nach vorne. Aber auch in der Schlussphase wirkten viele Angriffsversuche etwas zu umständlich, sodass die Plauener die knappe Führung über die Zeit bringen konnten.
Der CFC kann auch im sechsten Liga-Heimspiel keinen Sieg feiern, sondern verliert aufgrund eines Sonntagsschusses sogar die Partie gegen den Aufsteiger aus dem Vogtland. Die Serie von fünf ungeschlagenen Spielen ist somit gerissen. Die Gäste erkämpften sich den Auswärtserfolg letztlich mit einem leidenschaftlichen Vortrag über die volle Spielzeit.
Am Sonntag, dem 27. Oktober, steht für den Chemnitzer FC das nächste Regionalliga-Spiel an. Die Duda-Elf tritt um 13 Uhr auswärts beim FC Rot-Weiß Erfurt an und wird dort eine Leistungssteigerung benötigen, um im Kampf um die nächsten wichtigen Punkte erfolgreich zu sein. Der VFC Plauen absolviert zeitgleich sein nächstes Auswärtsspiel am 13. Spieltag beim FSV 63 Luckenwalde.
Chemnitzer FC – VFC Plauen 0:1 (0:0)
CFC: Adamczyk 1 - Walther 4, Müller 23 (C), Eppendorfer 25, Reutter 16 - Seo 14, Lihsek 8, Rücker 17 (84. Roscher 9), Karimani 18 (59. Wolter 7) - Mergel 10 (72. Eshele 20), Damer 13
VFC: Pieles - Morozov, Fischer, Träger, Jusic(C) - Kämpfer (78. Abayomi), Limmer, Andreopoulos (46. Tanriver), Martynets - Will (90. Werner), Winter (61. Riedl)
Tore: 0:1 Martynets (50.)
Zuschauer: 4.857



